#8 Elternsein ist Teamsport! Aber was, wenn einer nicht mitspielt? – Warum halb da schlimmer ist als ganz weg
Warum halb da schlimmer ist als ganz weg
17.04.2026 62 min Moms on the Edge
Zusammenfassung & Show Notes
Wir sind zurück! Und diese Folge hat uns mehr beschäftigt, als wir vielleicht erwartet hätten.
Eigentlich ging es nur um den ganz normalen Wahnsinn: Ferien, Organisation, Arbeit, Kinderbetreuung. Dieser tägliche Spagat, bei dem man das Gefühl hat, alles gleichzeitig jonglieren zu müssen und trotzdem irgendwo hinterherzuhinken.
Doch dann sind wir mitten in ein Thema gerutscht, das viel tiefer geht:
Co-Parenting und was passiert, wenn es eben nicht funktioniert.
Wir sprechen darüber, wie es sich anfühlt, wenn Verlässlichkeit fehlt. Wenn Absprachen nicht eingehalten werden. Wenn man immer wieder neu organisieren muss, nicht nur den Alltag, sondern auch die Gefühle der eigenen Kinder. Was macht es mit einem Kind, wenn ein Elternteil immer wieder verschwindet, um kurze Zeit später wieder aufzutauchen (oder auch nicht)?
Dabei stellen wir uns eine unbequeme Frage:
Ist es manchmal leichter, die Verantwortung komplett allein zu tragen, als sich ständig auf jemanden verlassen zu müssen, der immer wieder wegbricht?
Ist es manchmal leichter, die Verantwortung komplett allein zu tragen, als sich ständig auf jemanden verlassen zu müssen, der immer wieder wegbricht?
Gleichzeitig sprechen wir aber auch über die andere Seite.
Über Patchwork, das funktioniert. Über Co-Parenting, das sich wirklich nach Team anfühlt. Und darüber, wie groß der Unterschied ist, wenn man sich aufeinander verlassen kann.
Immer wieder landen wir beim gleichen Gedanken:
Elternsein ist eigentlich kein Solo-Projekt. Wo ist eigentlich das berühmte "Dorf", von dem alle reden?!
Elternsein ist eigentlich kein Solo-Projekt. Wo ist eigentlich das berühmte "Dorf", von dem alle reden?!
Und wie immer interessiert uns eure Perspektive:
Wie erlebt ihr Co-Parenting?
Was funktioniert für euch und was nicht?
Und habt ihr euer „Dorf“ gefunden?
Wie erlebt ihr Co-Parenting?
Was funktioniert für euch und was nicht?
Und habt ihr euer „Dorf“ gefunden?
Und an alle Mamas da draußen: Ihr seid nicht allein!
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mail: momsontheedge.podcast@gmail.com
Transkript
Sei ganz drinnen oder sei ganz draußen.
Weil was soll dieses Katz-und-Maus-Spiel?
Es ist mir mittlerweile wirklich scheißegal, ob ich 100 Prozent der Kehrarbeit übernehme.
Ja, weil es macht einen so mürbel, nicht zu wissen und immer auf Hab-8-Stellung zu sein.
Wird es dieses Wochenende nun zum Treffen kommen, wie verabredet oder nicht?
Wir haben uns mit der Situation lange überfordert und allein gefühlt, bis wir uns kennengelernt haben
und gemerkt haben, ok, krass, anderen geht es echt auch so.
Also, falls ihr gerade alleinerziehend seid und euch manchmal alles über den Kopf wächst und ihr mental struggled,
dann seid ihr hier genau richtig.
Wir sprechen über Tabus, über die Scham, die uns begleitet,
Angst vor dem Scheitern, Wut und auch Überforderung.
Und über dieses ständige Gefühl, funktionieren zu müssen.
Obwohl es an allen Ecken und Enden brennt.
Wichtig, wir sind keine Expertinnen. Uns geht es auch nicht um Diagnosen oder schlaue Ratschläge.
Wir wollen lediglich unsere Story teilen und vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle wieder.
Ich bin Iri und ich bin Karo und zusammen sind wir Moms on the Edge.
Wir sind wieder zurück. Wir waren lange weg.
Zwei Wochen nicht aufgenommen. Was war da los?
Ferien, Arbeit, der Struggle, die Kinder unterzubringen, die nicht in den Hort gehen wollen.
Die Schule hat gesagt, ja, hier meldet eure Kinder an.
Und da hatte ich keinen Job zu dem Zeitpunkt und ich sagte, ach, ist nicht so wichtig.
Sie hasst mich eh dafür, wenn ich es mache. Also mache ich es auch nicht.
Ferienhort ist das Schlimmste für die Kinder. Ich weiß auch nicht. Also meine hasst es auch.
Ja, ich musste selbst halt auch nie hin. Ich kann es halt auch nachvollziehen.
Irgendwie, man denkt so, ja, warum muss ich in die Schule, wenn keine Schule ist?
Meine Eltern haben gesagt, das gab es bei uns nicht so auf dem Dorf.
So Hort generell war irgendwie gar kein Thema bei mir früher.
Hab ich meine Mutter auch mal gefragt und sie meinte, doch, das gab es, aber brauchtest du ja nicht.
Vielleicht so ein Berlin-Ding. Du bist ja Berlinerin, ich nicht.
Ja, vielleicht.
Bei uns war es dann so, man hatte um 13 Uhr Schulschluss, dann ist man irgendwie spielen gegangen.
Auch geil.
Was auch immer. Und man ist nach Hause gekommen, ob die Eltern da waren oder nicht.
Ja, auf jeden Fall gab es halt diese Überschneidung von, ach, ich habe jetzt doch einen Job.
Oh, die Zeit ist schon abgelaufen, als ich sie hätte anmelden können.
Hätte ich vielleicht auch noch kurzfristig machen können, aber ich habe das Gefühl,
das passiert mir auch zu oft, dass ich irgendwas sehr kurzfristig anmelde.
Oder verschwitzt.
Oder, ja, genau. Naja, gibt es auch andere Themen, vor allem mit dem Hort.
Ja, das war bei mir auch immer so. Also ich habe eigentlich regelmäßig ganz normal die Ferien verschwitzt zu planen.
Also mit der Arbeit in Einklang zu bringen.
Ja, richtig komisch. 100 Prozent.
Doch, mit der Arbeit habe ich dann auf jeden Fall das so geregelt, dass ich im Homeoffice war die ganze Zeit.
Das war total in Ordnung, da gab es gar keinen Gemoser oder irgendwas.
Das ist total okay alles, aber trotzdem hast du ja, gibt es dann so Abhängigkeiten,
in die du dich begibst, so von wie, okay, was macht die Freundin?
Wann können die Kinder zu uns? Wann kann meine Tochter dorthin gehen?
Wie koordiniert man das? Also da ist einfach so ein Rattenschwanz an den Organ noch mit hinten dran.
Das hat für mich im letzten Jahr, in den letzten beiden Jahren gut funktioniert, weil ich ja selbstständig war.
Und da keiner groß nachgefragt hat, also abgesehen von meinem Mitgründer eben,
und der hatte auch ein sehr großes Verständnis, bei der er selber ein Kind hat und so.
Aber ja, und jetzt war es so ein bisschen so, ah ja, aber ich müsste, okay, hier gibt es Calls, an denen ich definitiv teilnehmen muss.
Ja, aber halt so selbst geplant, ne? Und wenn du nicht im Arbeitsverhältnis bist, da hast du dann halt so Office-Kernzeiten,
wo du dann ja hingehst und dann kannst du das, also in dem Fall jetzt warst du im Homeoffice, aber irgendwie ist es halt schon nochmal anders,
weil man dann denkt, ach so, ich kann ja mein Kind jetzt um 10 gar nicht da und dahin bringen.
Ja, ich konnte dann halt nur die Tür aufmachen oder ja, dort dann auch nochmal kurz Bescheid sagen.
Aber ich habe mich schon auch immer mich selbst geärgert und meine fehlende Organ-Kompetenz irgendwie,
dass ich das nicht besser, ja, besser im Vorhinein koordiniert habe, also.
Ja, verstehe ich total.
Aber hey, it's a work in progress. Den einen Tag hat meine Mama auch spontan übernommen, da war ich auch mega dankbar.
Ja, ja, das Schlimmste ist, wenn man Homeoffice macht und die hängen zu Hause und sind schlecht gelaunt und hängen irgendwie vor der Glotze oder so, ne?
Und man hat nichts organisiert oder so, dann denkt man sich immer so, boah, dann wärst du doch mal lieber in den Ferienhort gegangen.
Aber ich glaube, unsere beiden sind da auch sehr verwöhnt, muss man sagen. Wenn die nicht wollen und es irgendwie klappt, dann müssen sie auch nichts, ne?
Ich bin da auch so rangegangen wie ach, die anderen Ferien, also das hat doch sonst jetzt auch immer gut geklappt mit dem, das ergibt sich immer doch irgendwie irgendwas.
Und das stimmt auch, also es war auch so, aber es war halt trotzdem ein zusätzlicher Layer an eben Orgasstress,
weil ja, wenn was so spontan ist und du aber die andere Sache festgelegt hast, dann kannst du nicht so spontan reagieren, so, oder?
Oder jemand sagt dir, okay, ja, lass uns das und das machen, das ist verabredet, aber ja, um 10 ist abholen.
Und ich denk so, ja, ich fange um 9 an zu arbeiten, naja, wird schon irgendwie gehen, so die 10 Minuten Abholfenster, das kriege ich schon eingebaut, so.
Ja, kriegt man auch, aber ja, es ist einfach zusätzlicher Stress. Ist halt so. War trotzdem schön, also mein Ostern war auf jeden Fall schön.
Ich hab mich ganz da gefreut, meine Schwester war da, wir waren bei meinen Eltern.
Ja, bei uns war es eigentlich auch ganz schön, außer dass ich ein paar gesundheitliche Einschränkungen hatte, also wir können ja vielleicht mal direkt vorab sagen,
wir haben jetzt die letzten zwei Wochen nicht aufgenommen, einfach aus dem besagten Orgasstress, den du gerade erzählt hast.
Man muss halt dann auch irgendwie alles unter einen Hut kriegen, das Kind zu Hause betreuen, während man dann irgendwie arbeitet.
Obwohl wir gedacht haben, dass wir es hinbekommen, ne? Also es war schon angedacht, aber dann kam ein bisschen was dazwischen.
Ja, das stimmt. Genau, also ich hatte vor zwei Wochen einen kleinen Notfall und der hat mich bis heute jetzt eigentlich ziemlich eingeschränkt.
Also es war ein orthopädischer Notfall, ich konnte halt meinen Kopf nicht mehr richtig bewegen und hatte anscheinend einen eingeklemmten Nerv.
Ich weiß auch gar nicht, wie es jetzt gerade ist, also ich weiß nur, dass ich hier sitze, ich nehme immer noch Medikamente jetzt nach zwei Wochen.
Aber ich hatte dann auch nochmal eine Situation eine Woche später, wo ich dann quasi noch einen zweiten Notfall hatte und vor Schmerzen dann halt nicht mehr schlafen konnte und sowas.
Und da ist auf jeden Fall irgendwas in meiner Schulter, in meinem Rücken, Nackenbereich los und das war ziemlich doll, hatte ich auch so vorher noch nicht.
Und das hat uns dann natürlich nicht so in die Karten gespielt, aber insgesamt glaube ich war es halt für uns beide dann auch mal gut, die Pause zu machen.
Ja, das ist es. Dass wir uns beide auch irgendwie auf unsere Familien und Ostern konzentrieren konnten und so.
Wie ist dein Ostershopping abgelaufen? Ich habe es am Ende tatsächlich mit meiner Tochter gemacht, weil ich nicht gewusst hätte, weil ich so kurzfristig und knapp war.
Ich habe gut vorgeplant. Sehr gut. Also ich hatte das über Wochen eigentlich fertig gemacht.
Das, wenn man sich erinnert in unserer ersten Folge, wo ich erzählt habe, dass ich gerade aus dem Job sozusagen rausgekommen bin, dass man jetzt so Dinge auf einmal dann hinbekommt, die man sonst nicht unter einen Hut bekommt.
So was wie rechtzeitig Geschenke besorgen, das klappt gerade schon ganz gut irgendwie.
Genau und somit hatte ich jetzt fürs Ostershopping irgendwie, da hatte ich gar keine Probleme mit.
Das mit dem eingeklemmten Nerv. Einen Tag vor Ostern ist das passiert.
Also das heißt, es war quasi im Grunde schon irgendwie so alles abgeschlossen und meine Eltern sind dann auch zu Besuch gekommen und haben dann auch gesagt, dass sie mich unterstützen und so.
Und das war schon alles irgendwie ganz gut, weil wir hatten zum Glück ja kein Riesenprogramm geplant.
Also ich muss halt Cortisone nehmen gerade. Und das ist auch das erste Mal über so einen längeren Zeitraum, dass ich das einnehmen muss.
Und ich merke halt so da so die Nebenwirkung. Also ich bin irgendwie so innerlich total nervös und angespannt und habe dann auch mal so ein bisschen schnelleres Herzklopfen und so.
Gerade wenn ich abends schlafen will, so ein bisschen Hitze im Körper und ich merke, dass ich halt mit den Kindern also so nervlich gesehen, dass ich viel strenger und vielleicht auch zickiger an der einen oder anderen Stelle mit den Kindern umgegangen bin als sonst.
Aber ich finde, das ist halt auch eine Ausnahmesituation. Ich habe es irgendwie den Kindern auch erklärt.
Und zusätzlich ist die Betreuung durch den Vater meiner kleinen Tochter auch gerade gar nicht mehr gewährleistet.
Also die haben sich seit drei Wochen nicht gesehen. Und das ist natürlich dann alles viel.
Also ich bin natürlich auch mal dann irgendwie ganz froh, wenn ich mich um wichtige Dinge kümmern kann, wenn die Kleine dann mal einen Tag nicht da ist oder dann jedes zweite Wochenende, wie es sonst der Fall war.
Und das fällt jetzt gerade alles weg. Genau, das ist irgendwie so ein bisschen schwierig.
Also fällt das aus heiterem Himmel weg oder was hat der? Oder was? Willst du ein bisschen uns reinnehmen in die Situation?
Ja, also schon in der Woche vor Ostern, also auch bevor das mit meinem Nacken passiert ist, hat der Vater meiner kleinen Tochter mich angerufen und mir dann gesagt, dass er für irgendeinen Job einspringen muss
und dass er dann gerne die nächste Woche und das nächste Wochenende auch seine Tochter nicht nehmen möchte.
Also dass es nicht so gut klappt. Und er feiert ja eh keinen Ostern, hat er gesagt.
Ich habe dann nur gesagt, ja, aber dein Kind feiert Ostern. Sehr strange irgendwie halt zu sagen, ja, ich feiere ja eh keinen Ostern und deswegen ist das auch nicht so schlimm, wenn ich sie dann nicht nehme.
Dann meinte ich halt noch so, ja, aber das Wochenende fängt ja Samstag an, dein Betreuungswochenende und geht bis Montag.
Also das ist ja nicht nur so, dass du sie an Ostersonntag, Ostermontag hättest, sondern dass du sie eigentlich ab Samstag hast.
Das passiert ja öfter, dass er absagt und ich bin dann eher so...
Können wir nochmal ganz kurz auf diese Perspektive eingehen. Ich feier ja keinen Ostern und deswegen ist das in Ordnung für mich, wenn ich das Kind dann auch nicht sehe.
Das ist aber sehr ichzentriert. Ist das schön für dich.
Man würde jetzt vielleicht denken, okay, er feiert vielleicht aus, also weil er nicht christlich ist oder wie auch immer feiert er dann keinen Ostern.
Er feiert aber Weihnachten. Er hat halt irgendwann mal für sich beschlossen, dass er keinen Ostern feiert zum Leidwesen seiner Kinder.
Weil das versteht man ja auch nicht. Also wenn man Weihnachten feiert, warum feiert man dann keinen Ostern?
Und es ist halt so, als würde ich halt sagen, ich feier jetzt keinen Ostern, weil ich halt keine Lust drauf hab.
Ach, das hätte ich gerne gesagt. Ja.
Aus der Geschenkeperspektive. Sich mit der Family treffen, hätte ich schon gewohnt. Aber ja, nein, also es ist halt aus den Kinderaugen dann einfach bullshit.
Ja, das ist echt... also ich bin dann immer gar nicht so sauer. Ich bin dann meistens irritiert.
Für mich ist es halt so, wenn er die Betreuung absagt in so einem Moment, dann bin ich halt eher so, okay, ist nicht so schlimm.
Ich freue mich, dass sie bei mir ist. Also ich habe mich dann auch sehr gefreut, dass sie das ganze Ostern mit mir verbringt.
Weil ich kann, also ich nehme mir ja nicht seine Wochenenden weg, aber wenn es dann mal passiert, dass sie dann bei mir ist, dann freue ich mich natürlich schon.
Ich habe nur das Problem damit gehabt, dass bzw. meine Tochter hat das Problem, dass sie, dass er so oft abgesagt hat in den letzten Monaten,
dass sie dann sich ein bisschen mehr wieder an ihn gewöhnen musste und auch Schwierigkeiten hat, dort ins Bett zu gehen oder mich dann halt vermisst und mich abends anrufen will.
Und wir hatten jetzt abgesprochen, dass das mit den Anrufen nicht funktioniert, weil sie weint dann in den Hörern will, dass ich sie abhole oder dass sie zu mir gebracht wird.
Und wir hatten halt gesagt, okay, das funktioniert so nicht. Sie muss wirklich das auch lernen, dass man, dass sie sich da auch wohlfühlt und so.
Und dass da wirklich eine Regelmäßigkeit drin ist, die dann halt auch irgendwie ihr die Sicherheit gibt dort.
Das ist auch ein zuhause.
Das ist der springende Punkt. Also diese Regelmäßigkeit, natürlich geht das verloren, wenn du irgendwie alle zwei Wochen mal hie, mal hü und einfach nicht klar da bist.
Das sind die Zeiten und da kann sich das Kind auch drauf verlassen und Punkt.
Genau und Kinder sind ja extrem routiniert.
Ja, aber Routine bedürftig.
Routine bedürftig, du hast recht.
Und es ist auch so, man sagt bei zum Beispiel kleinen Kindern, also wie zum Beispiel Babys oder so richtig Kleinkinder, dass die lieber ganz regelmäßig, also in kurzen Abständen den anderen Elternteil sehen sollen und dafür halt dann häufiger wechseln.
Und umso älter die werden, desto mehr kann man sich zum Beispiel in Richtung Wechselmodell orientieren, dass man auch mal eine Woche den einen Elternteil nicht sieht und eine Woche mit dem anderen Elternteil lebt.
Das funktioniert aber erst ab einem bestimmten Alter.
Nun ist es aber so, wenn du dein Kind nur einmal die Woche siehst, also er sieht sie halt immer einen Tag unter der Woche und dann hätte er sie jedes zweite Wochenende zusätzlich.
Dieser eine Tag bricht weg, dann ist da ja eine Lücke von zwei Wochen und das kann das Kind nicht verarbeiten.
Also sie kommt da gar nicht mehr hinterher, hat sich quasi auch ein bisschen entwöhnt, ist wieder total an Mama gewöhnt.
Und wie willst du ihr das denn erklären?
Es geht ja jetzt nicht darum, dass ich diese Tage entlastet haben möchte oder zurück haben möchte.
Es geht ja darum, dass sie regelmäßig den Kontakt hat, damit sie da nicht mehr so verwirrt ist und einfach gut damit zurechtkommt.
Und vielleicht auch, um sein Zuhause irgendwann als ihr Zuhause so ein bisschen zu sehen.
Das funktioniert leider so gar nicht.
Das kann halt auch nicht funktionieren, wenn man es halt so hekackig ist.
Aber vor allem diese Verwirrung finde ich die, die tut einem so in der Seele weh, als Mama das zu beobachten.
Vor allem weil sie ja, es ist ja auch so schwierig zu fragen, was das Kind an der Stelle möchte.
Weil eigentlich ist das Kind ja noch viel zu klein, um das zu wissen.
Also diese Verantwortung liegt einfach bei den Eltern.
Und es kann auf jeden Fall passieren, dass das Kind dann irgendwann sagt, ja, ich will nicht mehr in dem einen Moment.
Und zwei Tage später, ich will jetzt aber doch wieder zu Papa.
Und dann hat man es vielleicht auch mal, dass es sich danach gerichtet, was das Kind jetzt eben gesagt hat.
Weil bei einem selber ist die Verwirrung ja auch so stark da.
Und im nächsten Moment kommt dann aber eben wieder, ach, ich will doch wieder zu Papa.
Und man denkt so, ey, das ist so eine verzwickte Situation für die Person, die das alles managt, die es aber eigentlich gar nicht alleine zu managen hat.
Also das ist so mies, finde ich.
Dies, finde ich, diese Verantwortung dieser einen einzelnen Person, und das ist ja meistens die Mutter, alleine zuzuschieben.
Das ist gerade mein Rent irgendwie. Ich kotze gerade ab.
Es ist halt mental auch so ermüdend.
Extrem.
Man ist die ganze Zeit irgendwie so, oh, es klappt seit drei Monaten richtig gut.
Und dann kommt wieder so eine Situation, wo er sie einfach wieder drei Wochen nicht sieht.
Und ich denke mir so, das kann nicht wahr sein.
Du hast gerade all unsere Arbeit zunichte gemacht.
Also ich kann mal noch mal zu der Situation erzählen.
Ich hatte von meiner großen Tochter die andere Schwester auch als Übernachtungsgast hier.
Das heißt, ich hatte meine zwei Kinder und von meinem Ex, von dem ich die große Tochter habe, die Tochter hat auch hier übernachtet.
Und morgens konnte ich dann halt meinen Kopf nicht mehr bewegen.
Und dann habe ich versucht, den Vater von der Kleinen anzurufen, weil ich ihm Bescheid sagen wollte, dass ich einen Notfall habe.
Aber er ist halt auch noch nie gekommen, wenn irgendwas war.
Und dann habe ich den Vater von meiner großen Tochter angerufen, dass er quasi seine Tochter wieder abholt, die kleine.
Und er hat dann aber sich auch um meine kleine Tochter gekümmert.
Und das ist halt so krass, weil da funktioniert das ja total gut.
Und da haben wir diese Patchwork-Family.
Und auf der anderen Seite dann dieser Vater, der da immer schnell so nicht richtig verfügbar ist.
Und das war schon traurig mit anzusehen, dass mir der Vater von der Großen zur Hilfe kommt und sich dann auch noch um ein anderes Kind kümmert, weil ihr eigener Vater das halt nicht macht.
Das hat so zwei Seiten, finde ich.
Auf der einen Seite denkt man, oh wow, richtig, richtig schön, dass er das macht.
Oder die beiden ja auch.
Also es ist ja nicht nur er, sondern auch seine Frau.
Aber ja, dann auf der anderen Seite natürlich denkt man, boah, es ist irgendwie so bitter.
Ja, ich bin wirklich froh, dass ich die beiden habe, also mein Ex und seine Ehefrau.
Weil er hat sich halt auch super gut gekümmert.
Er ist sofort hergekommen morgens dann und er hat mich auch ins Krankenhaus gefahren.
Unsere gemeinsame Tochter, die Große, die wollte bei mir bleiben in der Notaufnahme.
Und er ist dann mit den zwei Kindern irgendwie spielen gegangen und Eis essen und so.
Ich hatte dann dem Vater von der Kleinen gesagt, er könnte sich ja anbieten, dass er mir dann wenigstens unsere Tochter abends nach Hause fährt.
Also dass er dem anderen Papa das Kind wieder abnimmt.
Und da kam dann irgendwie gar nichts mehr.
Und dann meinte ich irgendwie so, ja, brauchst du jetzt auch nicht mehr.
Was aber noch heftiger war, ist, dass er sich danach gar nicht mehr gemeldet hat.
Also er hat nicht angerufen und da hat sie dann auch gefragt, was mit ihm ist.
Also warum er nicht kommt und warum er sich nicht meldet.
Und ich kann da halt auch nichts machen.
Das liegt außerhalb meiner Macht.
Das ist wirklich sehr schwierig.
Ich würde meiner Tochter niemals irgendwie den Vater entziehen.
Aber gleichzeitig das, was er macht, das macht er halt.
Und das liegt wirklich nicht in meiner Hand.
Da fragt man sich halt aber schon irgendwann so, also das ist halt nichts Halbes und nichts Ganzes.
Also sei ganz drin oder sei ganz draußen.
Was soll dieses Katz und Maus-Spiel?
Es ist mir mittlerweile wirklich scheißegal, ob ich 100 Prozent der Kehrarbeit übernehme.
Ja, weil das macht einen so mürbel.
Nicht zu wissen und immer auf Hab-Acht-Stellung zu sein,
wird es dieses Wochenende nun zum Treffen kommen, wie verabredet oder nicht.
Das ist einfach...
Das geht nicht, ganz ehrlich, da wird doch jeder dran kaputt gehen.
Und ich finde es halt für Erwachsene scheiße.
Aber guck mal, wenn man alleine in der Situation wäre, Kind ausgenommen,
würde man ja einfach irgendwann mit einem gesunden Menschenverstand sagen,
okay, pass auf, weißte was, da ist die Tür, halt die Fresse, ich will nie wieder was von dir hören.
Aber dadurch, dass da eben diese Dreifaltigkeit oder so ein Delta ist,
du entscheidest ja für jemand anderes mit.
Das macht, legt so viel Gewicht auf diese Entscheidung,
wo du dir rüberlegst, okay, wie ist es denn, wie rede ich in zehn Jahren darüber mit meiner Tochter?
Wie sind die Fragen, wie sind die Vorwürfe, die kommen, die...
Die werden kommen und die werden auch an mich gerichtet sein, das weiß ich.
Ich kenne es aus eigener Erfahrung so und ich glaube, dass ich...
Also ich habe das schon sehr viel gehört, auch, dass man als Mutter irgendwie immer einstecken muss,
was das angeht, also vom Kind. Du bist ja auch die einzige Person, die da ist,
an die ein Schwärde gerichtet werden kann.
Und irgendwas hast du ja falsch gemacht, dass mein Vater sich nicht mehr richtig um mich kümmert.
Und ja, das ist heute auch das Thema der Folge eigentlich.
Wir wollen mit euch so darüber sprechen, ist es nicht eigentlich besser,
vielleicht sogar die Verantwortung alleine zu tragen, als wenn man da so einen halbherzigen Vater hat,
der sich nicht richtig kümmert? Macht es das nicht alles leichter?
Und wenn man diesen Patchwork-Dream nicht leben kann, dann wäre es vielleicht auch eine Option,
wenn du einfach gehst, entscheide dich, geh einfach und lass mich mein Ding machen
und lass mich in Frieden leben, so, ne?
Der Patchwork-Dream.
Patchwork-Family-Dream.
Also ich kann nur sagen, Co-Parenting in jeglicher Form ist schwierig,
aber ich habe ja eine funktionierende Patchwork-Familie mit dem Vater und der Ehefrau,
mit dem Vater meiner großen Tochter und seiner Ehefrau.
Und wir organisieren uns supergut über Kalender und wir sprechen uns ab,
wir sprechen über auch so Probleme, die wir sehen, die das Kind vielleicht auch mal hat,
so Struggles in der Schule oder um was macht sich das Kind Sorgen
und dann auf der anderen Seite mit dem anderen Kind bin ich einfach alleine erziehend
und habe so einen jemanden, der eher ein Babysitter als ein Vater ist, ne?
Ja, ich meine, das ist halt auch ein Zeugnis dafür, dass Familie und Kinder großziehen,
das ist einfach ein Teamsport. Es ist einfach so.
Ich finde, das auf die Schultern von einer einzigen Person zu legen,
ich weiß nicht, der größte Trugschluss der Gesellschaft,
ich meine auch von zwei Personen, ja, gehen wir mal von einer in Anführungsstrichen normalen Familie aus,
ist einfach crazy. Also wenn du normal berufstätig bist
und dem nachkommen willst, was für die Kinder zuträglich ist, sei es nur an Hobbys und keine Ahnung,
Haustiere, ein gutes Familienleben irgendwie zu schaffen,
ich glaube, also wo ist dieses Dorf, von dem alle reden, ne?
Ja, man muss sich ein Netzwerk aufbauen, das ist absolut klar, aber ja,
vielleicht, jetzt bin ich mal wieder vom Thema ab.
Naja, ne, finde ich schon richtig gut, also dieses It takes a village, aber wo ist das Dorf, so verdammt, ne?
Also kann mir das mal einer sagen. Wir sind hier halt auch wirklich nicht in der besten Situation,
in der Großstadt, so in Berlin. Ich finde, das ist schon alles so sehr anonym,
alles ist sehr weitläufig auch von den Wegen und so, ne? Wenn man zum Beispiel Familie hat
und ich finde, Berlin ist jetzt auch nicht die kinderfreundlichste Stadt,
ich glaube, Deutschland ist sowieso nicht super kinderfreundlich im Ländervergleich jetzt so europaweit.
Wenn ich da jetzt zum Beispiel in den Süden gucke, also überall sind Kinder einfach lieber gesehen als bei uns so
und das ist schon krass, wenn man das dann so ganz alleine macht.
Und bei dir ist es ja quasi noch mal eine dritte Perspektive, weil wir haben in meiner Familie,
mit meinen zwei Kindern zwei verschiedene Perspektiven, wie es laufen kann oder wie es nicht laufen sollte.
Und dann haben wir mit dir eine dritte Perspektive, weil du es immer alleine gemacht hast.
Das heißt, es gab den Vater, der das Kind bis zu einem gewissen Zeitpunkt gesehen hat,
aber nie mit Übernachtung, nie mit echter Betreuung.
Ja, auch immer viel in der Babysitter-Position, da aber auch extrem unsicher.
Und du hast ja auch alleiniges Sorgerecht, ne?
Ja.
Das ist auch noch mal irgendwie ein Unterschied.
Du triffst halt tatsächlich auch alle Entscheidungen alleine und musst niemanden fragen.
Und das ist, das stelle ich mir unglaublich schwer vor.
Gleichzeitig sehne ich mich natürlich manchmal auch danach, das mit der Kleinen einfach alles alleine zu machen.
Aber man, ja, kannst du ja mal ein bisschen erzählen.
Das ist ja schon nicht einfach auch, das alles alleine zu machen von Anfang an.
Ja, das war immer die Frage, die ich mir gestellt habe.
Also ist es einfacher, wenn ich alleine bin?
Aber wie unfair ist es dem Kind gegenüber, das jetzt einfach zu entscheiden?
Und dann aber genau, was ich auch schon gesagt habe, mir war klar,
ich will diese Beziehung stärken und diese Beziehung aufbauen vor allem.
Und das habe ich so drei, vier Jahre versucht und bin halt irgendwann daran, ja, gescheitert, kaputtgegangen.
Ich weiß nicht, wir haben schon mal gesagt, ich habe das schon mal so genannt und dann meintest du,
nee, so gescheitert bist eigentlich nicht du, sondern er.
Das stimmt natürlich ein Stück weit, aber es fühlt sich für einen selber trotzdem an wie ein Scheitern.
Und ja, einfach diese Vorwürfe, die man sich nicht machen lassen will.
Also ich habe mich da ja einfach lange reingehängt und ich finde schon, dass drei, vier Jahre echt eine Zeit ist.
Dann wurde natürlich Corona auch ausgenutzt, um zu sagen, na ja, man kann sich ja gerade auch gar nicht treffen,
wodurch das so ein bisschen noch mehr ausgeschlichen ist als vorher ja überhaupt gut war.
Es gab eine Phase, die war tatsächlich stabiler und dann ja kam nochmal Corona dazwischen gebrettert.
Das kam ja günstig.
Ja, kam günstig, aber ja, auch da frage ich mich so, hätte ich intensiver das einfordern müssen auch,
auf der anderen Seite ja, ich hatte überhaupt keine Kraft dafür.
Das fand ich wahnsinnig anstrengend.
Ja, du hast dich ja auch die ganze Zeit zu 100 Prozent um ein kleines Kind gekümmert.
Ja, wo soll die Kraft noch herkommen, sich um den Ex-Partner zu kümmern, dass der sich mal sortiert kriegt?
Und auch gearbeitet.
Ja.
Und irgendwann hatte ich mal so die Schnauze gestrichen voll, da hat er mir kurzfristig abgesagt.
Und dann meinte ich, ja gut, aber ich habe jetzt hier einen Termin, ich habe jetzt hier einen Babysitter organisiert.
Ich habe dann jemandem Geld geschickt, das war alles abgesprochen, ihm das als Beweismittel gegeben, geschickt auch
und gesagt, so, ich kriege jetzt dieses Geld von mir, von dir, du hast halt einfach deinen Termin verpasst
und ich musste eine andere Lösung finden.
Ja, verständlich.
Das war auch so ein Schlochruf.
Man fühlt sich aber auch die ganze Zeit provoziert, so, ne?
Ja.
Man ist so hilflos und so machtlos und man denkt die ganze Zeit, man hört dieser Mensch auf mich zu provozieren,
so, ich will doch gar nichts mit dir zu tun haben, hol sie doch einfach ab und lass mich in Frieden.
Ja, naja, und dann fragt man sich aber halt auch immer wieder, was macht es mit den Kindern, ne?
So, ich meine, am Ende sind die Väter halt auch Vorbilder für die zukünftigen Partner,
und dann werden die Kinder dann heterosexuell werden.
Manchmal denke ich mir, ah, meine Tochter wird lesbisch.
Ey.
Einfach, ich schwör's dir, das geht mir auch so.
Meine andere Freundin und ich haben ja letztens darüber gesprochen und dann saß meine große Tochter neben uns
und dann haben wir gesagt, so, ist auch okay, wenn du dich in eine Frau verliebst, nur dass du Bescheid weißt, so.
More than welcome.
Ja.
Ja, da an der Stelle haben sie auf jeden Fall die besseren oder meine Tochter hat das bessere Vorbild, würde ich behaupten.
Aber gut, dass du das nochmal angesprochen hast, auch mit diesen Vorbildern, weil so, wenn ich jetzt in meiner Kindheit gucke
und dieses Verlassenwerden vom Vater und dass man sich so sehr wünscht, dass man gesehen wird und dass man wichtig ist
und der muss doch auch an mich denken und so, das macht ja was mit einem, das macht was mit diesen ganzen Bindungsmustern,
über die wir auch in unserer anderen Folge gesprochen haben, das beeinflusst die Bindungsmuster
und man wird im Zweifel dann ängstlich klammernd und möchte gefallen und jagt etwas hinterher, irgendeiner toxischen Beziehung.
Das ist, natürlich denkt man sich dann, das ist ganz schön schädlich, so was hier gerade abläuft, weil mein Kind, meine Tochter dann auch solche Muster entwickeln könnte.
Und man kann nichts dagegen tun. Wir können nichts dagegen tun.
Ja, außer damit eben bei sich selbst aufräumen, aber dann stellt man sich halt auch die Frage, okay, ich war noch nicht so weit, bevor ich Kinder bekommen habe.
Was mache ich jetzt damit? Also man könnte sich ja nach dem Motto, ja, damit in eine Therapie begeben können, um seine Beziehungstraumata oder seine Kindheitstraumata aufzuarbeiten.
In der Realität machen das ja die wenigsten und man muss auch dazu sagen, Kinder drücken ja oft auch erst diese Knöpfe, bei denen dir bewusst wird,
ah, okay, da habe ich scheinbar doch ein Thema. Ach so, da, mhm, ja. Ich wusste das vorher auch nicht, es hilft nicht. Vieles ist einem nicht bewusst so.
Was hast du das Gefühl, was macht das mit deiner Tochter, dass du so mit ihr das so alleine machst und beschäftigt sie das noch viel?
Also ich glaube, es hat sie viel beschäftigt, als sie in die Schule gekommen ist, weil da viele Kinder auch nachgefragt haben oder meinen damaligen Partner auch für ihren Papa gehalten haben.
Wusstest du, dann hieß dein Papa, hol dich ab und sie immer vehement gesagt, das ist nicht mein Papa.
Oh man, Kinder sind so loyal, ne? Ja. Da dann auch noch so eine Loyalität vorhanden ist.
Ja, es könnte auch natürlich einfach ein Antiverhalten, meine Partner gegenüber gewesen sein, also der ist es nicht. Das wollte ich mal klar sagen.
Ja, aber das Antiverhalten wahrscheinlich, damit sie dich für sich alleine hat, nicht gegen ihn als Person. Ich glaube, da hätte dann jeder stehen können.
Ja, ja, glaube ich auch. Das ist dann eher so, okay, ich bin mit Mama alleine, wir machen das immer allein und es gibt nur uns zwei.
Okay, naja, aber die Fragen der Kinder, das war für sie schon komisch und auch so ein bisschen unverständlich, weil warum fragen die das?
Und sie hat glaube ich zu dem Zeitpunkt dann auch gemerkt, ey, ich habe auch keine Antwort darauf. Ich weiß nicht, warum der nicht da ist.
Ich hatte halt Sorge, also ja, das hat sie mit mir mal angesprochen, aber sie ist jetzt auch nicht so ein Redetyp irgendwie.
Also ich komme da sehr schwer an sie ran und kann solche Themen schwer mit ihr besprechen, aber wenn sie mal nachgefragt hat, habe ich halt schon versucht, einfach ehrlich mit ihr zu reden.
Also nicht im Sinne von, ja, der wollte dich halt nicht, das hat er von Anfang an klar gemacht übrigens, dass du es mal weißt, sondern eher im Sinne von, ich weiß das leider auch nicht und ich bin wütend darüber und du darfst auch wütend darüber sein, dass der nicht da ist.
Aber es war eigentlich für mich war diese Gespräche waren viel mit Hilflosigkeit auch verbunden, so weil ich weiß es ja wirklich nicht, warum er, ja, warum der nicht da ist. Also was war es ihm da, warum ihm da dieses Verantwortungsbewusstsein fehlt oder?
Ich glaube Hilflosigkeit beschreibt das Alleinerziehendsein und wenn sich der Vater dann abwendet, wirklich am allerbesten. Ich kann mir vorstellen, dass es so vielen Frauen so geht.
Dieses Gefühl von Hilflosigkeit oder es gibt ja auch Peter, die sind da, aber und die haben dann auch Sorgerecht, aber die stellen sich bei zum Beispiel, was weiß ich, medizinischen Fragen extra die ganze Zeit quer, nur um es der Mutter heimzuzahlen, die dann extra halt die ganze Zeit dagegen schießen und extra sagen, nein, das machen wir nicht so und du kannst nichts tun.
Und du weißt, es geht dem Vater nicht in erster Linie um diese medizinische Frage, sondern es geht wirklich darum, den Ex oder die Ex dann fertig zu machen.
Ja, ja, stimmt, den kenne ich auch aus der Familiengeschichte.
Es ist so furchtbar, also man ist wirklich hilflos auf allen Ebenen, ne?
Schön auch auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, so, ne?
Ja, ich würde gerne nochmal auf dieses Patchwork-Thema kurz eingehen.
Ja, klar.
Weil es ist ja auch so, ich erzähle immer die ganze Zeit davon, als ob das alles so nur toll ist und nur einfach ist und so, ne?
Ich habe so das Gefühl, dass da zum Beispiel, dass das halt auch wirklich viele Jahre gedauert hat, bis wir an diesen Punkt kommen konnten und es gibt auch immer noch zwischendurch mal Reibungen, ne?
Aber ich glaube, es muss so im Kernklick gemacht haben, dass man auf einer Welle schwimmt und wie man sich organisiert und dass man sich daran hält.
Zum Beispiel, wenn du jetzt auf deiner Arbeit einen Prozess aufsetzt oder so, dann muss der gelebt werden von allen, damit es halt immer funktioniert.
Ja, klar.
Genau, und wenn jetzt nur zum Beispiel der Wille da ist, ich betreue mein Kind und ich mache mit und keine Ahnung, dann reicht das halt auch nicht für dieses Co-Parenting-Ding.
Ja.
Aber irgendwie muss jeder seine Aufgabe kennen und das war zum Beispiel bei uns hat es auch einfach länger gedauert.
Also der Vater meiner Großen hat sich immer viel gekümmert, aber so was wie halt Arzttermine und so was, das lag alles bei mir, bis ich da irgendwann wirklich auch mal auf die Barrikaden gegangen bin und gesagt habe, ich mache das nicht mehr alles, kümmere dich selbst drum.
Oder bitte.
Aber auch das ging ja wieder von dir aus.
Ja.
Also man muss immer immer immer immer pushen.
Ja.
Ich weiß auch nicht, ob das alles so geklappt hätte, wenn er nicht eine Frau kennengelernt hätte, die ihn auch dabei unterstützt hat und die selber ja auch einfach als Frau diesen Struggle kennt.
Sie hat also zwar jetzt erst auch eine vierjährige Tochter und als sie meine große Tochter kennengelernt hatte, hatten die noch kein Kind.
Aber wenn er jetzt zum Beispiel eine Frau kennengelernt hätte, die total gegen die Ex-Partnerin schießt oder so, dann wäre das ja auch nie was geworden, weißt du?
Und wir Frauen untereinander, wir kriegen das dann halt auch immer ganz gut hin, so die Sachen zu organisieren.
Wenn wir halt sehen, da ist zum Beispiel bei ihm keine Kapazität gerade da oder so, ne?
So dann übernimmt sie halt auch nochmal was.
Also da ist ja einfach noch so ein weiteres Zahnrad mit im ganzen System.
Ja, aber das ist ja glaube ich schon wieder dieser Dorfgedanke.
Ja.
Ja.
Ja, es ist immer irgendjemand da, der dann an den und den Termin denkt.
Man muss dazu sagen, ich bin auch supervergesslich, mir gehen auch Dinge unter.
Aber wenn sie halt zu 100 Prozent an dir kleben, diese ganzen Aufgaben, dann gehst du auch unter, ne?
So dann, wenn man dann sowieso eher noch so ein vergesslicherer Typ ist, dann ist es ja alles, weißt du, dann kriegst du es ja gar nicht mehr hin.
Und so ist es halt immer, ja, hey, hast du daran gedacht oder hast du daran gedacht?
Und ich hätte niemals zum Beispiel erwartet, dass der Vater von meiner Großen irgendwann so, zum Beispiel so gut organisiert wäre, wie ich jetzt was so Aufgaben angeht.
Wir kriegen abends keine Ahnung, die von der Lehrerin eine E-Mail und dann steht da drin dann und dann Klassenfahrt und dann und dann dies und das.
Und ich will eine Stunde später die Termine eintragen und sehe, dass die schon in unserem gemeinsamen Kalender sind und denken so, wow, wie geil.
Next Level.
Das ist wirklich nochmal so eine neue Stufe, die wir erreicht haben, die ich wirklich ultra gut finde.
Und da ist so eine Sicherheit da, ne? Auch für mich. Ich weiß einfach, dass meine Tochter sicher ist, dass wir alle an einem Strang ziehen,
dass wir, selbst wenn wir immer unterschiedliche Meinungen haben, dass wir immer Kompromisse finden, um die Dinge zu regeln.
Und da komme ich dann auch nochmal dazu, wenn ich jetzt, weiß ich nicht, wenn mir was passieren würde und ich nicht mehr wäre, dann wüsste ich sie in trockenen Tüchern so.
Ich weiß, sie ist in Sicherheit, weißt du?
Die Haltung bei ihm ist aber auch eine andere, ne? Also dieses, ich möchte mein Kind sehen, warum kann ich es dort nicht sehen?
Das wird ja auch ab und zu diskutiert. Und das ist aber auch die Haltung, die es braucht.
Ja, genau. Also wenn man zum Beispiel irgendwie mal außerplanmäßig was machen will und das passt dem anderen gar nicht, dann kann das auch schon mal unangenehm werden.
Also dann ist es halt so, ja, aber dann kann ich sie doch dann und dann, weißt du? Also das hatten wir auch schon.
Und ich finde es aber so viel besser, dass wir darüber streiten müssen, als darüber, ob er sein Kind sehen möchte.
Und das tut mir halt bei meiner Kleinen einfach so extrem weh. Ja, sie ist einfach, sie ist da nicht sicher gebunden.
Und ich denke mir immer, sie sieht die ganze Zeit, was für einen tollen Vater ihre Schwester hat.
Ja. Und das Witzige ist, sie nennt den Vater von ihrer Schwester auch beim Namen, aber davor halt Papa. Papa so und so, weißt du?
Also das ist schon krass. Und ich merke halt in ihrem Verhalten, dass sie sehr auf Männer fixiert ist.
Das macht mir manchmal natürlich auch schon so ein bisschen Sorgen, dass sie halt gerne die Partner von meinen Freundinnen mag.
Das ist dann egal, dass meine Freundin zu Besuch kommt. So Hauptsache der Partner ist auch dabei.
Ob sie sich immer dann in dem Moment halt so einen Ersatzpapa suchen würde.
Also vielleicht interpretiere ich in der Hinsicht einfach zu viel rein und sie kommt einfach gut mit Männern klar.
Man kann ja auch einfach Männer mögen. Ja. Echt?
Naja, vielleicht.
Es ist auf jeden Fall was, was ich nicht ändern kann und was mir unglaublich weh tut und wo ich einfach auch Schuldgefühle habe,
weil so wie du vorhin gesagt hast, dass man dann denkt irgendwie, warum habe ich denn überhaupt so eine Entscheidung getroffen und mit dem ein Kind bekommen?
Aber ja. Wir waren drugged von unserem Hormoncocktail. Ja. Von unseren eigenen Bindungsproblemen irgendwie auch beeinflusst.
Ja, jetzt habe ich dich aber auch irgendwie so ein bisschen rausgebracht. Du hattest ja auch gerade erzählt, wie sie sich so damit arrangiert hat.
Und auch mit deinem letzten Partner, dass sie da auch nicht so wollte, dass er als Vater angesehen wird.
Ja, ich glaube für sie war das schwer, das Konzept Beziehung und Mama nicht für sich alleine haben.
Dadurch, dass es ja irgendwie so lange, ja seit Stunde Null halt einfach so war, glaube ich, ist für sie sehr schwer verständlich.
Gab auch den Moment, wo ich mal gesagt habe, ja die Person, die ist quasi mein Partner und die ist für mich da und die ist für dich da.
Und wir sind quasi eine kleine Familie und das hat einfach nur Fragezeichen hervorgebracht.
Echt, ja? Ja. Krass. Wie ist es denn für dich? Konntest du ihn denn irgendwie als Vaterersatzfigur reinlassen?
Das genau, das ist auch so ein sehr, ein schwieriger Punkt, weil ich aus sehr viel, also dieses Mindset, ich muss alles alleine schaffen.
Und ich kann doch niemandem, der von extern jetzt so reinkommt, auch wenn ich die Person schon sehr lange kannte vorher, ja, also diese Verantwortung mit aufbürden.
Also es ist für mir sehr, sehr schwer zu sagen, pass auf, du hast jetzt das Kind, das ist dein Nachmittag und ich mach mal, keine Ahnung.
Also für mich hat das nicht, das hat für mich nicht zusammengepasst, weil die Verantwortung nicht bei der Person lag in meinen Augen.
Und das hat sehr, sehr lange gedauert, dass ich es geschafft habe, diese Verantwortung so abzugeben.
Aber ich glaube, das war auch eher aus einer, das klingt vielleicht auch gemeint aus einer Not heraus oder aus einem, ja ich muss das jetzt so machen,
weil sonst kann ich bestimmte andere Anforderungen nicht mehr leisten.
Aus Meinswirts konkret?
Genau, also es ist, dass ich sie dann abgegeben habe, ist aus einer Situation entstanden, die, oder sagen wir so aus einem unglücklichen Umstand, vielleicht eher.
Und zwar war das so, ich war ja in der Selbstständigkeit, hatte mich getrennt und der Ex-Partner hat aber trotzdem seine Hilfe angeboten und gesagt,
ich bin trotzdem für euch da, für deine Tochter da und so.
Und dann habe ich, ich glaube, vier beide haben dann ein Gespräch geführt, wo es darum ging, wie kann ich das organisieren, wie mache ich das am besten.
Und dann habe ich tatsächlich, was heißt das eigentlich, dann habe ich das angenommen, was er gesagt hat und zwar habe ich ihm angeboten,
dass er vielleicht zwei Tage in der Woche am Nachmittag meine Tochter betreut.
Ja.
Und das hätte ich aber vorher, habe ich alles komplett bei mir gesehen einfach.
Ich glaube, das konntest du in dem Moment aber nicht mehr, weil du auch weißt, dass es nicht richtig ist. Weißt du, was ich meine?
Wenn die beiden eine Beziehung haben, selbst wenn es nur der, ich sag mal, fast Stief, fast Ex-Stiefvater ist, dann ist das ganz wichtig,
das ist ja dann auch irgendwie logisch, dass diese Beziehung weiter aufrechterhalten wird, die über Jahre stattgefunden hat, zumal er ja auch irgendwie immer mit dem Wilde war, ne?
Ja, wir haben jetzt nie zusammen gewohnt oder so, aber ja.
Genau.
Genau. Na ja, ich habe aber auch gut, jemand kann Hilfe anbieten, die kann ich annehmen, wenn ich sie brauche, aber nicht, dass da wirklich so eine stringente Regelmäßigkeit vorherrscht.
Das hätte ich ja nicht machen müssen, sage ich jetzt mal.
Aber es geht ja nicht um Hilfe, es geht ja um Umgang. Also es geht ja nicht um die Hilfe für dich dann quasi, sondern es geht ja um Umgang für das Kind.
Aber so fühlt es sich halt die ganze Zeit für mich an.
Ja, ich kann das komplett verstehen, aber halt auch, weil du ja auch in so einem Muster quasi so ein bisschen gefangen bist, wegen dem, was mit dem Vater deiner Tochter passiert ist.
Und dieses halt alleine schaffen, was du ja gerade auch schon beschrieben hast, aber dieser Umgang ist ja irgendwie für ihre Entwicklung wichtig. Also solange sie das möchte, weißt du?
Ja.
Wenn man dann halt merkt irgendwie, sie will es irgendwann halt nicht mehr, man weiß ja auch nicht, was jetzt in der Pubertät kommt oder so, das kann sie dann selber entscheiden.
Aber so ist es glaube ich erst mal gut, wichtig, richtig, dass man das so macht.
Ja.
Auf einmal steht man wieder vor dieser Situation, ne?
Ja.
Was ist das?
Das stimmt, das stimmt, das ist sehr ähnlich. Nur, dass jetzt jemand auf der anderen Seite steht, der sagt, ich möchte das gerne und auch Alternativtermine anbietet.
Ja.
Wenn mal was nicht so hinhaut.
Ja, voll. Eigentlich ist das auch krass, dass da ein Mann ist, der biologisch mit diesem Kind nichts zu tun hat und der halt dieses Interesse halt bekundet und sagt, ich möchte weiter dieses Kind, was ich auch hab, aufwachsen sehen, weiter sehen können.
So, ne? Unabhängig von unserer Beziehung. Ich meine, das ist ja eigentlich das, was man sich von dem Kindesvater so sehr gewünscht hätte für das Kind. Kann, wenn es gut läuft, was Heilsames haben für deine Tochter.
Ja, ja, das stimmt. Hoffen wir es mal.
Ja, also du hattest ja auch mal gesagt, dass so Abgeben an sich schon schwierig war.
Genau, darauf wollte ich jetzt auch zu sprechen kommen, dass, also als wir das noch nicht so gehandhabt haben, war es für mich immer so, ich brauchte von extern einen Anlass, um für mich recht vor mir selbst rechtfertigen zu können, dass es in Ordnung ist, meine Tochter abzugeben oder jemanden um Hilfe zu binden.
Das heißt, es war so was wie ein Geburtstag oder ein anderer wichtiger Termin, der nicht in die normale Kita-Betreuungszeit fällt, wo ich die, ja, wo ich sie dann quasi abgegeben habe.
Und das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass ich mir selbst kaum Freiräume schaffe oder wenn, dann sind die auch irgendwie mit einem nicht so guten Gewissen verbunden.
Und ich bin mir noch nicht so ganz klar, ob das an meiner Organisationsunfähigkeit so hängt oder ob es dann, wenn ich sie zum Beispiel nicht habe, jetzt ist es ja regelmäßig so, dass sie zum Beispiel auch einmal die Woche bei meinen Eltern übernachtet, das ist schon seit der Schule so.
Das ist auch ein tolles Arrangement auf jeden Fall. Aber angenommen, das ist mal spontaner. An dem Tag weiß ich schon immer ungefähr, okay, ich kann den und den fragen, aber manchmal halt auch nicht.
Zum Verabreden meinst du?
Zum Verabreden, genau. Wenn ich jetzt spontan meine Tochter nicht habe, weil, weiß nicht, manchmal kommt es ja doch irgendwie so, können wir sie ausleihen, wir wollen das und das machen oder Freundin XY will sie sehen, dann bin ich schon immer so,
okay, was stelle ich jetzt mit mir an? Wen kann ich jetzt fragen? Was mache ich jetzt am besten?
Also du meinst, du bist nicht ganz sicher, ob das dein fehlendes Organisationstalent in dem, der Selbstorganisation ist oder ob das Selbstsabotage ist, ich bleibe lieber mit ihr zusammen, damit ich mich nicht damit befassen muss, was ich mit mir machen könnte jetzt, wenn ich alleine bin.
Ja, weil ich glaube, dann muss ich mir eben auch die Frage stellen, wer bin ich ohne mein Kind? Darüber bin ich mir zum Beispiel auch überhaupt nicht klar.
Was mache ich ohne mein Kind eben? Ich stelle mir dann vor, weiß nicht, also nicht unbedingt, dass ich mir vorstelle, anders, ich fange anders an.
Es gibt Situationen, weiß nicht, durch Serien ausgelöst oder durch Geschichten von Freunden ausgelöst, eine große Sehnsucht zurück ins alte Leben.
Also wer war ich vor dem Kind? Und da habe ich gedacht, okay, ich war viel feiern, ich habe studiert, ich habe ja aber auch gearbeitet, ich habe irgendwie einfach mein Leben gelebt, ohne groß nach links oder rechts zu schauen scheinbar.
Aber wenn ich mir jetzt so vorstelle, ja, dann gehe ich halt einfach mal in den Club oder so oder ich gehe halt mal aus, dann stelle ich mir die Abende ganz unbefriedigend und leer vor.
Ja, so. Also ich mit meiner Vorgeschichte finde, es hört sich eigentlich ganz gut an, dass ich das dann leer anfinde.
Ja, obwohl ich gleichzeitig aber auch so dieses Tanzen gehen, ich vermisse das richtig.
Ja, ich hatte ja vorhin, bevor wir aufgenommen haben, schon mal so kurz geäußert, dass ich vermute, dadurch, dass du das ja so die ganze Zeit ganz alleine gemacht hast und jetzt über zehn Jahre,
dass man sich dann wirklich so richtig entwöhnt von dem Gedanken, ein Individuum zu sein mit eigenen Bedürfnissen und eigenen Hobbys und sowas,
weil man sich dann halt wirklich die ganze Zeit um dieses, also man hustelt halt, so Arbeit, Kind, Arbeit, Kind, Arbeit, Kind.
Arbeit, Kind, Partnerschaft, ja.
Und wenn man dann frei hat, dann, ich muss ja noch den Haushalt machen und ich habe da ja, also ich habe da ja nicht die gleichen Erfahrungen wie du,
weil ich ja immer irgendwie Freiräume hatte mit beiden Kindern und habe mich immer viel zu doll auch selber genossen und die Zeit mit mir alleine.
Ja, aber auch zu Recht, das ist dann aber auch so ein Revenge genießen oder?
Ja, bei mir auf eine ungesunde Art und Weise und bei dir findet das dann eher halt fast gar nicht statt, was auch irgendwie eine ungesunde Art und Weise ist,
also da, man muss da irgendwie die Mitte finden, dass man sich was Gutes tut und irgendwie noch man selbst ist halt und man das genießen kann, wenn das Kind weg ist und sich nicht schuldig fühlt und so.
Ich kann mir richtig vorstellen, wie schwer das für dich ist, weil du sie halt einfach so gut wie immer um dich herummachst und wirklich alles halt auch alleine organisierst,
dieser Mental Load, der liegt ja auch bei dir alleine.
Ja, als meine Tochter ganz klein war, so Kleinkindalter, hatte ich sogar eher Angst, sie abzugeben, weil ich wiederum Angst davor hatte, dass ich sie eventuell nicht wieder haben will oder dass ich mich sträube dagegen, wieder in diesen Stress reinzugehen.
Jetzt ist es natürlich mit einem Kleinkind auf jeden Fall noch mal anders als mit einer Zehnjährigen, aber das fand ich, weiß nicht, als ich das neulich noch mal so reflektiert habe, habe ich so gedacht, was ist das für eine Aussage, also da schon eigentlich zu merken, okay, von Anfang an so, it's crazy, it's too much.
Ich finde es so nice, dass du das aussprichst, weil mir ging es auch immer so und ich glaube, es geht sehr vielen da draußen so und ich finde, das ist auch für andere Menschen, die das jetzt vielleicht hören, selbst wenn es nur eine Person ist.
Wenn du dich genauso fühlst, dann ist es halt voll geil, so was zu hören, weil es normal ist, weil es ein ganz normaler Gedanke ist.
Ich habe Angst, dass ich den Stress nicht wieder haben will oder dass ich, weißt du, noch mehr Freizeit ohne mein Kind haben will und ich kann es komplett nachvollziehen.
Es ist halt irgendwie, es läuft so vieles so gleichzeitig. Auf der einen Seite will ich eine gute Mutter sein, aber auf der anderen Seite habe ich mich selber verloren und will mich auch irgendwo, ja weiß nicht, wiederfinden oder gerne ja wieder Sachen machen,
auf die ich einfach Bock habe. Auf der anderen Seite finde ich es auch richtig schön, mit Kindern was zu machen oder für Kinder irgendwie das.
So eine Kindertante. So eine Kindertante. Ja, das bin ich ja weniger. Ich bin halt immer so, also erstens, wenn meine Kinder, also wenn meine Kleine volljährig ist, dann feiere ich auf jeden Fall ein Fest, dass ich mit ihrem Vater nie wieder was zu tun haben muss.
Und dann stelle ich mir schon auch ein Leben danach vor, wenn die halt selber so ihre Erfahrungen machen und so und dann werde ich rumreisen, so Sachen, die ich auch vor den Kindern nicht richtig gemacht habe und verpasst habe in meinem Leben.
Und man ist ja dann auch irgendwie noch eigentlich voll jung, also weiß ich nicht, dann ist man so ja Mitte 50 oder was, da kann man ja noch immer so alles machen.
Ja. Und ich finde die Vorstellung halt dann nochmal so einen anderen Lebensabschnitt zu haben, finde ich richtig cool.
Das war auch der Grund, warum ich eigentlich jung Mutter werden wollte. Weil ich gedacht habe, so ich mache das, wenn ich jung bin, wenn ich noch die Energy habe.
Also so der Plan. Und dann bin ich quasi früh in Anführungszeichen auch wieder raus aus der Nummer. Ja, aber damit war ich ja offenbar allein.
Ja, na ja, aber so war mal eine Idee davon auf jeden Fall.
Um nochmal auf dieses so es braucht ein ganzes Dorf Ding zurückzukommen.
Ja. Ich finde es echt schade, wenn man das nicht hat und ich finde es fehlt uns an der einen oder anderen Stelle echt doll.
Und es ist irgendwie wichtig, dass man sich da versucht, wirklich selber seine Netzwerke zu schaffen unter Müttern.
Ich finde es auch wichtig, dass man die Netzwerke aufrecht erhält, die man auch ohne Kinder hat, also unabhängig von Mutter sein, damit du da auch drinbleibst.
Also für diesen vielleicht auch späteren Lebensabschnitt und so. Ich finde, dass Familie so ganz wichtig ist.
Und wir haben ja immer unsere Theorie auch, dass wir irgendwann in so einer Mama-WG zusammenleben.
Ja. Das stelle ich mir auch richtig cool vor, weil ich glaube, das würde richtig gut gehen bei uns, wenn wir so eine riesen Bude hätten und unsere Töchter sind beste Freundinnen und dann...
Das habe ich schon gedacht, glaube ich, kurz nachdem wir uns kennengelernt haben. Warum machen wir das nicht einfach?
Ja, warum machen wir das denn nicht einfach? Ja.
Man muss dazu sagen, wir wären ja nicht eine klassische Mama-WG, die sich über keine Ahnung, Kleinanzeigen zusammenfindet oder über Immobilien-Scout24 oder was?
Egal, egal. Wie stellst du es dir vor? Wir kennen uns ja. Wir sind ja wie eine Familie. Wir kennen uns seit wie vielen Jahren? Ja, fast zehn Jahre.
Ich glaube, bei uns ist so die Hemmschwelle auch mal sozusagen irgendwie, ach, bist du zu Hause? Kann ich heute Abend mal da und dahin oder dies und das so, ne?
Ich glaube, die wäre relativ gering, als wenn man jetzt einfach mit so einer fremden anderen Mutter zusammenlebt. Ich stelle mir vor, dass ich trotzdem noch sehr viel eigenen Space hätte.
Komischerweise ist das wirklich so ein Mainfaktor irgendwie so in meinem Kopf, dass ich denke, okay, ich brauche irgendwie so ein eigenes Wohnzimmer auch und so.
Dann stelle ich mir irgendwie vor, dass unsere beiden Töchter, also meine große und deine Tochter zusammen ein Zimmer hätten, so ein Jugendzimmer und so ein Kinderzimmer für meine Kleine.
Also ich stelle mir irgendwie gar nicht vor, dass meine beiden Kinder in einem Zimmer wohnen, sondern eher die Großen zusammen.
Jeden Tag kocht ein anderer oder wie es halt so passt und, ne, dass man sich halt gegenseitig auch versorgt, weil das frisst auch immer viel Zeit.
Natürlich sind dann, also wären dann ja die Großen auch schon ein bisschen älter. Was jetzt die Kleine betrifft, das bleibt ja bei mir liegen.
Aber es ist halt irgendwie immer so ein bisschen Full House. Es ist immer jemand zu Hause, es ist immer jemand da.
Es gibt immer eine Betreuung, ohne dass man das Großsetz organisieren muss. Es gibt immer was zu essen. So stelle ich mir das vor. Das ist meine Vorstellung davon.
Ja voll. Also gerade was dieses Versorgungsthema anbelangt, das ist für mich persönlich auch immer ein Struggle. Jeden Abend die Frage, was wollen wir heute essen?
Ich hasse es. Und jeden Abend die gleiche Antwort, ich weiß es nicht, ist mir egal. Und ich denke, ja mir ist es auch egal, aber nichts essen geht auch nicht.
Ich sei froh, dass du nicht zwei Kinder hast, wo das eine jeden Abend sagt Bratkartoffeln und das andere Schakshuka. Und du hast auf beides keinen Bock.
Ja, einer mehr, ein Problem mehr. Ja, ich glaube eigentlich so ein bisschen wie Joint Forces, dass man halt auch die Themen, die die Kinder gemeinsam betreffen, auch irgendwie gemeinsam bespricht.
Und dann halt quasi einfach so ein anderes Gruppengefühl entsteht und nicht so ich sage etwas meinem Kind und mein Kind kann dann damit sich überlegen, was es damit macht.
Sondern es ist klar, dass es in der Gemeinschaft haben wir das so gesagt. Guter Punkt. Weiß nicht, dass einmal bestimmte Regeln, die man zu Hause hat, dann andere Regeln, wie man vielleicht draußen rumrennt oder wie man mit Fremden umgeht oder also schon auch so ein bisschen auf die Erziehung glaube ich.
Ich glaube, das hätte voll den guten Einfluss auf die Erziehung.
Ja, in der Pubertät bin ich mir unsicher, weil unsere beiden sind schon auch, die sind jetzt schon teilweise so anti und sind dann, ich weiß noch einmal waren wir spazieren und unsere beiden Töchter sind halt einfach stehen geblieben und hatten gar keinen Bock.
Und waren dann irgendwie so meinungsstark und so durchsetzungsstark, dass wir halt auch nicht einfach weitergegangen sind. Ja und ich meine mit der Schule wird es dann so Themen geben und so.
Ja, ich glaube bei also ich weiß gar nicht, wie es so bei euch wäre, aber für mich wäre da noch mal mehr wichtig dieses extrem strenge Regelkonstrukt und ich glaube, das könnte man auch durchsetzen, dass man halt zum Beispiel sagt, ihr wisst ganz genau von der und der Uhrzeit bis dann und dann mit der Uhrzeit.
Und dann müsst ihr Hausaufgaben machen oder nur dann ist Fernsehzeit und sonst nicht und ich habe immer das, also ich glaube, es wäre auch mehr Leben im Haus.
Also ich glaube, das würde ich schön finden, irgendwie. Ja, weil man, wenn man alleine mit beiden Kindern ist, man muss kochen und so oder du jetzt alleine mit deiner Tochter bist, dann kannst du dich ja nicht immer darum kümmern, in jedem Moment, dass alles so eingehalten wird oder dass sie dann mal nicht irgendwie über ihre weiß ich nicht Screen Time
hinausgeht oder so, weil du dich ja auch noch um andere Sachen kümmern musst. Aber wenn man in so einer Gemeinschaft lebt, glaube ich, kann man so Regeln dann noch besser leben. Es funktioniert nur, wenn wir uns alle so daran halten.
Aber es soll auch mehr Freiräume schaffen. Also es wird glaube ich schon auch ein Spagat. Du meinst für uns, ja. Den einen Abend bin ich nicht da.
Naja, Regeln müssen gelebt werden, ob jetzt von der einen oder anderen Person. Also ich meine, wenn jetzt Regeln da sind und die Kinder das wissen, dann natürlich, wenn man sieht, es funktioniert gar nicht, geht man das immer wieder durch.
Aber wenn Regeln erst mal gelebt werden, dann ist es ja eigentlich alles viel einfacher. Ach so, meinst du das? Aber ja, also das kann dann auch Freiräume schaffen, oder? Ja klar. Ich meinte jetzt sowas wie, ach heute Abend bin ich doch nochmal unterwegs oder treff mich spontan. So was meine ich.
Aber wenn die Kinder wissen, um 20 Uhr haben die ihre Pyjamas anzuhaben und Zähne geputzt zu haben und sind auf dem Weg ins Bett und das wird auch immer so gelebt, dann ist das auch egal, wenn die eine Mutter nicht da ist, dann wird es ja trotzdem so gelebt.
Dass es halt immer Reibungen oder Konflikte gibt, ist klar, aber ich glaube so, ich glaube, dass solche Regeln besser gelebt werden können, umso mehr. Durch eine Gruppe auch. Ja, durch eine Gruppe, genau. Ja. Ein sehr schöner Gedanke.
Wir halten euch auf dem Laufenden, ob wir das dann so durchziehen. In der nächsten Folge hört ihr von unserem Buntzug. Ja, hat sehr Spaß gemacht heute und ich glaube, ich habe gar nichts mehr zu sagen. Nö. Dann bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Ciao.
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