Moms on the Edge

Dein Podcast für Alltags-Truecrime

#7 Zwischen Bildschirm & Realität – wie schützen wir unsere Kinder vor digitaler Gewalt?

wie schützen wir unsere Kinder vor digitaler Gewalt?

27.03.2026 59 min Moms on the Edge

Zusammenfassung & Show Notes

Wir haben uns eigentlich vorgenommen, keine schlauen Ratschläge zum Thema Alleinerziehend-sein zu geben und machen in Folge 7 trotzdem eine kleine Ausnahme.

Aus aktuellem Anlass sprechen wir darüber, wie wir versuchen, unsere Kinder im echten Leben und im digitalen Raum zu schützen. Welche Erfahrungen haben wir gemacht? Wie klären wir auf? Und wo stehen wir selbst manchmal ratlos da? Denn im Jahr 2026 ist es längst keine realistische Option mehr, Kinder komplett von digitalen Medien fernzuhalten. 

Stattdessen fragen wir uns:
Wie können wir sie stärken, ohne sie permanent zu kontrollieren?
Wie schaffen wir eine stabile Bindung, sodass unsere Kinder, auch in schwierigen Phasen wie der Pubertät, mit ihren Problemen zu uns kommen?
Immer wieder landen wir dabei beim gleichen Kern: Bindung statt Überwachung.

Gleichzeitig zeigt der Reality Check, dass unser Rechtssystem noch nicht ausreichend darauf vorbereitet ist, Kinder und Erwachsene vor digitaler sexualisierter Gewalt zu schützen. Wir sprechen darüber, warum sich viele Eltern damit allein gelassen fühlen und welche Strategien uns persönlich helfen, trotzdem handlungsfähig zu bleiben.

Für diese Folge haben wir außerdem recherchiert und konkrete Ansätze gesammelt, die helfen können, sich im Zeitalter von Social Media, KI und permanenter Vernetzung weniger ohnmächtig zu fühlen.

Und natürlich interessiert uns eure Perspektive:
Wann beginnt ihr mit Aufklärung?
Wie viel Kontrolle ist sinnvoll und wo beginnt Autonomie?

Und wie immer an alle Mamas da draußen: Ihr seid nicht allein!

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HateAid ist eine gemeinnützige Organisation, die Betroffene von digitaler Gewalt (Hassrede, Bedrohungen, Bloßstellungen) berät, psychosozial unterstützt und bei der Finanzierung von Rechtsverfolgungen hilft. Sie stärkt die Meinungsfreiheit im Netz, sensibilisiert Politik und Gesellschaft und setzt sich für strengere Gesetze sowie strafrechtliche Konsequenzen für Täter ein.

https://hateaid.org/digitale-gewalt/

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Triggerhinweis:

In dieser Folge sprechen wir über sexualisierte (digitale) Gewalt, Mobbing unter Kindern mit möglichen schweren Folgen sowie über Grenzverletzungen und Gefährdungssituationen. Die Inhalte können belastend sein, hört bitte achtsam.


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Transkript

Das allerwichtigste ist dabei, den Kontakt zu dem Kind aufrecht zu erhalten oder zu dem Jugendlichen. Dass darüber offen gesprochen wird, auch wenn es sich vielleicht erst mal falsch und noch mal wie eine zweite Entblößung anfühlt. Wir haben uns mit der Situation lange überfordert und allein gefühlt, bis wir uns kennengelernt haben. Und gemerkt haben, krass, anderen geht es echt auch so. Falls ihr gerade alleinerziehend seid und euch manchmal alles über den Kopf wächst und ihr mental struggled, dann seid ihr hier genau richtig. Wir sprechen über Tabus, über die Scham, die uns begleitet, Angst vorm Scheitern, Wut und auch Überforderung. Und über dieses ständige Gefühl, funktionieren zu müssen. Obwohl es an allen Ecken und Enden brennt. Wichtig, wir sind keine Expertinnen. Uns geht es auch nicht um Diagnosen oder schlaue Ratschläge. Wir wollen lediglich unsere Story teilen und vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle wieder. Ich bin Iri und ich bin Karo und zusammen sind wir Moms on the Edge. Ich brauche irgendwie was Lockeres gerade. Ich fühle mich so krampfig. Ich glaube nicht nur, weil ich meine Tage habe oder gerade deswegen, ich weiß nicht, da bin ich immer. Doch, doch, das wird es sein. Das ist es, 100%. Ich bin jetzt locker nach meinem Workout heute Morgen. Na ja, Workout, sag mir was. Oh Gott, das war schon wieder so ein richtiges Drama. Also wirklich ohne Sinn und Verstand. Ich habe gestern, also wir haben zwei Ratten, Pappy und Moon, unsere Lieblinge. Weil ich kann nicht noch mehr Verantwortung für größere Haustiere übernehmen. Deswegen haben meine Kinder Ratten bekommen. Immerhin, also ich wehre mich seit Jahren dagegen. Ja, zwei Ratten für meine Ratten. Genau und die haben so Hängematten und so eine, ja so Kuschelsäcke, wo die so reingehen können und sowas. Und immer wenn ich dann einmal die Woche den Käfig sauber mache, dann werden die Sachen auch gewaschen. In der Waschmaschine und da sind halt so Metallhäkchen dran, damit man das alles am Käfig befestigen kann. Und eine von diesen Metallhäkchen lag da irgendwie in der Waschmaschine. Und als sie dann gestern Abend geschleudert hat, habe ich das auch gehört, dass da irgendwas metallisch klingt. Und dachte nur, oh Gott, hoffentlich geht das gut. Ich habe dann die Waschmaschine auch nicht gestoppt. Das hat die Waschmaschine von selbst erledigt irgendwann, als sie schleudern sollte. Und dann stand da so ein Error, also da stand dann irgendwie E6. Und ich hatte gestern Abend gar keine Kraft mehr dafür, weil ich wusste, was auf mich zukommt. Ich wusste, dass wenn die jetzt nicht mehr schleudert, dann wird sie auch nicht mehr richtig abpumpen. Hattet dann nur diesen Fehler gegoogelt und habe gedacht, okay, das mache ich morgen früh, weil mir war irgendwie klar, ich muss dieses Flusensieb aufmachen, dann überschwemmt meine ganze Küche wieder. Ja, und das war dann auch meine Action heute Morgen. Ich musste das Flusensieb aufmachen. Das ist wirklich bemerkenswert, dass du das geschafft hast, aufzuschieben und gesagt hast, ich gehe jetzt pennen. Ja. Ich weiß nicht, wie ich das hingekriegt hätte. Ich weiß nicht, ich habe auch erst gedacht, kann ich jetzt so schlafen mit dem Wissen, dass vielleicht meine Waschmaschine kaputt ist und was es auch finanziell schon wieder für einen Schaden ist. Und dann habe ich mir irgendwie so gedacht, ist mir alles egal. Irgendwie konnte ich da total abschalten und dachte so, dann brauche ich halt eine neue Waschmaschine. Und das Schlimme ist, ich dachte, Hauptsache, die ist weg und es kommt eine neue rein. Und der finanzielle Schaden ist für mich jetzt gar nicht so schlimm, sondern ich will die Küche morgen nicht putzen, wenn die überflutet ist. Ich konnte einschlafen und wusste dann aber, dass ich das heute Morgen gleich als Erstes machen muss. Wann bist du denn aufgestanden? Also wir stehen immer so um 6.30 Uhr auf, wegen Schule natürlich, kennst du ja auch. Ich weiß nicht, ob das auch so eure Zeit ist. Ja, ungefähr. Und dann habe ich, ja bin ich erst mal kurz richtig aufgewacht und dann, ich glaube so 10, 15 Minuten später habe ich losgelegt. Und mein Flusensieb ist auch ganz komisch angebracht an der Waschmaschine, so ganz weit unten. Das heißt, du kannst da auch nichts zum Auffangen darunter stellen, außer so ein ganz flaches Backblech, was ich dann benutze. Bei mir war auch so. Total unnötig sowas. Ja und dann haben wir den Übeltäter gefunden. Also meine Tochter musste dann ins Flusensieb greifen und hat diese kleine Metallklammer gefunden und rausgeholt. Und dann habe ich dieses ganze Wasser abgelassen und die Waschmaschine hat dann aber trotzdem nicht mehr geschleudert. Aber irgendwann ging es dann wieder. Ich habe die ein paar Mal manuell angekurbelt, hatte mich aber auch schon innerlich damit abgefunden, dass die Schrott ist. Und dann ging sie wieder und jetzt ja unnötiges Drama und alles tippi toppi. Und ich bin eigentlich ganz glücklich und hatte heute Morgen so ein Arm-Workout in der Küche auf dem Fußboden. Ja, das ist doch mal ein sauberer Start in den Tag, würde ich sagen. Ja, das erinnert sich eigentlich nach so einem Montagsproblem an. Man muss dazu sagen, das Problem hat am Montag gestartet. Ja, stimmt. Ich glaube, Montagmorgen wäre es mir noch schwerer gefallen. Jetzt war es für einen Dienstag okay. Aber ich finde das so krass, dass so ein kleines Teilchen, wie kommt denn das da überhaupt hin? Ich habe vorhin so gedacht, wo ist denn der Ausgang? Ich meine, ja, da sind Löcher in der Trommel, aber so klein war dieses Teil jetzt nun auch wieder nicht. Ich habe mich gefragt, wo das dann durchgerutscht sein muss, aber gut, ich kenne mich auch mit so einer... Ich bin leider kein Waschmaschinenbauer. ... Anatomie von so einer Waschmaschine, nicht so gut aus. Aber die Waschmaschinen essen ja auch Socken. Also da fragt man sich ja auch manchmal, wo die sind. Das ist doch ein Mythos. Nein, das ist kein Mythos. Ich sage es dir. Ich hatte mal einen kaputten BH. Kennst du das, wenn der BH vorne kaputt ist und dann dieser Bügel sozusagen so rausrutscht? Und der ist dann in der Waschmaschine rausgerutscht und der hat dann so ganz komisch im Flusensieb gesteckt. Da habe ich mir auch gedacht, wie ist das denn da durchgekommen, das lange Teil? Aber es ist halt dünn irgendwie. Weiß nicht, in meinem Kopf ist es halt so, dass es auf jeden Fall durch diese Löcher passt. Ja, aber diese Klammer war auch recht klein. Ich finde es nur heftig, dass so ein kleines Teil dann wirklich so eine ganze Waschmaschine lahmlegen und auch kaputt machen kann. Und dann stehst du da, weißt du, dass das selber verursacht? Ja. Aber ist ja oft Haus gemacht, so was. Ja, wie war es denn bei dir? Also du hast ja gerade schon erwähnt, du bist ein bisschen krampfig. Krampfig, so ein richtiges Scheißwort. Aber krampfig jetzt auch im körperlichen Kontext, ne? Ja. Wie war deine letzte Woche? Genau, fragen wir doch mal damit an. Ja, ich glaube, die war relativ normal, ruhig, eben so ruhig, wie sie sein kann mit einem neuen Job und Podcast und Kinderlogistik zum Sport und so weiter. Da gab es, ich hatte nicht solche Vorkommnisse, wie du. Ja, ich habe das Gefühl, dass mir gerade wenig Zeit bleibt, um Dinge so richtig, ich weiß nicht, ob genießen das richtige Wort ist, aber so auszuschöpfen oder richtig da zu sein vom Kopf her für alles, was ich so machen will. Also ich versuche schon, alles zu schaffen und halt so zu schaffen, dass mir nichts hinten runterfällt. Das, was ich zurzeit am wenigsten bewusst mache, ist, mich auf den Podcast zu konzentrieren. Ja, und ein kleines Geständnis an der Stelle. Ohne dich könnte ich das hier auf jeden Fall nicht mehr am Laufen halten. Aber ich finde auch, es ist auch gerade eine gute Arbeitsteilung. Also du gehst ja auch jetzt wieder arbeiten und ich gerade noch nicht. Ja. Und ich glaube, wir sind da auch ganz gut drin, uns gegenseitig zu unterstützen. Yay. Aber es hört sich so an, als hättest du, du hast gerade gesagt, du hast wenig Zeit, um die Dinge zu genießen, aber es hört sich auch an, als hättest du actually wenig Zeit für dich so. Also für dich, für deine Bedürfnisse. Ja, ich brauche aber auch irgendwie immer sehr lange, um herauszufinden, was meine Bedürfnisse sind. Das kenne ich ja. Jemand sagt mir spontan, weiß ich meine Eltern oder so, ja, wir holen deine Tochter ab, wir keine Ahnung machen irgendwas Schönes mit ihr. Und ich stehe dann erst mal vor so einem, okay, was mache ich jetzt damit? Kann das nicht sofort für mich umsetzen in, oh cool, dann gehe ich jetzt ins Bar, oh cool, dann treffe ich mich mit Freundin XY. Oder selbst wenn ich das dann versuche, klappt es nicht so richtig, weil ich das nicht weit genug im Voraus geplant habe. Oder ja, ich komme dann immer erst mal in so einen luftleeren Raum. Aber so war das diese Woche gar nicht. Aber das ist auf jeden Fall ein Gefühl, was ich kenne. Das ist witzig, weil ich hatte gerade in der letzten Therapiestunde meinem Therapeuten erzählt, ich habe ja jedes zweite Wochenende von Samstag früh bis Montag dann Kinder frei. Und ich habe am Samstag, jeden Samstag das Ding, dass ich komplett stagniere und nur noch auf dem Sofa liege. Also ich mache mir dann auch oft noch was Gesundes zu essen, aber ich snack auch viel und dann so richtig Binge-Watchen. Also ich gucke dann eine Serie nach der anderen und ich kann mich an diesem Samstag nicht wirklich verabreden. Und wenn ich in den Supermarkt muss, dann mache ich auch so Kopfhörer mit Noise-Canceling rein, weil ich total sozial distanziert bin. Und das auch nicht möchte, dass ich irgendwie angesprochen werde oder so. Ich will dann eigentlich mit niemandem was zu tun haben. Und meistens plane ich dann für Sonntag was, weil ich dann reingefunden habe in dieses Ich bin jetzt allein und ich kann eigentlich was unternehmen. Samstag dann habe ich ja zwischen dem Serien gucken dann oft noch irgendwie geputzt oder so. Aber ich brauche auch meine Zeit, um in dieses Gefühl reinzukommen und mir alleine zu sein. Okay, da bin ich scheinbar auch nicht alleine mit. Ich glaube, das ist relativ normal, aber ich habe es vorher auch nicht so realisiert. Ja, na ja, zurück zu meiner Woche vielleicht kurz. Und zwar am Samstag hatte meine Tochter ausnahmsweise mal kein Training. Und da haben wir es uns dann richtig gemütlich gemacht mit einem Tag vor der Glotze. Ich war zusätzlich auch noch kurz vor meinen Tagen. Da bin ich eh immer ziemlich low unterwegs mit wenig Energie. Und wir haben dann abends, ja abends waren wir dann nur ganz kurz draußen, um einen Burger zu essen, obwohl ich eigentlich den ganzen Tag über schon versucht hatte, rauszugehen. Ja, weil die Sonne einfach schien, das Wetter war richtig schön. Und ich dachte so, man, ich müsste doch, wir müssten doch, man muss doch jetzt rausgehen. Aber nee, wir haben drauf gekackt und haben uns einen gemütlichen Zuhause-Tag gemacht. Ja, davon mal abgesehen, dass meine Tochter eh so ein Drinny ist. Hey, wir sind ein richtiger Drinny-Club. Also meine große Tochter ist ja auch so ein Drinny und ich bin auch so 50-50. Ich mag gern rausgehen, aber ich bin auch echt gern zu Hause. Ich bin aber auch immer froh, wenn ich dann das rausgeschafft habe. Ja, ja, das schon, ja. Weil man aber ein schlechtes Gewissen hat, warum auch immer. Ja, aber die Überwindung ist ja immer groß. Ja, das zu meiner letzten Woche, also verhältnismäßig unspektakulär. Aber ich glaube, du hast was Spannendes erlebt. Diese Folge enthält Inhalte, die für einige emotional auffühlend und psychisch belastend sein können. Daher bitten wir euch gut, auf euch acht zu geben. Die möglichen Trigger findet ihr in unserer Folgenbeschreibung. Ja, spannend, weiß ich gar nicht. Also spannend. Du hast was erlebt, Punkt. Ich hab was erlebt, ja. Willkommen zum Rant der Woche. Ich hab mal wieder einen Rant mitgebracht und ja, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich hab kürzlich bei einer Fachärztin eine, also Verdacht auf eine Diagnose bekommen bzw. zwei Diagnosen. Und das ist so in Richtung Lipödem, Lymphödem und krieg jetzt manuelle Lymphdrainage. Dafür habe ich eine Verordnung von der Ärztin bekommen und musste mir eine Physiotherapiepraxis suchen. Und eine Bekannte von deiner Mama hat ja eine Physiotherapiepraxis und ich hab das dann auch irgendwie so dankend angenommen, weil ich finde das ja auch immer schwierig, irgendwie so generell Fachärzte oder Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, kriegt halt nur super schwer so einen Platz und... Ja, man will ja auch irgendwo hingehen, wo man sich gut aufgehoben fühlt und das dann so ein bisschen über Mund-zu-Mund-Propaganda immer schon... schon irgendwie was wert. Ja, naja, jedenfalls hatte ich dann Dienstag meine erste Physiotherapiestunde. Achso, man sollte vielleicht vorab sagen, ich hab mich dort gemeldet, dann in der Praxis und dann ging aber nicht die Besitzerin der Physiotherapiepraxis ran, die ihr auch kennt oder deine Familie kennt, sondern es ging eine andere Mitarbeiterin ran und die sagte mir, dass sie selbst leider immer nur nachmittags da ist und ich kann die Physiotherapie aber nur vormittags machen, wenn meine Kinder untergebracht sind. Und dann sagte sie mir, dass es einen Mitarbeiter gibt, der vormittags da ist und dass der manchmal ein bisschen merkwürdig ist und komische Sachen sagt, aber dass der ganz nett ist und das auch ganz gut macht. Und ich war total irritiert, so, okay, das ist irgendwie eine strange Aussage, so, ja, geh doch zu meinem Kollegen, der ist zwar ein bisschen dubios, aber klappt schon. Und ich hab mir erstmal aber auch nichts dabei gedacht, ich bin prinzipiell so ein Mensch, der jetzt da keine Abstriche macht, wenn ich zum Arzt gehe oder zu irgendeiner Form der Therapie, dass ich sage, es muss eine Frau sein, sondern bin da erstmal offen und mach mir selber mein Bild. Ja, und dann bin ich da hin am Dienstag und hatte dann diesen Physiotherapeuten vor mir, der so latent schlecht gelaunt war und auch so ein bisschen, man hat so gemerkt, der hat so ein bisschen Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen. Also der war so, der hat immer ein bisschen komisch geguckt, so schlecht gelaunt und so abwertend so ein bisschen. Und dann habe ich aber gemerkt, okay, der ist aber schon mit einer bestimmten humorvollen Art, ist der so zu knacken, also der ist dann auch ein bisschen aufgelockert und war zwischendurch auch mal irgendwie, hat einen Witz gemacht oder so was. Dann aber immer wieder zurück zu diesem latent schlecht gelaunten oder latent unfreundliche, ich weiß nicht. War ein bisschen komischer Typ einfach, aber wir haben die erste Stunde durchgezogen und er hat die Behandlung auch gut gemacht. Also ich habe mich auch ganz gut damit gefühlt und dann hatte ich auch, ich hatte relativ knappe Unterwäsche an, weil das Ganze, die ganzen Beine behandelt wurden und ich dachte, okay, man muss da auch überall an diese Lymphknoten sozusagen ran und habe dann aber gemerkt, dass das auch ganz gut geht, wenn ich mir dann nächstes Mal so eine kurze Radlerhose mitnehme. Und dann war ich am Donnerstag noch mal da und habe dann auch gesagt, ja, ich habe so eine Radler mitgebracht, geht das denn mit der Behandlung? Und er war so, ja, ja, so wie du dich wohlfühlst. Dann habe ich mich umgezogen und dann ging die Behandlung los. Ja, und nach kurzer Zeit ging auch echt merkwürdige Gesprächsthemen von ihm aus. Ich weiß auch nicht, ob ich da jetzt so adäquat reagiert habe, weil ich vieles auch so ein bisschen weggelacht habe. Ich kann da mal ein bisschen erzählen. Also es fing an, dass er mir gesagt hat, ja, diese Physiotherapie, das sei ja sein Job. Und er würde da ja nie irgendwas sich Komisches bei denken. Dann habe ich noch so gesagt, ja, der Körper ist ja quasi so das Arbeitsmaterial und die Hände sind das Werkzeug in dem Sinne, einfach um da so ein bisschen einzusteigen. Weil ich auch nicht wusste, worauf er hinaus will so richtig. Also warum er mir das jetzt erzählt. Das ist ja eigentlich schon mal der erste, das erste Fragezeichen. Was erzählst du mir da eigentlich gerade? Ja, es war eine komische Situation einfach und ich habe versucht, das Ganze irgendwie so ein bisschen locker zu nehmen, dass es halt nicht so extrem unangenehm zwischen uns wird. Alleine wenn man da liegt und so massiert wird, das ist ja schon irgendwie komisch dann, wenn man so nicht weiß, was man sagen soll, dann vielleicht auch nicht antwortet und so. Naja, auf jeden Fall hatte er dann weiter ausgeführt. Mit seiner Frau zu Hause wäre ja das was ganz anderes, wenn er sie massieren würde. Das wäre ja so intim, aber er würde sich ja niemals, wenn er jemanden behandelt, irgendwie so was denken. Und ich so, okay, aha, ja, weiß ich jetzt auch nicht. Dann ging das aber auch relativ schnell über, dass er dann von einem Kollegen aus dem Studium erzählt hat, der hätte ja den Beruf nur gewählt und angefangen laut eigener Aussage, um Frauen zu begrapschen. Cool. Ich war aber auch wieder so, okay, warum erzählt er das jetzt in diesem Setting so? Dann hat er aber auch gesagt, ja, der hat sich aber auch gemacht und alles gut und so. Ich so, ja, weiß ich jetzt nicht, ob ich so gerne von dem Kollegen behandelt werden würde. Ja, fand ich irgendwie alles ein bisschen merkwürdig, was er da gedroppt hat. Auf jeden Fall hatte er dann auch irgendwie gesagt, ja, und die mussten im Studium auch Brüste massieren. Und das war ja ganz komisch. Dann haben sie bei den Frauen, die Frauen haben so Nippelpads draufgemacht oder Nippelkleber. Und das musste er aber danach nie wieder machen. Und das war ja so komisch, da dann so an der Brust zu massieren. Und dann habe ich gesagt, ja, das ist ja auch eine intime Zone. Also wenn ich jetzt zum Beispiel zum Arzt gehe und Brustkrebsvorsorge mache, dann wenn man da so steht, zum Beispiel, das ist ja schon eine sehr komische Situation. Wenn man so die Arme hochnehmen muss und da so mit oberfreiem Oberkörper steht. Und dann meinte er, ja, aber da gibt es doch viel intimere Zonen am Körper. Ich sagte, nee, das ist was anderes. Also wenn man jetzt ein Ultraschall macht als Krebsvorsorge irgendwie, na, Gebärmutter, Halskrebs oder was weiß ich, das ist irgendwie was anderes. Ich weiß auch gar nicht, warum ich auf dieses blöde Gesprächsthema so eingestiegen bin. Ich glaube, ich hatte einfach Angst, dass es immer unangenehmer wird. Aber ich fand das schon irgendwie unpassend. Na ja, ich glaube, man braucht auch erstmal einen Moment, um das sacken zu lassen und zu realisieren, was da gerade abgegangen ist. Ich bewundere Leute, die sehr schnell in solchen Situationen reagieren können. Ich zähle auch nicht zu denen. Brauche aber auch manchmal für solche Sachen ein paar Tage, bis ich checke, wow, was hat diese Person mir da eigentlich gerade gesagt. Bei mir ist das mit steigendem Alter und steigender Erfahrung, hat sich das verändert. Und zwar, dass ich jetzt schneller reagieren kann oder auch im Nachhinein ganz klar so meine Konsequenzen daraus ziehe. Ich bin aber auch nicht so ein Mensch, der irgendwie nein schreit und aufspringt und geht. Vor allem, du bist ja da auch in dieser schwachen Position. Man liegt da so halbnackt. Ja, das macht es halt auch noch schlimmer. Na ja, es ging weiter. Ich hatte ja, wie gesagt, diese Brustkrebsvorsorge angesprochen. Da meinte er, ja, wir Männer, wir müssen ja nicht regelmäßig irgendwie zum Gynäkologen wie ihr Frauen. Aber ich musste mal zum Urologen wegen meinem Kandidat. Also, interesting. Und als er das gesagt hat, hat bei mir wirklich schon alles geklingelt im Kopf. Und ich war so, nein, das hat er jetzt nicht wirklich gesagt. Jetzt gibt es irgendwie keinen Zurück mehr. Er hat das ausgesprochen. Einfach unpassend. Ja, und dann... Und dann daneben. Ja. Wen interessiert es auch? So behält es für dich, macht deine Behandlung fertig? Ich war total geschockt. Ich konnte da auch nichts mehr drauf antworten. Das ist halt auch, ich glaube, man ist auch in einer Art Schockzustand. Ja. Ich muss dazu sagen, ich habe mich in keinster Weise bedroht von ihm gefühlt. Ich habe die ganze Zeit in meinem Kopf gedacht, oh Gott, nee, das hat der nicht gesagt. Oh, das ist doch lächerlich. Ich war so, ich war erschrocken, dass er das ausgesprochen hat. Aber ich hatte jetzt keine Angst oder so was. Ich habe mir einfach nur gedacht, so in dem Moment schon, der wird mich nie wieder behandeln. Das finde ich so unangemessen. Ja, aber es ist ja, es war nur ein Gespräch. Und trotzdem ist das schon irgendwie übergriffig. Das ist total fremdsüberschreitend. Einfach ein abartiges Gefühl. Ja, es wurde noch schlimmer. Wir kommen zum Finale. Ich war dann halt richtig abgenervt. Und er hat dann irgendwie über die Einrichtung in dem Zimmer gesprochen und die gelb gestrichenen Wände und so und was ich dann davon halte. Und ich war so genervt, dass ich das dann einfach irgendwie anders kanalisiert habe, glaube ich. Ich meinte dann so, ich finde es hässlich. Und dann hatte ich meinen Kopf auch schon so auf die Seite gelegt in Richtung von so einem abstrakten Bild, was an der Wand hing. Und dann hat er halt weiter über die Wandfarbe gesprochen, dass das ja immer erneuert werden würde, aber immer dieselbe Farbe. Und das ist ja schön warm, damit man sich hier wohlfühlt und so. Und dann gucken wir beide so in Richtung von diesem abstrakten Bild. Und dann sagt er, ja, das gucke ich schon seit zehn Jahren an, dieses Bild. Und auf dem Bild waren so Farbkleckse zu sehen, auf der linken Seite irgendwie blau und auf der rechten rot, die so ineinander übergingen. Und man hat wirklich aus diesem abstrakten Bild heraus, also ich zumindest, habe da gar nichts gesehen so richtig. Ich war so, okay, wer weiß ich nicht. Also er hatte dann gefragt, was ich in diesem Bild sehe. Und ja, ich habe halt gesagt, weiß nicht, irgendwie nichts. Ich habe auch gar nicht mehr meinen Kopf zurückgedreht in seine Richtung. Ich wollte ihn gar nicht mehr angucken. Und dann hat er mich gefragt, ob ich wissen möchte, was er in dem Bild sieht. Nee. Sorry, dass ich die ganze Zeit lachende, aber es ist so absurd einfach. Man muss sich halt auch irgendwie noch vor Augen halten, dass er dich die ganze Zeit auch behandelt. Ja, er knetet meine Beine durch, während wir so komische Gesprächsthemen führen. Ich wusste halt schon, dass irgendwas Bescheuertes jetzt kommt. Aber so habe ich es mir nicht vorgestellt, glaube ich. Ich weiß gar nicht, was ich gedacht habe. Ich habe einfach nur gedacht, ich will hier raus. Auf jeden Fall hat er dann gesagt, also ich sehe in dem Bild überall wohl was. Überall kleine wohl was. Ich war einfach richtig geschockt. Ich so, okay. Ja, dann war das halt zum Glück auch kurz vor Ende der Behandlung. Ich habe auch zwischendurch mal gemerkt, dass er so ein bisschen angespannt war oder dass er selber unangenehm berührt war. Ich dachte so, warum machst du das dann? Warum gehst du immer weiter auf so bescheuerte Punkte ein? Hast du reagiert auf seine, ich sehe überall wohl was? Ich kann mich gar nicht mehr richtig erinnern. Ich habe irgendwas dann noch gesagt, also nee, das sehe ich gar nicht. Nee, danach war irgendwie so ein bisschen blank in meinem Kopf. Keine Ahnung. Auf jeden Fall war die Behandlung dann Gott sei Dank kurz danach zu Ende. Ich bin aus der Praxis raus und ich habe dann auf den Bus gewartet und wusste ganz genau so, dass ich nicht mehr von diesem Typen behandelt werde und dass ich den auch nicht mehr sehen will. Das Problem ist aber, dass wenn man das Rezept einmal eingelöst hat, dass es dann schwierig wird, in eine andere Physiotherapiepraxis zu wechseln. Das heißt, ich brauche diese Lymphdrainage. Ich muss diese Behandlung weitermachen, aber ich will auf gar keinen Fall von ihm behandelt werden. Ich habe dann natürlich irgendwie hin und her überlegt und mich auch mit ein paar Freundinnen besprochen, unter anderem ja auch mit dir, was ich jetzt machen soll. Ich habe einfach gedacht, okay, ich muss das melden zumindest, dass da unangemessene Gesprächsthemen stattgefunden haben, ohne das jetzt überhaupt groß zu bewerten, sondern einfach nur erzählen, was genau besprochen wurde und dass ich das extrem grenzüberschreitend fand. Ich hatte dann ja die Privatnummer über dich bekommen. Du kennst ja ein paar Leute, deine Mutter kennt die Physiotherapeutin, die Praxisinhaberin richtig, und eine Freundin von dir auch. Darüber hatte ich dann ihre Privatnummer bekommen. Ich hatte nämlich am Freitag schon aufs Band gesprochen, weil man kriegt ja Physiotherapeutin auch schwer ins Telefon. Die rufen ja meistens zurück, dass ich gerne einen Rückruf von der Leitung hätte und dass ich da was mit ihr bezüglich meiner Termine besprechen muss. Aber es kam gar kein Rückruf. Also ich weiß nicht, ob das überhaupt so weitergegeben wurde oder nicht. I don't know. Auf jeden Fall habe ich dann ihre Privatnummer gehabt und habe ihr dann eine SMS geschrieben, dass ich gerne mit ihr über ein bisschen unangenehmes Thema sprechen möchte und ob sie mich zurückrufen kann. Und das hat sie jetzt gestern auch gemacht. Und das Gespräch war total toll. Also ich habe damit gar nicht gerechnet, dass die auch so offen ist. Und ich weiß nicht, womit ich gerechnet habe. Ich wusste nur, ich möchte halt von ihm nicht mehr behandelt werden und ich möchte auch nicht, dass mein Rezept verfällt und ich muss das irgendwie ansprechen. Meine Überlegung dazu war auch, wenn ich mir vorstelle, dass meine Tochter da als junge Erwachsene zum Beispiel eine Physiotherapie hätte, dass so junge Mädchen das viel, viel krasser verunsichern würde als mich in dem Moment. Und ich war schon verunsichert. Ich kenne solche Situationen ja. Oder ich glaube, jede Frau in seinem Alter kennt so die eine oder andere Situation. Aber ich weiß nicht, ob zum Beispiel eine 18-Jährige, sage ich mal, jetzt die Behandlung dann abbrechen würde oder gar nicht wüsste, was sie machen soll oder wem sie das erzählen kann oder wie auch immer. Und dann die Behandlung fortführen würde und man da dann total geschädigt rausgeht, wenn man noch jung ist. Und ich habe einfach gedacht, irgendwie ist das richtig, das anzusprechen. Auf jeden Fall. Ja. Und die Praxisinhaberin, die hat mir dann am Telefon erzählt, dass ich jetzt in kürzester Zeit die zweite Person bin, die sich über ihn beschwert. Cool. Also für mich war es tatsächlich in dem Moment cool. Weil man wirklich an sich zweifelt und denkt, sag mal, das weiß ich gar nicht, ob man das jetzt so bringen kann und so. Ich meine, da geht es auch um einen Job und so. Darüber haben wir uns ja auch ausgetauscht, wenn man das so sagen sollte. Und ich dachte also, ja, auf jeden Fall. Also wenn der Typ das mit anderen Frauen macht, dann hat er den falschen Job. Also tut mir leid, aber ... Ja, es war irgendwie eine Erleichterung, also dass ich nicht die Einzige bin. Aber es hat mich dann auch noch mal irgendwie mehr geärgert, dass der das halt, ja, dass sich das bei ihm jetzt gerade wohl irgendwie so etabliert. Also sie hat mir zum Beispiel auch erzählt, dass die Jahre vorher nie Beschwerden über ihn eingingen und meinte dann auch, vielleicht muss da irgendwas bei ihm vorgefallen sein, dass er jetzt so ist oder sich gerade so entwickelt oder so. Und dann dachte ich mir so, ja, vielleicht liegt es auch einfach an uns Frauen, dass wir uns nicht mehr alles gefallen lassen und den Mund halten, sondern dass man die Sachen auch ganz klar benennt, wenn da eine Grenzüberschreitung stattfindet. Und das habe ich ihr auch so gesagt halt. Also die hatten an dem Tag, wo ich mit ihr telefoniert habe, also gestern, sowieso schon ein Gespräch wegen dieser anderen Frau, die sich beschwert hat, angesetzt. Und sie meinte, sie muss jetzt erst mal das Gespräch abwarten, um mich weiter zu koordinieren. Also weil die müssen ja jetzt quasi mich irgendwo anders unterbringen. Es könnte aber auch sein, dass ich das Rezept wieder bekomme und tatsächlich in eine andere Praxis muss. Das wird sich dann zeigen. Aber sie meinte, sie meldet sich zeitnah zurück. Ja, ich bin genervt, ich bin angeekelt und ich möchte einfach sowas nicht. Ich möchte einfach meine Behandlung machen und meine Ruhe haben. Das war so ein Dämpfer halt einfach. Ich habe mich sehr geärgert. Ich bin auf jeden Fall ein Brand. Ja, ich bin gerade kurz irgendwie sprachlos, nachdem ich das jetzt nochmal gehört habe. Es gibt einfach eklige Typen. Ja, apropos eklige Typen. Ich habe schon gesagt, dass ich letztes Wochenende irgendwie recht low unterwegs war und meine Energie so weit unten. Aber was mich letzte Woche auch noch ziemlich gepackt hat und auch runtergezogen hat, war der Fall von Colleen Fernandez gegen Christian Ulm. Diese Aussage, die sie da getätigt hat und die viel. Also auf meinem Instagram Feed waren extrem viele Beiträge und Posts darüber, was da passiert ist. Vor allem der Spiegel hat ja berichtet. Die haben ein Interview mit ihr geführt, der Spiegel. Ja, das stimmt. Aber worum ging es? Was hat sie? Sie hat ihren Mann angezeigt wegen... Ja, sozusagen Verbreitung von Deepfakes. Und sie hat ihn, glaube ich, auch angezeigt wegen Körperverletzung und Beleidigung, öffentliche Beleidigung und Misshandlung. Was uns ja sehr mitgenommen hat, war dieses Thema sexualisierte digitale Gewalt. Also dieses Verbreiten von Deepfakes, wo sie auch schon seit Jahren gegen vorgegangen ist. Aber sie wusste nicht, wer der Täter ist. Ja, also das hat mich wirklich mit einem... Es überrascht nicht, nachdem man jetzt diese ganzen anderen Fälle oder von den ganzen anderen Fällen mitbekommen hat. Pelikoo und Epstein und so weiter. Es gab ja noch ein paar mehr. Aber ich weiß, es ekelt einen so an. Mich persönlich ekelt das wahnsinnig an. Auch vor allem dieser Fakt, dass es der eigene Ehemann war. Ja, bei Pelikoo ja auch ganz schlimm. Ja, stimmt. Natürlich bei Pelikoo auch. Dass man halt denkt, mein Mann ist so der Liebste und Beste und Netteste. Das war ja bei der Pelikoo zumindest der Fall. Man hat gesagt, der war der perfekte Ehemann, bis das alles rauskam. Also ganz schlimm. Das nimmt einem dieses Vertrauen irgendwie, wenn du denkst, du kennst jemanden. Ja, komplett. Apropos Vertrauen. Es hat mich auch in so eine fragende Haltung oder einfach in so einen Fragenkatalog hat das bei mir aufgemacht, der hieß, wie möchte ich in Zukunft auch mit Männern umgehen? Und wie soll ich das für mich einsortieren? Ich hab das auch immer noch nicht ganz auf die Kette bekommen, um ehrlich zu sein. Wenn aktuell Weißt Ulm die Vorwürfe noch zurück. Sein Anwalt kündigt ja auch rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an. Spricht von irgendwie einer einseitigen Darstellung. Ja, also generell löste auf jeden Fall diese Veröffentlichung eine breite gesellschaftliche Debatte über sexualisierte digitale Gewalt aus, Deepfakes und rechtliche Schutzlücken. Ja, was dann am Ende auch am Sonntag zu dieser Demonstration geführt hat, wo wir auf Instagram auch schon Bilder veröffentlicht haben und auch da waren am Brandenburger Tor. Ja, du warst da. Vielen Dank dafür, dass du hingegangen bist. Ich und 13.000 andere. 12.999 andere. Von 500 angekündigten. Find ich, ist schon eine Aussage. Und auch bin ich ein starkes Zeichen dafür, dass die Öffentlichkeit Interesse an solchen Fällen hat, wie zum Beispiel auch eine Person auf der eine Rednerin. Ich weiß leider nicht, welche das war, hat gesagt, dass sie auch einen ähnlichen Fall erlebt hat. Und zwar wurde von ihr auch ein Fake-Profil erstellt. Und damals ist sie rechtlich dagegen vorgegangen. Und ich glaube, ein Teil der Anklage wurde irgendwie fallen gelassen, auch mit der Aussage, ja, es bestünde kein öffentliches Interesse an dem Fall aufzuklären. Und also die Veröffentlichung des Falles löste generell eine extrem breite gesellschaftliche Debatte über sexualisierte digitale Gewalt, Deepfakes und rechtliche Schutzlücken aus und führte ja dann auch am Sonntag zu dieser Demonstration. Jetzt gibt es halt mehrere Diskussionen darüber, welche Gesetze alles angepasst und geändert werden müssen. Und vor allem, ja, es geht um digitale sexualisierte Gewalt. Da hinkt Deutschland extrem hinterher, obwohl man es, wenn man jetzt mit Frankreich zum Beispiel vergleicht, da gilt nicht einvernehmliches sexuelle Deepfakes stehen klar unter Strafe. Und in Großbritannien gibt es Plattformen oder die Plattformen sind dort gesetzlich verpflichtet dazu, solche Inhalte schnell zu löschen. Und in Spanien, das ist ja so ein kleiner Vorreiter in Europa, ja, da gibt es eine neue Konsentregel für KI-Bilder. Aber generell gibt es dort eben auch schon Gesetze, die ja zum Beispiel eben auch den Straftatbestand Femizid als einen klaren Straftatbestand ansehen. Also da geht es darum, die gezielte Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts als Straftatbestand anzuerkennen und dann auch dagegen vorzugehen und die Opfer nicht erneut zu schikanieren, zum Beispiel durch immer wieder, dass sie nicht immer wieder die Aussagen machen müssen und eben auch ein schnelleres vorangehen. Ja, seit 2004 ist das in Spanien so. Ja, die haben so ein ganzes Gesetzespaket irgendwie für Frauenrechte im Strafrecht entworfen, ne? Voll früh auch, 2004, überleg dir das mal. Stimmt, stimmt. Und da waren wir Jugendliche. Ja, stimmt. Richtig krass. Ja, also man kann als kleines Fazit sagen, das Problem ist also nicht nur das Internet. Das Problem ist politischer Stillstand generell, was Frauenrechte anbelangt in Deutschland. Und das hat mich einfach erschüttert, so in dieser Masse zu stehen und auch zu realisieren, so jede dritte Frau, die hier steht, hat auf irgendeiner Ebene eine digitale sexuelle Straftat erlebt. Und das ist irgendwie, das war ein krasses Gefühl, ich kann das gar nicht richtig beschreiben, aber einfach... Ja. Ja, schlimm, es ist widerwärtig. Wie kann das sein? Wie kann das sein im Jahre 2026? Ja, ich kann mir vorstellen, wie sich das irgendwie anfühlen muss, wenn man das irgendwie auch gleichzeitig so, wow, krass, dass wir uns gerade alle so miteinander solidarisieren, ne? Also es ist gut, dass da jetzt diese Bewegung irgendwie so stattfindet. Und ich hoffe, dass da rechtlich auch einiges, also politisch irgendwie einiges durchgesetzt wird, dass es zu einer drastischen Änderung kommt. Das muss jetzt passieren, das muss kommen. Ja, muss es, aber man denkt sich eigentlich auch so, warum so spät? Also ich finde das unfassbar. Ja, wenn man mal darüber nachdenkt, wie man selber die ganze Zeit mit seinen Kindern Arbeit leisten muss, um die aufzuklären, weil so was gesellschaftlich nicht passiert, sondern du bist da quasi gezwungen, irgendwie alle Maßnahmen selber zu ergreifen. Das ist schon krass und daran merkt man auch, was wir vielleicht alle für Erfahrungen gemacht haben, wir Frauen, dass wir so viel unseren Kindern irgendwie mit an die Hand geben wollen und müssen. Ja, ich fühle mich da im Eichstein mal ein bisschen ohnmächtig, weiß nicht so genau, wie ich da gut ansetzen kann. Aber ja, auch jetzt der Fall hat dazu geführt, dass ich mich mit meiner Tochter darüber einfach ausgetauscht habe und aufgeklärt habe. Ja, es ist ja auch tatsächlich so, dass man die Maßnahmen, die man selber ergreift, dass man gar nicht jetzt bei jeder Sache immer recherchiert, ist das jetzt die allgemeingültige Antwort dafür oder ist das erstmal meine Strategie, die ich fahre? Ich würde gerne einmal so ein bisschen darauf eingehen, was so meine Strategien waren, die ich bisher so angewandt habe, auch in verschiedenen Altersbereichen meiner Tochter. Ich muss dazu sagen, meine kleine Tochter ist ja vier Jahre alt, da ist noch nicht ganz so viel passiert. Ich glaube, das geht jetzt so ein bisschen los, da ist einfach viel erzählen und zuhören. Und bei meiner großen Tochter, da habe ich auch so mit vier, fünf Jahren angefangen, sie so ein bisschen so aufzuklären. Also ich habe zum Beispiel ihr gesagt, dass niemand mit ihr Geheimnisse haben darf, die Mama nicht wissen darf. Mama darf alles wissen und kein fremder Mensch oder auch keiner aus dem Bekanntenkreis, man darf ja eigentlich gar nicht fremder Mensch sagen, weil die Täter sind ja meistens im engsten Bekanntenkreis, Familie, Nachbarn, Lehrer, wie auch immer, das muss man ja nur mal ganz klar benennen, das ist statistisch so. Und ja, da habe ich ihr halt gesagt, du musst mir alles erzählen und du bist auch nicht schuld. Wenn dich jemand zum Beispiel unangemessen irgendwie am Bein, am Knie anfasst und sich das nicht gut anfühlt und du dich unwohl fühlst, dann musst du mir das erzählen. Und da wird dir auch nichts passieren und ich werde auch nicht sauer mit dir, ne? Nein, dann gibt es ja solche Themen, die einem Angst machen, die eigentlich eher weniger passieren, also dass Kinder zum Beispiel entführt werden, weil so, ich sage jetzt mal, sexuelle Übergriffe, habe ich ja gerade schon gesagt, passieren eher im näheren Umfeld und dass Kinder entführt werden, passiert weniger, aber ist oft eine größere Angst noch bei den Eltern, wenn die Kinder flügge werden und auch mal irgendwie alleine zur Schule gehen. Und da habe ich zum Beispiel mit ihr ein Passwort vereinbart oder ein Code-Wort, was sie und ich kennen und was die Person kennt, die sie dann in dem Moment abholt. Also bei dir zum Beispiel habe ich das nicht gemacht. Ich glaube, es ist für mich auch einfach tatsächlich ein Unterschied, wenn es eine Frau ist, die mein Kind abholt und wir schon immer befreundet sind. Prinzipiell könnte man sagen, man muss eigentlich bei jedem sicher sein und auch dem Kind die Gewissheit geben, dieses Code-Wort sozusagen muss ich mit jedem benutzen, weil sonst, die können ja keine Abstriche machen eigentlich die Kinder. Das heißt, auch da habe ich nicht immer konsequent durchgezogen, sondern es gab dieses Code-Wort, was wir vereinbart haben. Und eigentlich hätte ich auch sagen müssen, du, wenn Caro dich abholt, da muss sie das Code-Wort kennen. Ich habe das auch. Meine Tochter hat ein Code-Wort und das muss sie mir sozusagen eher schreiben, wenn irgendwas ist und ich sie abholen soll. Also das kennt eigentlich niemand anderes außer sie. Normalerweise vereinbarst du ja auch, heute holt dich irgendwie eine Freundin ab oder weiß ich nicht. Aber wenn jetzt notfallmäßig was ist, da muss es ja auch ein Code-Wort geben. Und wie gesagt, ich weiß auch nicht, das sind alles so Strategien, die man sich irgendwie so selber überlegt hat. Aber ob das alles so funktioniert, ist halt wieder eine andere Sache. Was nicht funktioniert auf jeden Fall, wenn du deinem Kind sagst, du musst laut schreien. Wenn dich jemand auf der Straße festhält oder anspricht und du kommst nicht weg, du musst laut schreien, ohne dass man das geübt hat. So, dann erinnere ich mich, wie wir schreien geübt haben zu Hause. Also einfach nein oder lass mich oder aaaah, so. Einfach schreien, damit das Kind auch mal die eigene Stimme hört in diesem Zustand. Das ist voll gut, dass du das sagst, weil das habe ich diese Woche eben auch mit meiner Tochter besprochen. Und sie hat erwidert, ich kann gar nicht schreien. Ich dachte so, na gut, aber in dem Moment bist du ja so voll mit Adrenalin und Dopamin. Ich denke, kannst du schreien. Aber so ein bisschen das, was du heute schon erzählt hast, zeigt eigentlich, dass es genau richtig ist, das zu üben. Und auch nochmal für mich jetzt ein wichtiger Impuls, ja, das zu tun. Ja, weil meistens, also es gibt ja dieses Fight or Flight, dass man halt um sein Leben rennt und voller Adrenalin ist. Oder auch Freeze, was halt auch sehr, sehr vielen passiert. Und ich glaube, so als Kind, wenn ich da, also meine Mutter hat mich da auch schon extrem gut geschult. Es gab ja mal diese Geschichte, wo die Mutter einer Freundin von mir, da war ich so in der zweiten Klasse, die ist auf dem Schulweg mit dem Auto neben mir angehalten mit getönten Scheiben. Und ich kannte das Auto nicht. Und als sie die Scheibe runtergelassen hat, bin ich einfach schreiend und mein Leben gelaufen. Ja, gut. Aber meine Mutter hatte mich da auch irgendwie so drauf eingestellt. Und ich bin so dankbar für diese Situation, auch wenn es ein bisschen peinlich war für mich im Nachhinein, weil ich habe ja trotzdem richtig reagiert. Es hätte ja jemand anders sein können. Und meine Mutter war auch irgendwie total stolz auf mich. Und ich habe da einfach gemerkt, okay, so man muss den Kindern beibringen, ganz laut zu schreien, weil sonst, ja, wann hat deine Tochter mal so laut schreien müssen? Nie, wahrscheinlich. Ich habe mich gefragt, ob wir zu einem Selbstverteidigungskurs gehen sollten, einfach damit man so eine innere Stärke aufbaut. Klar, kann man auf jeden Fall auch machen. Ich finde halt so diese kleinen Maßnahmen, die man zu Hause regeln kann, das ist schon ganz wichtig und richtig. Und wenn man sich danach fühlt, dann unbedingt aus so einem Selbstverteidigungskurs. Ich habe ja lange auch Selbstverteidigungssport gemacht und mir hat das auch gut getan. Also auch für dieses eigene Selbstbewusstsein. Das waren so die ersten Sachen, die ich ihr erklärt habe. Als sie so in die Schule gekommen ist, habe ich ihr tatsächlich auch, weiß ich nicht, ob das richtig ist, aber ich habe ihr schon gesagt, dass es böse Menschen auch gibt, die nichts Gutes mit Kindern im Schilde führen. Und ich habe gesagt, egal was die dir anbieten, du darfst nicht mitkommen. Oder wenn dir jemand sagt, deine Mama ist was passiert, du musst jetzt einsteigen oder so, geh nicht mit. Ich habe tatsächlich mal zu meiner Tochter gesagt, oder auch öfter, wir sehen uns dann nicht mehr wieder, weil ich so schreckliche Angst hatte, du darfst unter keinen Umständen, weil sonst können wir uns nicht wiedersehen. Und ich glaube, das ist nicht der richtige Weg. Da muss es einen Mittelweg geben, aber so bin ich und so ist meine Aufklärung wahrscheinlich auch. Und ich habe da ein riesiges Bedürfnis, sie zu schützen. Also ich habe da wirklich eine starke Angst vor. Ja, das ist auf jeden Fall sehr wirkungsvoll. Ich nehme mich mal an. Ja, als sie dann so älter geworden ist, habe ich auch immer so gedacht, was ist, wenn sie mir mal irgendwo in der Mall oder sowas verloren geht, in irgendeinem Einkaufszentrum, da habe ich ihr dann beigebracht, also sie weiß unsere Adresse natürlich. Und ich habe ihr beigebracht, sprich, irgendwelche Frauen mit Kinderwagen an oder irgendwelche Frauen, die kleine Kinder an der Hand haben oder so. Weil da habe ich immer noch das bessere Gefühl als bei allen anderen und sage halt irgendwie, wo du wohnst und dass du nicht mehr weißt, wie du nach Hause kommst oder so. Auch irgendwie ganz wichtig. Und einfach viel sprechen, viel fragen irgendwie, wie sich Erwachsene ihr gegenüber verhalten haben, ob sie schon mal eine unangenehme Situation hat, ob sie ein unangenehmes Gefühl mit einer Person hat. Das finde ich irgendwie ganz wichtig. Meine Tochter hat ja seit letztem Jahr ein eigenes Handy, auch ein älteres Smartphone. Und da habe ich ihr zum Beispiel halt auch gesagt, irgendwie, du darfst niemals Fotos von dir, von deinem Körper verschicken. Wenn du jetzt zum Beispiel irgendwann das erste Mal verliebt bist oder weiß ich nicht und dann so was schickst oder der Junge auch danach fragt oder so, macht das auf gar keinen Fall niemals so. Weil da gab es ja auch wirklich Fälle, wo man gehört hat, dass Kinder schikaniert worden sind, bloßgestellt worden sind, gemobbt. Ja, das ist aber in den Tod gemobbt auch. Und das finde ich, weiß nicht, ganz ganz erschütternd, nur weil du einmal so ein Bild von dir geschickt hast, dass du dann wirklich nicht mehr den Ausweg weißt, einfach aus der Situation. Und überleg mal so, wie schlimm war eine peinliche Situation für uns als Teenager, von denen wir jetzt sagen können, dass wir drüber stehen. Aber in dem Moment, wo du Teenager bist, ist ja alles ultra peinlich, weißt du? Und wenn du dann halt weißt, dass deine ganze Klasse ein Nacktbild von dir gesehen hat oder was weiß ich, in irgendeiner Pose oder so und dich alle deswegen mobben, das ist schon möglich krass einfach. Und deswegen habe ich meiner Tochter einfach gesagt, das darfst du niemals machen und das kann halt gegen dich verwendet werden und so, dann du könntest gemobbt werden und so. Ja, aber das Allerwichtigste glaube ich, ist dabei, den Kontakt zu dem Kind aufrecht zu erhalten oder zu dem Jugendlichen dann in dem Fall, dass darüber offen gesprochen wird, auch wenn das sich vielleicht erstmal falsch und nochmal wie eine zweite Entblösung anfühlt. Weil ich glaube, dass Erwachsene, die müssen natürlich auch ein offenes Ohr dafür haben. Da gibt es ja auch die Fälle, dass das ein bisschen ignoriert wird. Ja, einfach anders eingreifen können. Man hätte ja auch die Schule wechseln können, zum Beispiel. Es gibt da diese sensible Phase, wo die sich so doll abkoppeln und abnabeln, dass dann der, ich sag mal, inner Circle von denen eher ihre besten Freundinnen sind und nicht mehr du als Mutter, was du halt vor der Pubertät vielleicht noch warst. Und deshalb finde ich, dass diese ganze Aufklärung und alles, was dazugehört, vorher abgeschlossen sein muss. Ja, genau. Das ist das eine, klar. Aber trotzdem muss man versuchen, den Draht oder die Beziehung so zu gestalten, dass dein Kind sich dir anvertrauen kann, wenn irgendwas ist. Ja, aber man weiß es nicht, weil die Scham oft in diesen sensiblen Jahren so groß ist. Und deswegen finde ich halt irgendwie so besser präventiv, dass die halt die Folgen kennen von bestimmten Sachen, wie zum Beispiel dieses Bild herumschicken oder so. Also generell hast du recht, wenn es jetzt auch um, ich sag mal, Mobbing geht, so, ich will jetzt gar nicht normales Mobbing sagen, aber was jetzt nicht damit zu tun hat, dass du selber da was rumgeschickt hast und du deshalb gemobbt wirst und so was, dann ist es einfach ultra wichtig, ein offenes Ort zu haben. Aber ich glaube, wenn schon irgendwas passiert ist, dann sind die oft nicht mehr so empfänglich, die Kinder. Und deshalb ja, weil wir ja jetzt auch bei der Demo waren und auch dieser Schutz vor der digitalen Gewalt im Zeitalter von KI ist auch so unglaublich wichtig, weil wir kennen uns selber noch nicht so gut damit aus. Es gibt halt diese Deep Fake Videos, es gibt Videos, Video Calls, wo irgendwie die Oma dich anruft, dass irgendwas Schlimmes passiert ist oder auch Enkeltrick mit KI generiert, also dass deine Oma angerufen wird und die hört halt tatsächlich deine Stimme. Und da ist es halt auch richtig wichtig, Grundregeln einzuführen, um die Kinder auch halt gerade vor dieser digitalen Gewalt irgendwie zu schützen. Ja, also man braucht dann eigentlich echt 100 Prozent auf jeden Fall ein paar Grundregeln ab dem ersten Smartphone, wie zum Beispiel ja keine Fotos vom eigenen Körper verschicken, was wir eben auch schon gesagt hast, auch nicht irgendwie aus Spaß. Ja, nichts glauben, nur weil es echt aussieht, Stichwort KI nochmal, keine Chats vor den Eltern geheim halten und ja, das Internet als den gefährlichsten Ort erklären oder ja. Also Kinder müssen heute echt wissen, dass Bilder komplett erfunden, Stimmen nachgemacht und Videos komplett manipuliert sein können. Das ist einfach irgendwie eine bittere Wahrheit. Ja und heutzutage auch in Zeiten, wo jeder dann den Chat wieder löschen kann oder selbst löschende Nachrichten und sowas auch ganz wichtig dem Kind erklären, wenn jemand dich unter Druck setzt oder dich bedroht oder sonst irgendwas, machen Screenshot. Ja, das stimmt. Das wird in manchen Apps aber auch unterbunden. Man lernt ja auch selber so viel dabei, wenn man den Kindern das beibringt. Das ist so krass. Ja, das habe ich auch gerade gedacht. Ich fange eigentlich gerade erst an, diese ganzen Sachen zu lernen. Ja, wir sind auch nicht mit KI aufgewachsen. Das boomt ja jetzt erst gerade seit wie lange? Drei Jahren oder was? Ja, ungefähr. Die Entwicklung ist einmal viel zu schnell. Wenn ich mir letztes Jahr KI-Videos angeguckt habe, dann konnte ich ganz klar sagen, was ein KI-Video ist und was nicht. Und jetzt sehe ich Videos und ich kann gar nichts mehr glauben. Ich denke mir so, das muss doch KI-generiert sein vom Inhalt. Dann überlegt man die ganze Zeit um. Wenn es dann noch in so einer Notsituation passiert, jetzt wo ich gerade zum Beispiel Enkeltrick angesprochen habe, weißt du, dass jemand dich anruft mit der Stimme, die du kennst und sagt, hey Karu, ich brauche unbedingt deine Hilfe. Du musst mir helfen. Ich sitze in der Klemme und so. Dann musst du ja auch schalten können in dem Moment noch. Wahrscheinlich braucht man einfach mit jedem Menschen jetzt so ein Codewort, das man abfragen kann, wenn es zu so einer Situation kommt. Also wo man zu redet generell, jetzt auch unabhängig von Kindern, ist zum Beispiel, dass so eine Situation, dass derjenige, der angerufen wird und den anderen in Not hört, dass man sagt, ich rufe dich zurück und dann auflegt und auf die Telefonnummer anruft. Weil es gibt ja auch Rufnummerumleitungen und so was, dass diese Täter dann tatsächlich auch mit der richtigen Telefonnummer anrufen. Aber wenn du zurückrufst, dann geht die echte Person ja ran und sagt im Zweifelsfeld dann irgendwie, hä, ich bin gar nicht in so einer Situation gerade. Crazy. Aber was man vielleicht auch noch empfehlen kann, ist so ein Familien-Digitalvertrag. Ja, richtig gut. Was macht man da genau? Also man spricht nicht nur Verbote aus, sondern man erstellt gemeinsame Regeln, dass Kinder müssen halt wissen, dass sie da Hilfe bekommen von den Eltern und nicht Ärger, wenn irgendwas Schlimmes passiert. Und ich finde es ganz witzig, weil ich denke da gerade drüber nach und da waren so Sachen auch bei, die irgendwie für uns auch so selbstverständlich waren. Aber wahrscheinlich auch, weil ich viel Angst hatte vor dem Thema Smartphone. Zum Beispiel darf meine große Tochter ihr Handy über Nacht nicht mit ins Schlafzimmer nehmen, also ins Kinderzimmer. Das hatte ich aber nicht aus dem Grund so eingeführt, weil ich Angst hatte, dass sie nachts mit jemandem schreiben könnte, sondern einfach, dass es so ein unterbrochener Schlaf sein könnte schon. Und ja, das ist aber ganz wichtig, damit sie keine heimlichen Chats führen, die sie dann löschen oder so was. Dann, Eltern dürfen alle Accounts sehen. Also man soll nicht nur ein Zeitmanagement machen, das Kind darf nur eine Stunde am Handy sein, sondern man muss auch wirklich wissen, wo ist das Kind gerade dran, welche Apps benutzt das Kind. Es werden keine Apps runtergeladen, die ich nicht erlaubt habe. Und man vereinbart zum Beispiel auch, ich darf in dein Handy gucken, wie man das halt handhaben möchte, ob mit dem Kind zusammen oder Mama guckt abends immer einmal ganz kurz rein, ob alles in Ordnung ist. Das ist schon sehr wichtig. Ich glaube der superwichtige Punkt ist eben auch, dass es klar ist, dass es keinen Ärger gibt und halt auch kein Handyentzug als erste Reaktion auf eine schlimme Situation. Ja, genau, sonst wird dir alles verheimlicht. Ja, genau. Ja, und dass man eben auch so Warnzeichen ernst nimmt bei Kindern. Man muss da echt schnell hellhörig werden bei so plötzlich geheimen Onlineverhalten oder Angst vor bestimmten Personen. Ja, oder stark im Rückzug. Ich meine, das finde ich so schwer zu definieren, weil ich glaube, das kommt einfach irgendwann auch im Teenageralter, dass die Kids sich stark zurückziehen. Ja, ich finde das auch extrem wichtig. Aufpassen, zuhören, hellhörig werden die Augen offen halten, das Kind auch nicht sofort verhören, sondern so die Beziehung einfach stabil halten. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man dann nicht irgendwie versucht, sein Kind so auszuquetschen, sondern dass man immer wieder versucht, auf sensible Art und Weise auf Themen einzugehen, wenn man merkt, irgendwas stimmt nicht. Und halt auch die Kontrolle darüber zu behalten. Das ist einfach super wichtig, wenn dein Kind Umgang damit hat, dass man da wirklich auch am Ball bleibt. Und du hast es schon erwähnt, der wichtigste Schutz überhaupt ist Bindung. Dass Kinder wissen, ich kann alles erzählen, ich bekomme keinen Ärger. Und die sind statistisch gesehen auch sogar deutlich besser geschützt als andere Kinder. Ich habe das Gefühl, wir haben extrem viele Ratschläge heute gegeben, obwohl wir uns auf die Fahne schreiben, keine Ratschläge geben zu wollen. Aber an der Stelle war es uns irgendwie doch mal ein Anliegen. Das soll nicht die Regel werden und wir stellen uns natürlich auch auf gar keinen Fall auf die gleiche Stufe wie Pauline Fernandez, nur weil wir auch was in dieser Richtung vielleicht heute erzählt haben. Das darf bitte nicht falsch verstanden werden. Aber ein kleines Fazit, was wir ziehen wollen ist, ja es ist einfach echt traurig genug, dass wir uns so viele Maßnahmen überlegen müssen, um unsere Kinder zu schützen. In unserem Fall sprechen wir ja auch von Töchtern. Wir haben keine Söhne, aber es betrifft doch auch alle Kinder. Also Stichwort Kinderpornografie auch nicht zu unterschätzen. Es ist traurig, dass wir uns so viele Maßnahmen zum Schutz überlegen müssen und dass immer noch so wenig Aufklärung stattfindet. Wenn man zum Beispiel einen Sohn bekommt, dass man halt sagt, hey du, so wirst du kein Täter sozusagen. Also das spricht man ja so nicht aus, aber wie verhält man sich Frauen gegenüber? Wie respektiert man Frauen? Wie wächst man auf, wenn, weiß ich nicht, zum Beispiel Mama alles macht und Papa sitzt auf der Couch und weiß nicht, findet man Kinder ein? Ich dachte auch gerade, dass es sehr viel, was vorgelebt wird auch. Ist gar nicht so sehr nur das, was man sagt und erklärt, sondern sehr sehr viel auch das, was vorgelebt wird. Ja, aber das liegt leider nicht in unserer Macht und daher können wir nur unsere Kinder immer mehr sensibilisieren und aufklären. Und uns würde super doll interessieren, wie macht ihr das? Wie geht ihr vor? Habt ihr Angst davor auch, eure Kinder aufzuklären oder seid ihr da vielleicht auch ein bisschen radikaler so wie ich? Oder eher in Richtung Ohnmächtig, so wie ich? Ja, es ist ja ein schwieriges Thema. Man möchte nicht, dass seine Kinder ängstlich aufwachsen und trotzdem möchte man sie schützen und das ist so ein schmaler Grat. Man muss seinen Weg finden, wie man selber aufklären möchte, aber es war uns einfach ein riesiges Anlegen, weil wir ja, wir rufen eigentlich dazu auch auf irgendwie, klärt eure Kinder auf. Ja, klärt eure Kinder auf. Es ist so wichtig in der heutigen Zeit und es wird nicht besser, vor allem nicht mit irgendwie jetzt der KI noch, die dazu gekommen ist und das, was so im Netz passieren kann. Ja, von daher lasst uns gern wissen, wie ihr damit umgeht und ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Wenn ja, dann abonniert uns gerne, folgt unserem Podcast und schaut mal auf Instagram vorbei. Ja, gute Idee. So, dann bis zum nächsten Mal mit einer hoffentlich weniger schweren Folge. Macht's gut! Wenn ihr wissen wollt, wie unsere Story weitergeht, wenn ihr uns auf unserer Reise begleiten wollt und hören möchtet, wie wir mit all dem umgehen, dann bleibt unbedingt dran. Abonniert den Podcast, aktiviert die Glocke und verpasst keine Folge von MAMS ON THE EDGE. 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