#6 Singlemoms aka Singleladies – Bindungstrauma oder einfach nur Pech?
Bindungstrauma oder einfach nur Pech?
20.03.2026 51 min Moms on the Edge
Zusammenfassung & Show Notes
In Folge 6 von Moms on the Edge sprechen wir über Beziehungen, Bindungsmuster und die Frage, die sich viele von uns irgendwann stellen:
Haben wir einfach Pech in der Liebe oder greifen wir immer wieder auf altbekannte unbewusste Muster zurück?
Haben wir einfach Pech in der Liebe oder greifen wir immer wieder auf altbekannte unbewusste Muster zurück?
Wir erzählen von unseren eigenen Beziehungserfahrungen, von intensiven Anfängen bis hin zu dem Gefühl, immer wieder in ähnlichen Situationen zu landen. Es geht um Bindungstypen, emotionale Abhängigkeit, Verlustangst und darum, wie frühe Erfahrungen aus der eigenen Kindheit unsere Partnerschaften bis heute prägen können.
Außerdem sprechen wir darüber, wie sich Dating und Partnerschaft verändern, wenn man Mutter ist. Wie viel Raum bleibt überhaupt für Beziehungen, wenn man kaum Zeit dafür, geschweige denn für sich selbst hat? Und kann Single-sein vielleicht sogar manchmal leichter sein, weil man sich ansonsten um Erziehungsfragen streiten muss?
Wie immer geht es uns nicht um Diagnosen oder perfekte Antworten. Wir sind keine Expertinnen. Wir teilen unsere Gedanken, Geschichten und Erkenntnisse so ehrlich, wie sie gerade sind vielleicht erkennt ihr euch in manchen Momenten wieder.
Wir möchten von euch wissen:
Erkennt ihr euch an der einen oder anderen Stelle wieder? Hat sich eure Sicht auf Partnerschaft verändert, seit ihr Eltern seid? Und fühlt sich Single-Sein manchmal eher nach Verlust oder nach Ruhe an?
Erkennt ihr euch an der einen oder anderen Stelle wieder? Hat sich eure Sicht auf Partnerschaft verändert, seit ihr Eltern seid? Und fühlt sich Single-Sein manchmal eher nach Verlust oder nach Ruhe an?
Wenn ihr unsere Reise weiter begleiten wollt, abonniert Moms on the Edge und verpasst keine weitere Folge.
Und an alle Mamas da draußen: Ihr seid nicht allein!
---
mail: momsontheedge.podcast@gmail.com
Transkript
Es war dann so, er hat sich einfach nicht mehr gemeldet.
Und ich habe immer für mich beschlossen, zu glauben, dass er sich irgendwann halt enorm geschämt hat,
auch und dass es diesen Weg zurück nicht mehr gab, weil so viel Zeit verstrichen war.
Aber ich habe halt immer die ganze Zeit versucht, Gründe dafür zu finden,
auch Gründe zu finden, warum wir nicht gut genug sind.
Wir haben uns mit der Situation lange überfordert und allein gefühlt,
bis wir uns kennengelernt haben und gemerkt haben, ok, krass, anderen geht es echt auch so.
Also falls ihr gerade alleinerziehend seid und euch manchmal alles über den Kopf wächst und ihr mental struggled,
dann seid ihr hier genau richtig.
Wir sprechen über Tabus, über die Scham, die uns begleitet,
Angst vor dem Scham, die uns begleitet.
Und über die Scham, die uns begleitet, Angst vor dem Scheitern, Wut und auch Überforderung.
Und über dieses ständige Gefühl, funktionieren zu müssen.
Obwohl es an allen Ecken und Enden brennt.
Wichtig, wir sind keine Expertinnen, uns geht es auch nicht um Diagnosen oder schlaue Ratschläge.
Wir wollen lediglich unsere Story teilen und vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle wieder.
Ich bin Iri und ich bin Caro und zusammen sind wir Moms on the Edge.
Schön die Stehhose angezogen.
Jetzt mit Chillig auf dem Bett, Knopf auf von der Hose, damit der Bauch Platz hat.
So ihr Lieben, wir sind zurück und ja, wir haben diesmal pünktlich die neue Folge produziert.
Und ich würde sagen, wir fangen erst mal mit dir an, weil dir gab es ein Update, ein kleines.
Ja, ich habe diesmal keinen Rant mitgebracht für sie, sondern ein kleines Update.
Und zwar haben wir uns am Wochenende mit den Großeltern väterlicherseits getroffen.
Das kommt nicht so oft vor, so ein bis zwei Mal im Jahr.
Und ja, ich hatte zum ersten Mal irgendwie so das Gefühl, ja, dass es sich irgendwie familiär angefühlt hat.
Sonst war das doch immer recht distanziert und teilweise auch mit peinlichen Pausen und so belegt.
Und ich habe nicht nur die Oma und den Opa alleine getroffen, sondern die Oma war da und die beiden Töchter,
also quasi die Tanten meiner Tochter, der Erzeuger war nicht da.
Das Thema wurde auch großflächig umschifft oder kam halt einfach gar nicht auf, weiß nicht.
Genau, und der Opa, der war unterwegs noch mit einem Geburtstagskind.
Ja, als die dann kamen, war das aber irgendwie auch nett.
Dann wurden wir noch nach Hause gefahren.
Und du hast die besucht bei den zu Hause?
Ja, genau, das muss man dazu sagen. Stimmt.
Ich habe die besucht. Es gab mehrere Anlässe.
Es hatten einige Leute Geburtstag, eben auch der Cousin von meiner Tochter und die Oma selber.
Und dann gab es Familienzuwachs. Eine Tante hat Zwillinge bekommen.
Und ja, das war schon mal so ein Besuch wert.
Meine Tochter und ich hatten beide vorher nicht so los, hinzugehen.
Weil, wie gesagt, es ist immer so ein bisschen distanziert und irgendwie peinlich berührt.
Und manchmal weiß man nicht, worüber man reden soll und so.
Aber das war irgendwie diesmal nicht so.
Ich glaube auch, weil die Tanten eben dabei waren und das Gespräch einfach ein bisschen angeregter war.
Und mehr Leute als sonst vielleicht nur zwei, drei.
Ja, ihr seht euch sonst auch nicht so oft, ne?
Nee, nee, richtig. So ein, zwei Mal im Jahr oder so. Ja.
Und wie ist das so für deine Tochter?
Also hast du das Gefühl, sie hat mit den Großeltern väterlicherseits so eine Beziehung?
Oder wenn die sich so selten sehen, wie ist das?
Nee, genau. Das ist halt auch immer so das Ding.
Ich habe nicht den Eindruck, dass sie diese Beziehung hat. Wo soll die halt auch herkommen?
Es wird halt öfter mal gesagt, wir müssen uns so öfter sehen und so.
Aber ja, dabei bleibt es halt irgendwie oft auch.
Aber wie gesagt, diesmal hatte ich halt das Gefühl, ich könnte sie da schon auch alleine mal lassen.
Das war vorher echt nie so.
Ja, krass.
Ja, wo wir beim Thema Bindungen sind.
Wir wollen heute mit euch über das Thema Bindungssysteme, Beziehungen und ja, unsere Vergangenheit mit Männern sprechen.
Wir hatten dazu, ah, es ist echt schwierig, wir hatten dazu gestern schon eine Folge aufgenommen
und haben gemerkt, als wir so über unsere Beziehung gesprochen haben, über unsere Ex-Partner,
dass wir da doch wieder emotional so tief reingegangen sind.
Und es hat sich so intim angefühlt, dass wir danach beschlossen haben, die Folge nochmal aufzunehmen
und vielleicht nicht im Einzelnen, im Detail auf jede Beziehung nochmal einzugehen,
sondern dass wir einfach mehr darüber sprechen wollen, wie sich quasi unsere Bindungen anfühlen
und wie wir das gesamte Beziehungsthema erlebt haben, von eigentlich, von Anfang an bis jetzt.
Ja, und wie sich vielleicht unsere Bindungstypen auch entwickelt haben über die Zeit.
Und ich glaube, so ein genereller Abriss über vielleicht, wie haben wir gestartet,
wie sieht es in der eigenen Urfamilie aus und wo stehen wir heute damit?
Ja, wir stellen uns natürlich die Frage, weswegen sind wir Single?
Einfach Pech?
Genau, wir haben einfach Pech.
Ja, oder sind es halt die Dynamiken, die wir jetzt erst verstehen?
Ja, also wir wollen das Ganze halt alles kurz einordnen, verstehen, was dazu geführt hat,
dass wir alleinerziehend und Single sind und wir sprechen aus unserer Perspektive,
wie sich eben das Muttersein vielleicht auch verändert durch Beziehung oder welche Herausforderungen es mit sich bringt.
Ja, oder auch wie Beziehungen sich durch das Muttersein verändert haben.
Ja, ja.
Ja, ich fange einfach mal an. Also ich versuche da jetzt nicht irgendwie, wie gesagt, die Storyline runterzureißen,
sondern einfach meine Beobachtung dazu, auch welche Dynamiken haben sich ergeben, trotz unterschiedlichster Partner.
Also man muss dazu ja sagen, ich hatte schon einige feste Partner und viele Beziehungen gingen so,
ich würde sagen mittellang. Also man kann gar nicht sagen, dass ich jetzt super lange Beziehungen geführt habe,
aber auch relativ wenig kurze Geschichten. Und vieles hat sich so in dem Rahmen zwei bis drei Jahre abgespielt.
Und ich habe einfach gemerkt, dass sich da vieles sehr stark immer wiederholt hat von so einem ganz intensiven Anfang,
wo es ganz, ganz viel, ja, Lovebombing auch gab. Nicht immer, aber ja, wo ich das Gefühl hatte,
okay, ich bin die perfekte Partnerin für diesen Mann und er ist mein perfekter Partner und...
Du wirst so auf den Podest gestellt.
Ja, total. Und er hat noch nie so eine tolle Frau wie mich kennengelernt. Wow.
Und dann zu so einem Crash nach ein paar Monaten, teilweise auch erst nach sechs Monaten,
wo ich gemerkt habe, so, dass da ganz viele Unsicherheiten sich auftun und ich mich da nicht sicher fühle in dieser Beziehung
und nicht genau weiß, was ist jetzt los, warum hat sich alles verändert, ist es nur das erste Verliebtsein, was weggeht.
Und dann bis hin zu unvermeidlichen Situationen, wo man sich vielleicht hätte trennen müssen und ich aber festgehalten habe
und einfach jetzt gar nicht mehr so richtig nachvollziehen kann, warum ich immer so festgehalten habe.
Ich hatte immer Hoffnung, dass sich die Dinge verändern und ja, bin dann halt geblieben eine lange Zeit,
obwohl es sich halt schon nicht mehr gut angefühlt hat und diese Muster haben sich halt ja sehr, sehr oft wiederholt.
Hast du da vielleicht ein Beispiel oder zwei?
Ah, ja, schwierig. Also ja, ich habe Beispiele. Ich habe eine Beziehung gehabt, in der ich sehr lange geblieben bin,
obwohl ich betrogen wurde und dann herausgefunden habe, dass es nicht nur ein Betrug war, sondern dass mein Partner auch
die ganze Zeit eine andere Freundin hatte und ich bin gegangen. Ich habe mich getrennt und es war auch wochenlang Schluss
und dann wurde ich auf Knien angepfleht und bin dann zurückgegangen, aber auch nur noch für eine kurze Zeit,
bis ich sozusagen meinen Absprung geschafft habe. Das war so ein ganz extremes Beispiel.
Das war natürlich jetzt nicht in jeder Beziehung so, aber da hat extrem viel Verletzung stattgefunden und ich glaube,
ich war da auch schon so ein bisschen irgendwie am Ende emotional. Ich hatte gar nicht mehr die Kraft,
einfach aus dieser Beziehung zu gehen und mich davon zu lösen und bin einfach froh, dass ich den Absprung
dann irgendwann geschafft habe, als ich wieder Kraft geschöpft habe, aber das konnte ich nur,
als ich wieder drin gesteckt habe und gesehen habe, wie schrecklich es eigentlich ist.
Das finde ich so crazy, dass man, ich meine, man hört oder sieht ja öfter mal Beziehungen, wo man so denkt,
I don't freaking get it, ich verstehe das einfach nicht, warum die Menschen weiterhin in einer Beziehung miteinander bleiben.
Ja, aber da sind natürlich gewisse Abhängigkeiten auch oft im Raum einfach.
Ja, ich habe so das Gefühl, ich war schon öfter in der Situation emotional abhängig zu sein, weil ich da so
dieses schöne Gefühl auch vom Anfang irgendwie wieder haben wollte und dann gedacht habe,
das kann doch nicht sein, dass das jetzt ein ganz anderer Mensch ist, der da vor mir steht und dass das alles vorbei sein soll.
Und es war doch so schön und wir können da wieder hinkommen und wir können an uns arbeiten.
Natürlich kann das nicht passieren, wenn man total belogen und betrogen wurde, aber mein Gehirn hat glaube ich nicht schnell genug
einfach geschaltet und ich konnte mich emotional einfach da nicht so von distanzieren.
Es ist ja auch ein krasser Hormoncocktail, der einem vor allem am Anfang so dieses Liebesgefühl irgendwie
oder Verknalltheit, Verliebtheit, wie auch immer man das nennen will, zu gibt.
Und es war auch tatsächlich so, dass ich immer gedacht habe, weil ich meistens halt gerade aus einer Beziehung kam,
die schon nicht so gut lief, mich dann getrennt habe und ich sehr, sehr häufig sehr schnell einen neuen Partner gefunden habe,
habe ich einfach oft gedacht, wieso habe ich dann jetzt schon wieder so ein Pech und erkenne heute aber erst die Muster
und dass da halt bei mir auch gewisse Muster einfach waren, gewisse Dynamiken, die abgelaufen sind.
Und ich gebe mir jetzt keine Schuld daran, aber ich weiß, dass ich teilweise halt einfach blind dafür war
und genau diese Männer dann immer wieder angezogen habe.
Aber warum? Warum zieht man die an? Also wir haben natürlich auch ein bisschen recherchiert
und wollen auf die verschiedenen Bindungstypen eingehen und die so ein bisschen erklären.
Genau, ich starte direkt mal rein. Und zwar gibt es den sicheren Bindungstyp.
Es geht darum, dass, ja wir haben es jetzt so aus der Kinderperspektive geschrieben,
aber weil auch man diese, die Sachen, die man in der Kindheit lernt, eben übernimmt im Erwachsenenalter.
Also der sichere Bindungstyp beschreibt, dass Kinder mit sicherer Bindung sich gesehen fühlen und ernst genommen fühlen.
Sie wissen, meine Bezugsperson ist da, wenn ich sie brauche.
Dadurch entwickeln Kinder eben das Vertrauen oder sie entwickeln Urvertrauen,
können Gefühle gut regulieren und gehen später meistens auch stabilere Beziehungen ein.
Dann gibt es noch den unsicher-ambivalenten Typen.
Diese Kinder erleben Bezugspersonen manchmal verfügbar und manchmal nicht.
Dadurch werden sie unsicher und suchen sehr viel Nähe und Bestätigung,
haben aber oft Angst vor Zurückweisung und können später klammern.
Das kann ich bestätigen.
Dann gibt es den unsicher vermeidenden Typ.
Dort lernen Kinder früh Gefühle zeigen bringt nicht viel oder das wird eben zurückgewiesen.
Sie wirken unabhängig, unterdrücken aber oft Bedürfnisse nach Nähe und Unterstützung.
Emotional ziehen sie sich eher zurück.
Es gibt noch einen letzten, der nennt sich der desorganisierte Beziehungstyp.
Hier ist die Bezugsperson gleichzeitig Quelle von Trost, aber auch Stress und Angst.
Kinder entwickeln kein klares Bindungsmuster und reagieren oft widersprüchlich.
Sie suchen Nähe, haben aber gleichzeitig Angst davor.
Hat es bei dem einen oder anderen vielleicht schon geklingelt?
Fühlt ihr euch wiedererkannt?
Mir fällt das gar nicht so leicht.
Ich finde mich wieder in diesem Bindungstyp unsicher ambivalent.
Es ist auch eher ängstlich klammernd.
Das hat sich bei mir durch viele Beziehungen gezogen.
Ich habe mir Fragen gestellt, warum ich diese Nähe so stark suche.
Warum mich die Distanz dann triggert.
Am Anfang ist immer viel zusammen und macht alles zusammen.
Dann habe ich immer das Gefühl gehabt, ich werde mehr abgelehnt.
Oder man lebt sich wieder auseinander und hatte schnell Angst, dass ich verlassen werde.
Das kenne ich schon auch aus früheren Beziehungen.
Ich dachte immer, der findet jetzt eine bessere.
Oder der macht nur noch was mit seinen Freunden.
Ich bin irgendwie abgeschrieben.
Als ich noch jung war, hatte ich Probleme mit Eifersucht.
Das habe ich irgendwann ablegen können.
Ich hatte in den späteren Entwicklungen das Gefühl, dass ich dachte,
wenn du mich betrügen willst, dann passiert es.
Das kann ich nicht verhindern.
Trotzdem ist aber dieses ängstliche Verlassenwerden schon geblieben.
Ich war immer sehr ängstlich, dass die Beziehung kaputt geht.
Und einfach unsicher, wenn jemand eher distanzierter war.
Es ist auch so, dass unsicher ambivalent gebundene Menschen sich eher vermeidende Partner suchen.
Ich habe immer diese Dynamik erlebt, dass ich dann ängstlicher war.
Es gab auch viele Konflikte von meiner Seite aus.
Ich dachte, wir müssen darüber reden. Was ist hier los?
Die Person wollte auch noch mehr an mich binden.
Ich hatte das Gefühl, dass der vermeidende Partner sich immer mehr zurückzieht.
Und ich immer mehr an dieser Beziehung ziehe.
Es war ein Pull-Push-Effekt, der da eingesetzt hat.
Ich hatte das Gefühl, es ging weniger um die Person selbst,
sondern was diese Dynamik in mir ausgelöst hat.
Und dass ich dadurch immer noch ängstlicher wurde.
Man versucht ja von dem anderen was zu kriegen, was der im Zweifel gar nicht hat.
Oder auch nicht bereit ist, zu geben.
Da gibt es ja vielleicht auch ein Gefühl von Bedrängung oder unverhältnismäßiges Verlangen.
Was der andere dann vielleicht nicht nachvollziehen kann oder nicht befriedigen will.
Die vermeidenden Bindungstypen sind ja auch eher sehr autonom.
Sie haben auch ihre Kindheitserfahrungen gemacht,
in denen sie eher abgelehnt oder abgewertet wurden.
Sie hatten nicht diese Stabilität zu Hause.
Im Sinne von, ich gebe dir Liebe, du bist mein Kind.
Sondern eher, du bist auf dich allein gestellt.
Das ist ja auch nur ein Bindungsmuster, was diese Personen wieder durchleben.
Man befindet sich in diesem System, wo man nicht einfach ausbrechen kann.
Ich habe gerade darüber nachgedacht, dass ich als Mutter mich auch schwer damit tue,
zu glauben, dass ich eine gute Partnerin sein kann.
Wie ist das bei dir?
Ich denke so ein bisschen in die Richtung, ich habe doch keine Zeit, ich bin immer müde.
Wie sollte es in eine gute, erfüllende Beziehung sein oder werden?
Oder geschweige denn auch in eine gute Familie, ein gutes Familiengefüge reinwachsen?
Ja, bei mir ist es glaube ich aufgrund dessen schon anders,
dass ich halt die Väter von den Kindern habe, die die Kinder auch regelmäßig nehmen.
Dass ich ja auch dann dieses freie Wochenende alle zwei Wochen habe.
Dass ich mir das schon immer viel einbauen konnte dann auch,
wenn ich einen neuen Partner hatte, dass ich dann auch Zeit gefunden habe,
wo man sich alleine kennenlernen konnte und wo ich mal nicht müde und erschöpft war.
Gleichzeitig habe ich dann aber auch gemerkt, dass ich schon auch Angst davor hatte,
einen Partner in diese Familie zu integrieren.
Das fiel mir schon schwer und ich habe dann auch gedacht,
boah, dann sieht der mich, wie gestresst ich bin und sonst sieht der mich ja nicht so krass gestresst.
Man hat ja auch so eine andere Rolle irgendwie,
man lernt sich ja kennen separat von den Kindern, im besten Fall.
Oder vielleicht ist es auch, ja weiß ich nicht, in den meisten Fällen, sagen wir es mal so.
Und dann, wenn man diese Tür so aufmacht und die Kinder in diese neue Beziehung reinlässt, dann...
Ja, es ist alleine aus dem Grund schon schwierig, wenn man jetzt die Tür aufmacht
und diese Person kommt in deine Familie rein, lernen die Kinder den kennen.
Und dann kann der jetzt auch nicht einfach wieder gehen, sondern das ist auch normal.
Da lernen die Kinder den kennen, genau, das ist mal das eine.
Aber dann sieht der natürlich auch die Dynamiken, die so da sind
und bewertet die vielleicht auch für sich anders und bewertet dich ja dann auch anders.
Man gibt ja dann nochmal von sich selber irgendwie so eine ganz andere Seite preis,
die man, ja eben, wenn man keine Kinder hätte, nicht preisgeben könnte, sag ich mal.
Ja, ich hatte bisher nur, also fast nur die Erfahrung, dass ich dann Partner hatte, die noch keine Kinder hatten.
Und da habe ich mir immer gedacht, so du kannst ja auch gar kein Bild davon machen.
Also du brauchst es dir auch gar nicht irgendwie anmaßen so.
Ja, das ist halt...
Vielleicht gar nicht so der richtige Gedanke, aber daran sieht man ja auch,
dass ich auch meistens gar nicht bereit war, irgendwie jemanden so ganz reinzulassen.
Aber ich hatte diese, ich habe die Zeit sehr genossen, wo ich mich mit meinen Partnern viel auch alleine
getroffen, also wo ich mich mit meinen Partnern viel alleine treffen konnte.
Und ja, das ist natürlich irgendwie nochmal ein anderer Aspekt.
Ja, total. Und macht es natürlich auch nicht einfacher, irgendwie dieses Mama-Sein in Beziehungen reinzugehen.
Aber ich wollte euch auch noch ein bisschen von meinen Beziehungen oder meinen Erfahrungen diesbezüglich erzählen.
Und zwar bevor meine Tochter geworden ist, glaube ich, würde ich behaupten,
ich hatte so einen Mix aus einigen nicht so tollen Beziehungen und einer richtig tollen.
Also so die war langjährig und war eine gute Beziehung, hat sich gesund angefühlt.
Ich war auch noch sehr jung, ich war Anfang 20.
Ich glaube, ich würde das aus heutiger Sicht auch ein bisschen anders führen.
Aber anyway, das war eine langjährige glückliche Beziehung, so aus der Vergangenheit betrachtet.
Oder auch damals war das so. Genau. Aber ich glaube, die Erfahrung, die ich in der Schwangerschaft gemacht habe
und eigentlich auch vor der Schwangerschaft, ist mir nochmal so in den Sinn gekommen,
weil die Beziehung zu dem Kindsvater war echt schwierig von Anfang an.
Weil sich seine Ex-Freundin so krass eingeschaltet hat und auch auf einmal versucht hat, ihn zurückzubekommen.
Und meinte, sie müsste von Großbritannien wieder nach Deutschland ziehen und so was.
Krass. Und hat quasi dieses sehr junge Glück krass gestört, an meinem Selbstwert gekratzt.
Weil würde ich gar nicht mal ihr so sehr zuschieben die Schuld, weil ich meine, er hat da ja vieles zugelassen,
was eigentlich nicht in Ordnung war. So.
Hast du denn eigentlich auch das Gefühl, dass du in dem Moment ja auch eher so dieser unsichere, ängstliche Typ warst in der Beziehung?
Also du hast ja gerade erzählt, du hattest davor eine langjährige, eher sicher gebundene Beziehung oder Bindung.
Und dann bist du jetzt mit diesem Mann zusammen, wo sich alles ein bisschen instabiler anfühlt.
Dann ist da die Ex-Partnerin, die sich einschaltet und ihn auf Krampf zurück haben will,
obwohl ihr schon zusammen seid.
Ja, doch, total verunsichernd. Also, weiß nicht, die haben sich ja so auch ab und zu mal getroffen.
Ich war da nicht dabei und wusste dann auch nicht, was da abgeht. Also es war schon irgendwie strange.
Dass er sich mit der trifft, die will ihn zurück haben und dass er sich trifft.
Also nichts dagegen, wenn beide damit einverstanden sind, mit irgendwelchen Ex-Partnern befreundet zu sein.
Aber in so einer Situation, wo die Ex-Partnerin um ihn kämpft und er erwartet dann, dass es völlig fein ist, dass sie sich treffen.
Ich glaube, er war schon auch ein Stück weit schwach an der Stelle und sie war auch eine hardcore Penetrante.
Also, weiß ich nicht, so mit 20-mal Anrufen und so und irgendwann.
Ich glaube, der hat halt schon den Fuß in der Tür gelassen, sonst hätte sie sich auch nicht gedacht, dass sie das so machen kann.
Ich habe auch noch eine andere krasse Beziehung erlebt, wo vielleicht kann ich von einer krasse Story erzählen.
Ich habe die Person, den Partner, vom Bahnhof abgeholt, er hat mir eine wüste Story erzählt und ich habe ihn da nicht ganz verstanden.
Ich habe dann so etwas gesagt wie, dann hast du es dir da im Klo des Zugs gemütlich gemacht.
Das war natürlich ein komplettes Missverständnis und daraufhin ist er halt ausgerastet.
Und meinte, wie ich so was von ihm denken kann und was ist das für eine Frage, die ich da stelle.
Das hat dann darin gemündet, dass er das bei McDonalds und Milkshake durch die Gegend flog und irgendwie ich.
So es lauter wurde, weil er nicht mit Karte bezahlen konnte.
Also nur noch mal zur Klarstellung, das war nicht der Kindsvater, sondern das war ein Partner aus deiner jüngeren Zeit.
Ja, ich glaube, ich war so 18.
Ja, krass. Aber ziemlich aggressiv auch, ne?
Bissi, nur Bissi.
Ja, und wie lange warst du mit dem zusammen?
Zehn Monate.
Ja.
Das war so ein ganz komischer Typ, der musste mich für ganz merkwürdige Sachen entschuldigen.
Der hat mir ewige Monologik vorgehalten.
Ich habe gedacht, wenn ich mich jetzt entschuldige, dann hält er die Klappe, was er nicht getan hat.
Also hat er richtig erwartet, du musst dich jetzt entschuldigen bei mir.
Ja, er hat mir halt erklärt, warum er dieses und jenes Verhalten nicht tolerieren kann oder nicht gut findet.
Er hatte auch so ein ganz krasses Regelwerk, wie Frauen zu sein haben und so.
Ja, das war echt crazy.
Ich steckte halt insofern so ein bisschen in der Klemme, als dass ich halt einfach zu dem gezogen bin, als meine Eltern im Sommerurlaub waren.
Ja, das war alles nicht so glücklich.
Und dann hatte ich natürlich auch große Scham und großen Stolz, da irgendwie zurückzukehren und zu sagen, ja, das ist doch nicht so cool.
Du hast bis dato noch bei deiner Familie gelebt und dann bist du ausgezogen und direkt zu diesen Typen.
Ja, genau. Es war so ein easy Ausweg, so von meinen Eltern wegzukommen.
Oder auch nicht easy.
Du arme und deine armen Eltern, dass die dich gehen lassen mussten, wenn du zu so einem aggressiven Typen irgendwie zählst, ne?
Ja, ja, das war nicht so cool.
Natürlich hatte ich auch so ein bisschen eine Vorgeschichte, ich wollte halt total raus.
Wie es halt so ist nach dem Abi, ne? Toll, erstmal nicht mehr über Schule nachdenken und so und frei sein und naja.
Also das heißt, du hast schon auch unterschiedliche Beziehungen geführt und die eine eher harmonischer, die andere eher nicht so.
Korrekt.
Und dann kam ja deine Tochter zur Welt. So, in der Zeit warst du Single und hast erst mal alles allein gestemmt.
Ja, genau, also das habe ich ja schon berichtet in der vorigen Folge, in der Schwangerschaft auseinandergegangen und dann war ich alleine mit meiner Tochter.
Dann gab es aber doch auch, als ich irgendwie alleinerziehend war, per Definition, ich habe alleine mit meiner Tochter in einem Haushalt gelebt, doch auch eine Beziehung.
Aber da gab es auch irgendwie recht viele Herausforderungen oder es gab einfach Herausforderungen, das ja auch normal ist.
Und das waren zum Beispiel so Themen wie unterschiedliche Regelwerke zu Uhrzeiten und Erziehungsansichten, verschiedene Erziehungsmethoden, die für mich teilweise nicht okay waren, was dann wiederum zu Konflikten geführt hat.
Man kann schon sagen, dass sich das am Ende für mich nicht wie so ein richtiges Familienzusammenleben angeführt hat. Wir haben zum Beispiel jetzt Weihnachten oder so auch nicht zusammen verbracht.
Man muss dazu sagen, ihr habt ja auch nicht zusammen gelebt, ne? Also ihr wart viele Jahre zusammen und hattet aber eure getrennten Wohnungen und naja, dann...
Ja, was ja grundsätzlich irgendwie auch cool ist. Ich mag die Idee total, ne? Weil Familienleben kann ja auch sehr anstrengend sein und da finde ich es gar nicht so verkehrt, wenn man sich irgendwie auch mal zurückziehen kann.
Es ist dann halt ein bisschen schwierig, wenn es dann um so Erziehungsansichten geht, wenn man den größteil des Alltags dann noch trotzdem alleine bestreitet mit dem Kind und der andere in der anderen Wohnung lebt.
Das ist ja dann schon irgendwie schwierig zu vereinbaren.
Ja, das stimmt, das macht es nicht leichter. Ja, also wie gesagt, Konflikte waren eben generell nicht so einfach und auf Dauer sind wir da irgendwie, ja, ich glaube über die Kommunikation oder mit der Kommunikation nicht auf einen Nenner gekommen.
Aber ich möchte hier den Hinweis dazu geben, dass die Trennung noch recht frisch ist und ich finde das gerade auch super schwer, konkreter auf die Sachen einzugehen, aber ich denke mal, das versteht ihr alle.
Ich verstehe es auf jeden Fall und ja, ich glaube, du hast genug Zeit, das erstmal zu verarbeiten und dann zu gucken, ob du darüber nochmal an der anderen Stelle sprechen möchtest, aber...
Genau, genau. Aber um auf die Bindungssysteme vielleicht zurückzukommen, ich glaube, ich habe es vorhin auch schon gesagt, aber ja, ich finde das recht schwer, meinen Bindungstyp so klar zu benennen.
Also man kann, wenn ich jetzt so in meine Urfamilie so zurückschaue, das haben wir in der anderen Folge auch schon erwähnt, kleine Menschen, große Antennen.
Mein Vater hat ja meine Mutter auch in der Schwangerschaft verlassen. Das war ja auch so eine Parallele zu meiner Schwangerschaft.
Und wir haben da systemisch auch schon so ein bisschen aufgearbeitet. So von daher irgendwie gibt es jetzt da kein böses Blut mehr oder so, aber manchmal frage ich mich eben, ob das trotzdem in meinen heutigen Beziehungen Thema ist.
Also weil ansonsten kann man eigentlich sagen, dass mein Elternhaus ein stabiles Elternhaus ist. Ich habe nie Streit erlebt wirklich. Also ich habe meine Eltern nicht streiten sehen.
Ja, kann man sich auch fragen, ob das so gut ist. Natürlich gab es Konflikte, das ist ja auch ganz normal, aber... Also weiß ich nicht, es gibt halt andere Streitkulturen, wo sich Leute auch ankeifen oder laut werden oder so.
So was habe ich so eigentlich nicht erlebt. Und du hast gerade erwähnt, das was deine Mutter da erlebt hat, dass dein Vater sie in der Schwangerschaft verlassen hat und dann wiedergekommen ist.
Ihr habt das ja systemisch aufgearbeitet. Kannst du da vielleicht noch mal ein bisschen was zu sagen? Also für die Leute, die vielleicht die Folge nicht gehört haben, wo es um diese systemische Aufarbeitung geht.
Man sagt ja quasi, dass es in dieser systemischen Arbeit darum geht, dass man Konflikte irgendwie auflöst, damit sie sich innerhalb der Familie und für die weiteren Generationen halt, dass sich das nicht widerspiegelt.
Also um das systemisch vielleicht noch mal so ein bisschen zu erklären, man kann sich das... Also die Systemik betrachtet ein Familiensystem ausgehend immer von einer Urfamilie.
Das sind die Eltern und die Kinder. Und die haben natürlich weitere Generationen nach hinten. Das sind dann die Omas und Opas und so weiter. Und es gibt bestimmte Konflikte, die man... Was heißt bestimmte?
Es gibt familiäre Konflikte, kann man ganz gut, je nachdem... Das ist eine Geschmacksfrage vielleicht. Damit aufklären, indem man sich die Urfamilie anschaut oder eben auch Generationen zurückgeht.
Die Systemik ist so ein bisschen... Wie heißt denn das Ding, was bei Kindern über dem Bett hängt? Wo so ein Balance-Ding, wo so viele kleine Bomben dranhängen und die halten sich...
Du meinst bei Babys so, ne? Ja, mobile. Mobile, ja. Ja, genau. Also eigentlich kann man ein System ganz gut mit einem mobile beschreiben. Das heißt, ein mobile ist ja ausgeglichen, wenn alle Teile an der richtigen Stelle hängen.
Und intakt sind. Ja, intakt sind, genau. Und meistens kracht aber ein System oder kann man es als Konflikt dann sehen, jetzt mal bildlich gesprochen. Wenn man einen Teil von dem mobile wegnehmen würde, dann hängt das schief.
Und in der Systemik ist das dann wie ein Konflikt, der gelöst werden muss. Und wenn man den gelöst hat, dann hängt das mobile wieder gerade sozusagen. Also jetzt mal ganz grob.
Also die Beziehungen sind wieder in Balance? Korrekt, ja. Genau. Das heißt, es hat ja schon dann den Aspekt, dass das, was deine Mutter, was du in der Folge ja auch beschrieben hast, irgendwie in der Schwangerschaft durchgemacht hat und Unsicherheiten in ihrer Bindung und Beziehung
sich vielleicht auch da an der Stelle auf dich übertragen haben könnten. Ja, beziehungsweise es ist ja so, man wiederholt die Sachen auch aus Liebe zu den Vorfahren.
Also es ist so ein bisschen wie, guck mal, was ich gemacht habe. Ich habe es genauso wie du gemacht. Also wie so ein kleiner Liebesbeweis.
Und natürlich sind das Dinge, die unterbewusst ablaufen und total absurd klingen, wenn man sie so auf dem Tisch packt irgendwie, weil man denkt so, hä, was ist das für ein Liebesbeweis, bitte schön.
Also das heißt, es gab schon Momente auch in Kindheit und Jugend und so, wo du halt irgendwie so eine Unsicherheit auch gespürt hast, ne?
Ja, ja voll. Also ich hatte in der Jugend auf jeden Fall auch mal eine Phase, wo ich ja echt dunkle Gedanken hatte. Ich glaube, ich habe jeden eine lange Zeit oder für einen längeren Zeitraum einfach jeden Nachmittag auf der Couch gelegt,
aber mich halt schlecht gefühlt und so gedacht, ich glaube, das interessiert keinen, wenn ich morgen nicht mehr in die Schule gehe so. Da ging es mir hauptsächlich um die Mitschüler so.
Ich habe mich da ja in dem Freundeskreis irgendwie, da war ich nicht angekommen scheinbar. Aber ich hatte jetzt auch nicht das Gefühl, dass meine Eltern das so groß wahrnehmen.
Ja, also so ein bisschen ambivalent irgendwie alles, ne? Grundsätzlich würde ich aber als Fazit schon ziehen, dass ich aus einem relativ heilen und liebevollen Elternhaus komme, aber ja, so richtig sicher gebunden in meinen eigenen Beziehungen fühle ich mich nicht, muss ich ehrlich sagen, ohne jetzt jemandem die Schuld dafür geben zu wollen, ne? Also ja.
Ja, und vor allem du bist halt auch nicht schuld, ne? Das ist auch an der Stelle immer ganz wichtig. Das sind halt vielleicht ja, wie gesagt, diese Bindungstypen, die sich dann auch irgendwie so anziehen und bedingen. Und jeder hat irgendwie eine eigene Kindheit, einen eigenen Rucksack, den er so mit sich rumträgt.
Ja, klar. Man kann schon sagen, dass halt so frühe Bindungserfahrungen auf jeden Fall Erwachsene Beziehungen beeinflusst. Definitiv. Und ob man jetzt genau definieren kann, wie da dein Bindungstyp ist oder nicht, aber man sieht, dass vieles einen Ursprung hat und wie wir uns auch entwickelt haben, wie wir uns mit unseren Kindern entwickeln, was wir da auch für Ansprüche vielleicht haben. Ja, und ich merke einfach zum Beispiel bei mir total doll, dass so emotionaler Menschen sind, die sich da so ein bisschen mit sich bewegen,
wie eine Abwesenheit oder auch wirklich Abwesenheit eines Elternteils. Also nicht nur emotional, sondern auch diese Person ist einfach nicht mehr da in meinem Leben, dass das halt ja tiefe Spuren hinterlassen kann und dass das bei mir halt einfach zu so großen Unsicherheiten geführt hat.
Mein Vater war ja irgendwann nicht mehr da, also ich hab ihn regelmäßig gesehen und irgendwann nicht mehr und das hat sich auch nie wieder aufgebaut. Ja, und das war einfach für mich extrem schwierig. Ich hab das als Kind gar nicht so doll als problematisch wahrgenommen. Also es war erst mal ein Schock, dass wir uns nicht mehr gesehen haben, aber ich glaube, so was führt einem erst richtig im Erwachsenenalter klar, dass einem was gefehlt hat und gerade diese Vaterfigur, dieser Halt von dieser männlichen Person. Naja, vor allem auch so ein abrupter Abbruch, ne?
Ja, genau. Der dir ja nicht erklärt. Ist er dir komplett erklärt worden? Nein, nein, nein, das wurde mir nie erklärt und ich glaube, es hatte auch in erster Linie nichts mit mir zu tun. Es war, also es hatte ja mit meinen Eltern zu tun und mit deren Beziehung im Sinne von wir erziehen noch gemeinsam, obwohl wir getrennt sind, das hat halt einfach nicht funktioniert. Und mein Vater hat halt seine eigenen Probleme auch, mit denen man teilweise schwer umgehen konnte und das glaube ich halt
hat dazu geführt, dass er sich zurückgezogen hat und irgendwann dann auch eine große Scham. Es war dann so, er hat sich einfach nicht mehr gemeldet und also ich hab immer für mich beschlossen zu glauben, dass er sich irgendwann halt enorm geschämt hat auch und dass es diesen Weg zurück nicht mehr gab, weil so viel Zeit verstrichen war. Aber ich hab halt immer die ganze Zeit versucht, Gründe dafür zu finden, auch Gründe zu finden, warum wir nicht gut genug sind, mein Bruder und ich, warum wir halt nicht mehr
zu ihm können, warum man es nicht mehr sehen will und ob er uns halt nicht genug lieb hat. Ja, aber das denkt man als Kind, man bezieht das total auf sich? Ja, das ist halt total schmerzhaft einfach und man kann das auch nicht von sich selbst abkoppeln.
Also, ja, ich hab glaube ich unbewusst immer dieses vertraute Gefühl eher bevorzugt. Mir wird ganz viel Liebe gegeben und dann wird mir das wieder weggerissen und mein Bindungssystem, also mein ganzes Nervensystem quasi war so, okay, das ist so das Altbekannte und genau dieses Muster lebe ich immer und immer wieder, weißt du? Also ich bin ja lange in Beziehung geblieben, aber ich hab Beziehung dann letztendlich zum Schluss meistens so richtig rigoros
abgebrochen und dann auch keine weiteren Diskussionen mehr zugelassen und da richtig hart den R-Cut gemacht mit Kontaktabbruch und sonst was, weil ich einfach für meine Kinder zum Beispiel auch nicht mehr wollte, dass sie diese unsicheren Bindungen bei mir sehen, also dass sie immer sehen, Mama geht's schlecht in der Beziehung und auch wenn es um die Väter von den Kindern ging zum Beispiel, war es einfach für mich wichtiger, dass wir uns irgendwann
als gemeinsame Eltern, aber nicht mehr als Partner irgendwie zur Seite stehen können und füreinander da sein können, dafür aber halt auch die Trennung in Kauf genommen, damit meine Kinder halt nicht sehen, du musst in dieser Bindung bleiben, die so schädlich für dich ist irgendwie, ne?
Ich hab immer irgendwie versucht auch mit beiden Vätern im guten Kontakt zu bleiben, auch wenn es oft extrem schwierig war.
Man will ja auch genau diese Unsicherheiten einfach nicht weitergeben.
Ne, ich möchte einfach, dass meine Kinder gesunde Beziehungen später führen können und ich glaube zum Beispiel bei meiner großen Tochter, weil ich halt mich so super gut mit ihrem Papa verstehe und mit seiner Frau und so, dass sie sich sicher gebunden fühlt.
Ich hab nicht das Gefühl, ich weiß, dass eine Trennung schmerzhaft ist, ich weiß, dass es ein Schmerz ist, den man ja auch nicht absprechen kann.
So, sie lebt ja nicht mit uns in einem Haus und kann jeden Tag ihren Papa sehen und jeden Tag ihre Mama sehen und trotzdem weiß sie irgendwie, sie kann mir lustige Sachen erzählen, die sie beim Papa erlebt hat und sie kann mir auch mal irgendwie nicht so gute Sachen erzählen und da ist eine Vertrauensbasis, die sie einfach hat, so ein Urvertrauen und nicht.
Die Bindung ist total gestört und kaputt, so ne.
Schon auch auf beiden Seiten, ne, also dass sie einfach angstfrei in beiden Beziehungen sich bewegen kann.
Ja, es hat sich irgendwie auch jetzt so im Verlauf der Folge, finde ich, so angehört, als hätte ich immer ganz viele Partner so mit nach Hause gebracht.
Das hat so nicht stattgefunden, also ich hab zwischen den Vätern einen Partner gehabt und jetzt zuletzt hatte ich halt auch nochmal einen Partner, nachdem ich mich von dem Vater meiner kleinen Tochter getrennt hab und das war natürlich auch super schwierig, irgendwie die so einzubinden in das Ganze und die auch als Familienmitglied so zu akzeptieren.
Also jetzt auch meinen letzten Partner, das war im Endeffekt so, dass er sich getrennt hat, das liegt nicht mehr in meiner Macht, aber es war auch für mich irgendwie dann schwer damit umzugehen, um meinen Kindern beizubringen, wie ist das eigentlich so, wenn jemand einfach wieder weggeht, weil die Väter sind ja nicht weg, weißt du, aber so der Partner, mit dem die vielleicht auch eine Bindung aufgebaut haben, der ist jetzt halt nicht mehr da, so ne, das fand ich auch extrem schwierig und neu auch, muss ich sagen.
Ja, wie willst du das Kindern auch erklären, ne, also deine jüngste Tochter ist?
Vier Jahre alt und sie hat sich sehr gut angefreundet mit meinem Ex-Partner, aber das, was ich gerade schon gesagt hab, er hat die Entscheidung getroffen und das ist dann nicht so, als würde dann nach irgendwie einer, zwei Jahren Beziehung da so ein Umgang stattfinden, das hat sich einfach so ergeben und ich muss damit leben und meine Kinder müssen es leider auch, aber das, was ich jetzt
in der Hand hatte, war, wie es weitergeht mit den Vätern der Kinder nach den Trennungen und ich glaube, wir schon versuchen oder ich schon versuche auf jeden Fall von meiner Seite aus da irgendwie alles zu geben, dass es irgendwie funktioniert und man auch nett zueinander ist.
Jawoll, total, auf jeden Fall, nichtsdestotrotz. Ich fühl mich nicht so, wie als würde ich niemanden finden, obwohl vielleicht schon.
Vielleicht findest du einfach keinen, weil du so Lady bist.
Ich muss, ne, ich, gut. Du müsstest ja suchen. Ich wollte gerade sagen, ich hab natürlich auch noch nicht gesucht.
Aber nein, man sagt ja eigentlich, dass wenn man aufhört zu suchen, dann kommt die Person, ne? So ist es doch. Ich bin ja gespannt.
Ne, ich glaube bei dir ist es auch gerade noch gar nicht so. An der Zeit vielleicht.
Es geht eher darum, ja vielleicht endlich mal höhere emotionale, oder es ist endlich mal, es geht eher darum, höhere emotionale Standards, mehr Selbstvernehmung zu etablieren und auch das schnellere Erkennen von gewissen Dynamiken lernen, ne?
Also so auch wieder innere Grenzen finden und wahrnehmen vor allem. Ich klopfe mir da ganz kräftig auf die Schulter auf jeden Fall.
So und weniger Bereitschaft für Verletzungen und Chaos und das so zuzulassen in diesen heiligen Gral der kleinen Familie irgendwie, die man ja auf jeden Fall ist, seinem Kind oder seinen Kindern in deinem Fall so, ne?
Ja, was ich ja auch vorhin schon gesagt habe, ne? Die Energie ist ja auch einfach begrenzt und meine emotionale Sicherheit in meinem Zuhause hat auf jeden Fall Priorität.
So. Es ist auch so schwer, wenn das irgendwie infrage gestellt wird, ne? Wenn so zum Beispiel Erziehungskonzepte infrage gestellt werden oder so, dann finde ich, das bringt so eine gewisse Instabilität.
Weil du bist dir dann in der Rolle als Mutter irgendwie deiner gar nicht mehr so klar und bewusst, wenn du zum Beispiel ja das Gefühl hast, von außen hinterfragt zu werden.
Und manchmal entscheidet man sich doch dann bewusst irgendwie gegen eine Partnerschaft, wenn man halt denkt, ich will einfach meinen Frieden.
Ja, aber ich meine, ich finde Mutterschaft ist eh irgendwie so was Unsicheres, weil man fragt sich ja die ganze Zeit irgendwie, mache ich das richtig, ist das alles so in Ordnung, ist das okay für diesen kleinen Menschen?
Also ich auf jeden Fall, ne? Ich weiß nicht, ob du das auch so stark hast.
Nee, ich weniger. Ich habe das weniger. Ich glaube es nach bestem Wissen und Gewissen zu machen und das, es reicht nicht immer.
Ich mache auch wirklich viele Fehler, aber ich merke es in dem Moment und sage, Scheiße, das ist nicht gut gelaufen jetzt gerade.
Ja. Und bei uns ist halt viel Reden angesagt dann bei mir und meinen Kindern und ich entschuldige mich halt dann sehr oft.
Und sage halt einfach, es ist blöd gelaufen, aber ansonsten bin ich glaube ich ein bisschen klar eigentlich damit, wie ich erziehen will und so was.
Ja, ich glaube da gibt es bei mir grundsätzlich auch irgendwie eine Klarheit, aber ja trotzdem verunsichern mich viele, viele Themen.
Wir haben ja letztes Mal glaube ich auch drüber gesprochen, so Thema Handy und so weiter.
Ein großes Fragezeichen. Ja, ich glaube die größte Priorität, die ich irgendwie gerade habe, ist mein Nervensystem zusammenzuhalten und so.
Und irgendwie gerade auch meine Grenzen zu schützen, ja.
Ja. Ja. Single-Sein ist manchmal kein Mangel, sondern irgendwie auch so eine bewusste Stabilitätsphase.
Und ich glaube, das machst du gerade durch. Du stabilisierst dich. Eigentlich mache ich das auch durch.
Ja. Eigentlich sind wir beide, ich sage ja auch immer, dass diese Stunde Podcasts aufnehmen irgendwie nochmal so eine weitere Therapiestunde ist.
Ja. Also das kann auch mal richtig verletzend sein, so wie gestern, nachdem wir den ersten Anlauf gestartet haben, diese Folge aufzunehmen und einen überwältigen vielleicht.
Und dann beim nächsten Mal kann es irgendwie wieder was total Heilsames haben.
Ja, ich finde auch generell die Gespräche drumrum, die so passiert, die sind ja manchmal auch schon ein bisschen so ein Deep Dive, weil wir sehr aussortieren, okay, was kommt jetzt mit rein, was kommt nicht mit rein.
Und da wird ja auch schon viel nachgedacht über die Dinge, die halt so passiert sind.
Ja, das stimmt. Ja, also wir merken, Beziehungsmuster sind veränderbar und man kann alte Muster nicht sofort rausschmeißen.
Also ich bin zum Beispiel, wir haben ja gerade über diese Stabilitätsphase gesprochen und ich merke, dass ich gewisse Dinge nicht mehr will.
Und ich glaube, das ist auch jetzt gerade so mit einer der längsten Phasen meines Lebens, die ich Single bin, weil ich mir schon immer schnell, ich habe mich schnell wieder in Partnerschaften reingepflüchtet.
Und habe vielleicht auch vermieden, an der einen oder anderen Stelle mal auf mich zu gucken und was so meine Muster sind und an denen erstmal zu arbeiten, damit es vielleicht beim nächsten Mal besser laufen kann, damit ich aber auch Dynamiken besser erkenne.
Und ja, ich glaube, diese Awareness verändert dann auch irgendwann die Partnerwahl, wenn man soweit ist.
Ja, klar. Also Baby-Steps, aber... Ja, und Grenzensetzen ist halt auch was, was wir lernen können.
Ja? Ist das so?
Wir hatten in den letzten Folgen schon öfter darüber gesprochen, dass du auch irgendwie damit ein bisschen Schwierigkeiten hast mit diesen Grenzensätzen.
Ja. Ja, und ich finde, die Kinder zeigen uns eigentlich auch oft, wie so gesunde Bindung aussieht.
Das wird einem klar, direkt und ehrlich auch mal ins Gesicht geschrien, was das Bedürfnis ist. Und dann kann man damit umgehen. Oder auch nicht.
Aber es ist eine sehr klare Kommunikation, finde ich, die man oft in Partnerschaften nicht findet, weil man aneinander vorbei redet, weil man nicht auf einem Level ist der Kommunikation,
weil manche Themen vielleicht besprochen werden wollen und andere eher nicht besprochen werden wollen oder wie auch immer.
Und da ist es halt mit den Kindern irgendwie einfacher, finde ich, diese Kommunikation.
Ja, man ist halt auch so zusammengewachsen und man ist ja so in der leitenden Rolle, sage ich mal. Und man kennt diese Beziehung einfach so gut.
Man sagt doch auch, dass Babys bis zu einem gewissen Alter, ich weiß gar nicht, wie lange das ist, ob die ein Jahr oder bis zum zweiten Lebensjahr oder so, dass die ganz lange denken, sie wären eine Einheit mit der Mutter.
Das finde ich auch so interessant, weil dass du als Baby noch gar nicht spürst, dass du ein Individuum bist, sondern du bist deine Mutter.
Und ich stelle mir so vor, du musst da ja auch irgendwie erst mal so rauswachsen, dich abnabeln und eine eigene Persönlichkeit werden.
Und man sieht diese ganze Entwicklung die ganze Zeit. Über Jahre guckt man sich das mit an und man kennt dieses Kind einfach.
Es sind dann auch unausgesprochene Bedürfnisse, die man erfüllen kann. Es ist alles so klar.
Ja, also mein Fazit ist irgendwie, wir haben nicht nur Pech. Es ist kein persönliches Versagen.
Ich denke, man kann immer daran arbeiten, wie ich gerade gesagt habe, das zu erkennen, Muster zu erkennen, auch an eigenen Mustern zu arbeiten.
Ich glaube, wir sind gerade vielleicht Single, weil wir zum ersten Mal verstehen, wie sich das anfühlen sollte, wenn man sicher gebunden ist.
Nicht nur für uns, sondern auch für die Menschen, die mit uns leben, also die Kinder in dem Fall.
Es ist ja für uns auch das größte Anliegen, dass wir sicher gebunden sein können, damit unsere Kinder sicher gebunden sind.
Ja, großes Learning.
Ich glaube, ich bin auch jetzt gerade an so einem Punkt, wo ich ganz lange Pause brauche, erstmal von Beziehung.
Und da ja einfach so meine Reise zu mir selbst so weiter stattfindet, also auch mit der Therapie und so was.
Und ich habe jetzt auch gerade einfach mehr Zeit nachzudenken und ich habe so ein gutes Gefühl, dass ich daran halt wachsen werde.
Ja, cool. Finde ich richtig gut.
Ja, wir sind da auf jeden Fall auch richtig gespannt auf eure Gedanken und eure Theorien bzw. eure Gedanken zu unseren Theorien.
Ändern sich die eigenen Beziehungsthänamiken durch die Kinder?
Seid ihr aktuell Single und erkennt jetzt in der Folge auch vielleicht das eine oder andere Muster wieder?
Hat sich eure Sicht auf Partnerschaften geändert im Laufe eures Lebens?
Das würden wir gern von euch erfahren.
Ja, schreibt uns gerne eine Mail, ansonsten auch unseren Insta-Kanal.
Unsere Kontaktdaten findet ihr in den Show Notes sowie auf unserem Instagram-Profil.
Das ist momsontheedge.podcast.
Also wir freuen uns auf eure Kommentare und bleibt dran, wenn ihr keine weitere Folge verpassen wollt.
Kleines Anliegen, wenn euch der Podcast gefällt, dann lasst auch gerne eine Sternebewertung da.
Aber nur fünf Sterne.
Und da fünf machen wir nicht. So, Beziehung geklärt.
Bis zum nächsten Mal.
Ciao.
Alle Mamas da draußen, ihr seid nicht allein.
Wir hören uns.
Feedback geben
Dir gefällt der Podcast und Du möchtest das mal loswerden? Du hast Tipps für neue Themen oder magst über den Inhalt bestimmter Folgen diskutieren? Dann wähle im Formular die jeweilige Episode aus und schreib uns eine Nachricht. Vielen Dank für Dein Feedback!