#3 Ich bin damit allein – zwischen Pflichtgefühl und Identitätskrise
20.02.2026 43 min Moms on the Edge
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge von Moms on the Edge sprechen wir über ein Gefühl, das viele kennen, aber kaum jemand laut ausspricht: Einsamkeit. Und zwar nicht nur das klassische „Ich bin allein“, sondern dieses viel diffusere, schwer greifbare Gefühl von innerer Isolation – mitten im Alltag, mitten unter Menschen, mitten im Familienleben.
Wir erzählen davon, wie sehr uns die ersten Jahre mit unseren Kindern an die Grenzen gebracht haben, von Situationen, in denen man merkt, dass das eigene Kind „aneckt“, laut ist oder einfach nicht so funktioniert, wie es gesellschaftlich erwartet wird.
Wir sprechen darüber, wie es sich anfühlt, wenn Freundschaften sich verändern, wenn man das Gefühl hat, nicht mehr dazuzugehören, oder wenn man sich selbst kaum wiedererkennt. Über Identitätsfragen und das Bedürfnis, sich am liebsten unsichtbar zu machen.
Wie immer geht es uns nicht um perfekte Lösungen oder kluge Ratschläge. Wir sind keine Expertinnen. Wir erzählen unsere Geschichte mit allen Brüchen, Zweifeln und offenen Fragen. Vielleicht erkennst du dich in dem ein oder anderen Moment wieder.
Vielleicht fühlst du dich ein kleines Stück weniger allein.
Wenn ihr mögt, teilt gerne eure Gedanken mit uns:
Fühlt ihr euch manchmal einsam, obwohl ihr eigentlich nicht allein seid? Was hilft euch durch diese Phasen?
Fühlt ihr euch manchmal einsam, obwohl ihr eigentlich nicht allein seid? Was hilft euch durch diese Phasen?
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Und an alle Mamas da draußen: Ihr seid nicht allein!
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Transkript
Wir haben uns mit der Situation lange überfordert und allein gefühlt, bis wir uns kennengelernt
haben und gemerkt haben, krass, anderen geht es echt auch so.
Also falls ihr gerade alleinerziehend seid und euch manchmal alles über den Kopf wächst
und ihr mental struggelt, dann seid ihr hier genau richtig.
Wir sprechen über Tabus, über die Scham, die uns begleitet, Angst vorm Scheitern, Wut
und auch Überforderung.
Und über dieses ständige Gefühl funktionieren zu müssen.
Obwohl es an allen Ecken und Enden brennt.
Wichtig, wir sind keine Expertinnen.
Uns geht es auch nicht um Diagnosen oder schlaue Ratschläge.
Wir wollen lediglich unsere Story teilen und vielleicht erkennst du dich an der einen
oder anderen Stelle wieder.
Ich bin Iri und ich bin Karo und zusammen sind wir Moms on the Edge.
Ich bin ein bisschen gespannt auf den Sound, weil wir nehmen heute woanders auf.
Aus dem Bett deiner Tochter.
Ja komm on, Bett.
Sonst aus deinem Bett.
Ja, stimmt. Und das ist ja eigentlich auch kein Bett hier.
Das ist ja eine krasse riesige Hochebene.
Es ist ein Liegeparadies.
So, das war wirklich...
Ja, bevor wir über das Thema Einsamkeit sprechen.
Unsere Folge heute heißt Ich bin damit allein.
Hat Karo euch einen Rant der Woche mitgebracht?
Willst du starten, Karo?
Ja, mein Rant der Woche ist, dass ich aber Anfang Januar...
Oder ich fange mal anders an.
Ich beziehe Bürgergeld aktuell.
Habe ich auch schon während meiner Selbstständigkeit in der Gründungsphase gemacht.
Seit letztem Jahr.
Dazu habe ich ein Einkommen angegeben.
Dieses Einkommen ist aber per se gar kein Einkommen, sondern ein Darlehen.
Und das bedeutet, das würde das Bürgergeld, das würde das Amt anders anrechnen.
Eben nicht als Einkommen.
Diese Veränderungsmitteilung oder diese Korrektur habe ich Anfang Januar angegeben.
Hab gesagt, hey, passt auf.
Ich habe das falsch angegeben.
Wie können wir damit umgehen?
Welche Veränderungen resultiert daraus?
Und dann habe ich sehr lange gewartet.
Letzte Woche habe ich dann mal angerufen, gefragt, jo, was ist denn damit?
Und dann wurde mir gesagt, ah ja, das sind ja auch die 20 Tage Bearbeitungszeit
schon lang überschritten.
Ja, ich schicke jetzt nochmal ein Ticket rein.
Jetzt gibt es nochmal drei Tage Bearbeitungszeit für uns.
Und dann, ja, in der Zeit sollten Sie von uns eine Antwort bekommen, eine Art Stellungnahme.
Und die habe ich nicht bekommen.
Obwohl ich ja, wie gesagt, Anfang Januar war das Ganze, jetzt haben wir Mitte Februar.
So, das habe ich heute nochmal angerufen mit dem Resultat, dass nochmal ein Ticket
reingeschickt wird und ich nochmal auf drei Tage Bearbeitungszeit vertröstet worden bin.
Auf die Nachfrage kann ich noch andere Schritte einleiten, um da schneller an ein
Ergebnis zu kommen. Dem wurde so ein bisschen ausgewichen.
Die Aussage war, die einzige Möglichkeit, die ich erst mal habe, ist, dass die
Bearbeiterin mir jetzt noch ein Ticket, noch ein Ticket rausschiebt, rausschickt
und ich dann eben nochmal drei Tage warten muss.
Also, cross fingers, dass ich jetzt eine Antwort bekomme.
Also, ich verstehe das richtig.
Du hast die ganze Zeit ein Darlehen bekommen, was du jetzt bald auch zurückzahlen musst.
Und das wurde dir als Gehalt angerechnet, weil die fälschlicherweise angenommen haben, dass es sich um
Gehalt handelt. Und jetzt geht es doch dann darum, dass sie dir eigentlich, wenn sie dir das die
ganze Zeit angerechnet haben, dass du von denen eine Nachzahlung bekommen würdest, die
wahrscheinlich nicht unwesentlich hoch ist.
Und da lassen die jetzt seit sechs Wochen auf sich warten.
Korrekt. Ich muss dazu sagen, ich habe das wirklich falsch angegeben, weil ich dachte, das ist ja wie ein
Gehalt anzusehen. Das ist ja ein Geld, was ich regelmäßig bekomme.
Von daher muss ich, dass ich habe das als Gehalt eingestuft, um dann darauf hingewiesen zu
werden. Ja, aber das ist ja per sie kein Gehalt.
Also ich war da im Unwissen war ich einfach.
Ja, ja, verstehe.
Trotzdem ein bisschen merkwürdig, dass es so lange dauert.
Und wir haben ja auch gewisse Vorgaben, wenn die nicht eingehalten werden, dann kann man, glaube ich,
auch Beschwerde einlegen und dann wird sich an die Teamleitung gewandt.
Und dass sie jetzt zum Schluss noch drei Tage Bearbeitungszeit hatten, sozusagen als letzte
Stufe und da dann gesagt wird, ach so, ja, das hat nicht so ganz geklappt.
Wir stellen uns hier noch mal drei Tage Bearbeitungszeit ein.
Ist schon ein bisschen heftig.
Ja, ich habe auch nachgefragt, ob ich irgendwie mich direkt an die Teamleitung wenden kann.
Und dann wurde gesagt, na ja, also damit, dass sie jetzt irgendwie ein neues Ticket erstellt, würde
sie sich an die Teamleitung wenden.
Okay, das ist doch gut.
Dann wird ja wahrscheinlich in den nächsten drei Tagen irgendwas passieren.
Hoffentlich. Ja, hoffentlich.
Wir halten euch auf dem Laufenden.
Okay, wir wollten ja heute ein bisschen darüber sprechen, wie sich die Zeit angeführt hat als
unsere Kinder sehr klein waren, wie du dich mit deiner Tochter gefühlt hast und wie ich mich mit
meiner zweiten Tochter gefühlt habe.
Man muss dazu sagen, dass wir es beide mit den beiden Kindern irgendwie nicht so leicht hatten,
in der Gesellschaft anzukommen, uns damit auch wohlzufühlen und Einsamkeit ja schon ein großes
Thema war.
Ich wollte gerade sagen, vor allem dieses Thema in der Gesellschaft anzukommen, sich wohlzufühlen in
Gesellschaft auch.
Ich hatte mitunter auch das Gefühl, ich bin auf der Straße unterwegs und manchmal begegnen einem
ja einfach Leute, die man kennt aus früheren Zeiten.
Und da habe ich schon gemerkt, ich möchte gar nicht mit denen sprechen.
So ich habe sehr lange gebraucht, um mit meiner eigenen persönlichen Veränderung, also eher mit der
einen einerseits mit der Situation Mama zu sein, aber auch ich.
Mein Körper hat sich so verändert und ich wollte, ich weiß nicht, ich wollte mich nicht
konfrontieren mit Leuten, die gerade nicht in meinem Inner Circle sind, die
ich weiß nicht, die mich von früher kennen aus lustigeren Zeiten irgendwie und mich da
offenbaren. Habe ich eher immer versucht gefühlt mich unsichtbar zu machen oder ein bisschen zu
ducken, im Zweifel, im schlimmsten Fall vielleicht auch mal die Straßenseite zu wechseln oder so und
zu sagen, nee, kein Bock mit dir zu reden.
Aber du meinst, das hatte schon mehr mit dir selbst zu tun und mit der Veränderung, die du gemacht
hast, als du Mutter geworden bist, als jetzt mit deinem Kind an sich?
Ja, für solche kleinen Straßenbegegnungen definitiv.
Also ich habe einfach zehn Kilo mehr gebogen und ich habe mich super, super unwohl gefühlt in meiner
Haut. Und ich weiß nicht, ich fand dieses Bild, ich glaube, ich hatte Angst vor abwertenden
Gedanken der anderen nach dem Motto, ja, mit Kind und jetzt sieht die so aus und ich weiß nicht,
manchmal kennt man ja so ein Gespräch, ich habe den und den getroffen, weißt du, wie der jetzt
aussieht und so und irgendwie, ich weiß nicht, ich wollte nicht, dass man so über mich redet
irgendwie.
Voll schade, voll traurig, dass du dich selbst auch so gesehen hast.
Ja, also um dann nochmal auf die Einsamkeit und die Gesellschaft zurückzukommen, ich habe mich
schon aufgrund des Verhaltens meiner Tochter zurückgezogen und wollte manche Begegnungen nicht,
ich wollte mich mit bestimmten Leuten in einem bestimmten Umfeld nicht treffen, weil ich Angst
hatte darauf, auf ein Unverständnis zu treffen, a, wie sich mein Kind verhält und b, habe ich
irgendwann festgestellt, man kann sich eigentlich gar nicht wirklich unterhalten. Ich glaube, das ist
aber so ein Kleinkind-Phänomen, das hat gar nicht per se unbedingt mit meiner Tochter was zu tun,
sondern ja, das Gespräch wird ja einfach immer wieder unterbrochen, vor allem wenn das Kind,
wenn man sich in einem Umfeld trifft, jetzt mal ein Standard-Café einfach, was nicht darauf
ausgelegt ist, vielleicht auch ein bisschen Kinderbeschäftigung anzubieten und dann, wenn es
aber Kinderbeschäftigung gibt, dann ist man aber auch dabei, gemeinsam mit dem Kind diese
Spielsachen oder bei mir war es so, gemeinsam mit dem Kind diese Spielsachen dort zu erforschen
und sich nicht unbedingt auf ein Gespräch konzentrieren zu können. Das ist so krass,
das war bei mir komplett anders. Für mich war es einfach selbstverständlich, ich treffe mich mit
meinen Freundinnen, weil ich habe gerade ganz viel Zeit, ich habe zwar wenig Schlaf und irgendwie
auch trotzdem viel Stress, aber ich bin zu Hause, muss nicht arbeiten und das Kind wird mitgeschleppt
vom Café und dann natürlich mal eine Spazierrunde oder wie auch immer, aber man hat, also ich habe
immer versucht, ganz viel, ganz schnell in Gesprächen loszuwerden, damit ich bloß irgendwie
zu Wort komme, bevor das Kind schreit und ja, natürlich hat man auch mal mit dem Kind gespielt
zusammen dann, aber ich habe mich auch ultra viel mit Freunden getroffen, die keine Kinder haben und
habe irgendwie gedacht, ich brauche das jetzt für mich und ja. Stimmt ja auch, stimmt ja auch, es ist
mega, mega wichtig und saugeil, dass du das machen konntest. Für mich war das...
Nee, es war trotzdem anstrengend, ne? Also es war auch wirklich ultra anstrengend, aber ich
habe es gemacht und manchmal hat es auch nicht geklappt. Ah ja, ah ja, okay. Da musste man
abrechnend nach Hause gehen und der nur noch geweint hat, ne? Aber ich kenne diese Einsamkeit
und ich kenne auch noch eine andere Angst und zwar diese Angst, dass man abgewertet wird, weil
das Kind viel schreit und sich vielleicht nicht so anpasst, wie andere Kinder das können. Ich habe
das ja damals bei dir extrem doll erlebt, als meine große Tochter klein war und wir uns
angefreundet haben und unsere Kinder sich angefreundet haben. Deine Tochter war damals ein Jahr,
anderthalb Jahre alt und meine Tochter ein Jahr älter. Zu dem Zeitpunkt, als wir uns kennengelernt
haben, will ich kurz einwerfen, war ich auch tatsächlich sehr einsam. Ich war am Ende sehr
dankbar, dass wir uns so gefunden haben und auch die Situation ja so ähnlich war und dadurch zum
Beispiel gemeinsame Abendessen stattfinden konnten, die man so mit anderen Elternfreunden
nicht hatte, weil das die waren, das sind so für mich immer irgendwie geschlossene Einheiten gewesen.
So wir gehen jetzt Abendessen, wir gehen jetzt nach Hause vom Spielplatz. Okay, tschüss, schön
Abend euch noch. Ja, ich war ja auch gerade frisch getrennt und deswegen hat das auch ganz gut gepasst.
Worauf ich gerade hinaus wollte, war, dass meine beiden Kinder ja extrem unterschiedlich waren.
Als ich das damals mit deiner Tochter gesehen habe, da konnte ich das gar nicht richtig greifen. Ich
dachte, warum weinst du so viel, warum ist es so schwierig? Dann auch nicht sehr entscheidungsfreudig,
keine Ahnung, möchtest du den Kinderwagen oder möchtest du mit dem Laufrad und dann kann das
andere Kind deine andere Sache haben und dann, nein ich will das, nein ich will das und dann,
dass man halt irgendwie auch an so einem Punkt auf der Straße wie festgewachsen war und nicht mehr
weiter kam, dann als Gruppe und meine große war ja irgendwie immer so unkompliziert, ach so, ja sie
möchte jetzt das, dann nehme ich den Kinderwagen und dann andersrum und ich habe immer gedacht,
kann doch eigentlich auch so einfach sein, also gar nicht irgendwie abwertend gemeint,
aber ich konnte mich gar nicht da hineinversetzen, dass das so schwer ist und dass ein Kind so viel
weint und so, ja bis ich dann meine zweite Tochter bekommen habe. Das war ja dann ähnlich,
also die beiden haben ja sehr viel Parallel, meine kleine Tochter und deine Tochter sind sich sehr
ähnlich vom Verhalten gewesen, so im Kleinkindalter. Ich habe superdoll Angst gehabt mit ihr rauszugehen,
abgewertet zu werden, warum schreit dieses Kind permanent und wenn sie einmal angefangen hat,
dann hat es ja auch tatsächlich nicht mehr aufgehört und ich musste irgendwie fluchtartig
schnell nach Hause und dann, wenn man eine halbe Stunde vom Zuhause entfernt war, ist man gar nicht
mehr zurecht gekommen, weil man dachte, okay schaffen wir das jetzt nach Hause oder ja, ich hatte
manchmal echt Angst, dass sie platzt, wenn ich sie so habe schreien sehen. Wow. Schämst du das nicht?
Dass sie platzt, nee, ich hatte mal... Wie sie blau werden auch, das war ganz beim Autofahren ganz schlimm.
Ah, oh Gott, ja ich erinnere mich, dass das nicht ging bei ihr, bei deiner zweiten, aber das habe
ich bei meiner nicht erlebt. Aber wo du gerade sagst fluchtartig, man muss nach Hause, du hast
mir eben eine witzige Anekdote erzählt, die ich bisher nicht kannte. Da ging es um die Begegnung mit
deiner Mama das erste Mal zwischen mir und deiner Mama das erste Mal. Ja. Willst du kurz erzählen?
Ja gerne, meine Mutter ist immer sehr direkt und ich glaube, sie merkt dann auch manchmal nicht,
dass das vielleicht auch ein bisschen konfrontativ rüberkommen kann. Ja, ich kenne sie ja schon immer
so, deswegen, ich hatte auch mal meine Probleme mit manchen Themen, was das Direkte angeht,
manche denke ich mir auch, sei doch einfach still, aber sie haut einfach raus und ich habe immer so die
Angst, dass andere Leute das dann als vielleicht provokativ auch auffassen oder so. Und ich weiß
noch, dass ich mit, also ich hatte meine Mutter zu Besuch in Berlin und wir waren mit dir und deiner
Tochter auf dem Spielplatz verabredet und ich habe halt zu meiner Mutter gesagt, bitte, bitte sag
nichts zu Karo über ihr Kind, weil das ja öfter mal auch schief geht irgendwie, dass ihr dann
nach Hause müsst oder sie halt die ganze Zeit weint. Weil die Stimmung um schnell umschlagen kann.
Genau, ja die Stimmung halt von alles ist harmonisch zu auf einmal innerhalb von einer Minute ist
Weltuntergangsstimmung umschlagen kann und ich hatte meine Mutter gebeten, dass sie das bitte
unkommentiert lässt und das fand sie ganz witzig, sie hat sich daran erinnert, dass ich ihr das gesagt
habe und muss darüber auch lachen. Wir haben uns dann auf dem Spielplatz getroffen, die Kinder haben
gespielt und ihr habt euch ja auch ganz gut unterhalten und sie meinte ja, Karo ist voll die nette und
dann kam der besagte Stimmungsumschung und ihr wusstet ganz schlagartig nach Hause
fahren und ja daran hat sie mich erinnert, also sie hat mir die Geschichte erzählt,
wie sie dich das erste Mal mit deinem Kind getroffen hat. Ja, ja, das fand ich sehr witzig zu hören
vorhin nochmal auf jeden Fall, aber es gab halt auch noch andere Situationen, die ich so erlebt
habe im bekannten Kreis und bekannten Umfeld, die so ein bisschen dafür gesorgt haben, dass ich mich
zurückziehe aus so, ja, aus so, keine Ahnung, großen Runden, netten kleinen Treffen. Vor allem,
wie gesagt, ich war ja auch so mit einer der ersten, die ja den Kind hatte. Klar gab es ein paar im
entfernteren Bekanntenkreis, aber diese besagte Situation oder eine dieser Situationen war zum
Beispiel, dass ich auf einem Geburtstag eingeladen war, das sollte über ein Wochenende gehen, hatte
jemand ein Haus im Grünen und wollte da feiern. Oh je, das war so schlimm. Also es war so. Ich
hab, ich wurde eingeladen auf diesen Geburtstag, ich wusste, es geht raus aus der Stadt und ich
wusste auch, ich bin so ein bisschen, ja, ich bin nicht autonom, wann ich nach Hause gehen kann und
wann nicht, das fand ich auch schon mal schwierig und hab im ersten Moment gesagt, naja, ich weiß
nicht, ich fühle mich nicht so ganz sicher, auch ja, mit meiner Tochter hab das schon auch erklärt,
dass das anstrengend sein kann und wurde dann aber überredet, dort zu kommen. So gut, jetzt bin ich
da irgendwie hingefahren, es wurde auch so mitorganisiert, dass ich da mit jemand mitfahren
kann und so. Autofahren war bei uns jetzt auch gar nicht so ein Thema, das war alles cool und dann
war ich aber dort, es ging auch darum, dass ich dort übernachte. Ich glaube, ich wollte zwei Nächte,
haben dann eine Nacht draus gemacht oder, ist ja auch bewusst, wie lange das ging, auf jeden Fall.
Wie alt war deine Tochter zu dem Zeitpunkt? Das ist ja auch mal nochmal ganz interessant,
weil dann, ob es so Baby oder Kleinkind, Alter, ja aber. Ich glaube so zwei, drei, ungefähr,
Kleinkind, auf jeden Fall, auf jeden Fall Kleinkind. Ja. Naja, ja und dann waren wir dort,
es gab einen Garten, es gab auch ein See, unweit von dem Garten und so, also wirklich idyllisch
und echt ein Haufen Leute, auch viele, viele, viele, die ich gar nicht kannte. Ja, aber meine
Tochter war, hat sehr viel Aufmerksamkeit gebraucht und hat mich krass genervt. Ich hatte das
Bedürfnis, vielleicht auch einfach mal auf einer Decke zu sitzen und mich mit jemandem zu
unterhalten und das hat sie die ganze Zeit permanent gekappt und dann auch wirklich
richtig Stress gemacht. Sie war auch ein Kind, so sehr, was du schon angerissen hast, ne. Ja,
ich will jetzt in den Kinderwagen, ach nee, ich will doch nicht in den Kinderwagen, immer hin und
her, hin und her. Und dann gab es eine spezielle Situation, es ging ja schon die ganze Zeit,
sie war sehr Mama, Mama, ich will das, ich will das, äh, äh, äh, am Rummaulen und ich natürlich auch
dementsprechend am Rummaulen und sehr, ja, mürrisch und also nicht gut drauf, logischerweise. Und
irgendwann hatte ich eben mit meiner Tochter erneut die Diskussion, ja, sie will das, ich sage nein,
und ich gebe dir jetzt nicht nach, was du gerne möchtest und die Geburtstagsfreundin hat dann
gesagt, ja, kannst du nicht einmal machen, was deine Tochter jetzt von dir will, so ganz ehrlich,
Karo, denk doch auch mal ein bisschen an die Gemeinschaft hier und ich dachte in dem Moment,
okay, fuck, was soll das, was willst du jetzt von mir, wenn ich ihr die ganze Zeit gebe, was sie will,
was ist, also das kann ich nicht zulassen, weil das, ja, was sind, was ist das für ein
Rattenschwanz, den das nach sich zieht, ne, so ist mein Erziehungsstil nicht, es muss eben gewisse
Grenzen geben und es war natürlich auch hochgradig peinlich einfach und das ging auch darum, ich
dachte so, Manuel, ich hab's doch vorher auch gesagt und ja, genau, ich hab dann auf jeden Fall meinen
besten Freund angerufen und gefragt, ob er mich da abholen kann, das hat natürlich auch ein bisschen
gedauert, wie gesagt, das war ein bisschen raus aus der Stadt, weiter draußen und das war, ja,
ein weiterer Punkt. Ich glaube, was du entweder vergessen hast, weil ich erinnere mich da auch
noch dran oder was du gerade nicht mit erzählt hast, ist nicht nur, dass dir gesagt wurde, du sollst
machen, was dein Kind jetzt sagt, damit das für alle friedlicher verläuft dort, sondern du wurdest
über Stunden ignoriert, es hat dann keiner mehr mit dir gesprochen und du saßt irgendwann alleine
und das war eins der ersten Sachen, die du mir darüber erzählt hast, dass keiner mehr mit dir
gesprochen hat. Boah, ich hab das komplett verdreht. Ja, du hast dann nur noch versucht mit deinem,
also bist mit deinem Kind nur noch so rumgetingelt und die Leute sind dir ausgewichen quasi und das,
es war einfach ganz schlimm. Ich bin komplett verdrängt. Ja, ich nicht. Krass. Ja, es war extrem
unangenehm. Gut, dass du mich darin erinnert hast oder auch nicht. Grüße gehen raus an die Person,
die hat sich ein paar Jahre später entschuldigt dafür, als sie dann selber ein Kind hatte. Das
finde ich aber stark, muss ich sagen, weil ich glaube, manche Dinge kann man nicht nachvollziehen,
wenn man keine Mutter ist und vielleicht hat sie dann da auch die Erfahrung gemacht, dass es nicht
immer so einfach mit Kindern ist und hat dann gemerkt, dass es dir einfach nicht fair gegenüber
war. Mit Sicherheit, Kar. Wir haben uns so ein bisschen ausgesprochen, also wir haben uns hin und
her geschrieben und ich fand es auch stark von ihr, dass sie sich entschuldigt hat. Das habe
ich auch angenommen. Klar, also da war eine sehr lange Pause auch dazwischen und daher ist jetzt
kein großer Kontakt mehr, aber ist auch okay. Ja, die Freundschaften, die können sich auf jeden
Fall ändern, wenn man Eltern wird und einen vielleicht so ein bisschen in die Einsamkeit
bringen, wenn man, weiß nicht, Special-Kinder hat oder ich weiß, um echt zu sein, es gibt keine
Diagnose, wenn ich jetzt sage Special, dann meine ich nicht, ja, weiß ich nicht, mein Kind hat sonst
was, sondern ein bisschen anstrengendere Kinder oder die nicht so kompatibel sind,
massenkompatibel sind, die auf jeden Fall Radau machen, wenn ihnen was nicht passt oder wenn man
nicht die Schlafzeiten einhält oder worin ich ja auch nie gut war. Es gibt voll viele Parallelen zu
unseren Kindern, aber es gibt auch echt viele Unterschiede, was das angeht, also zum Beispiel
dieses, na ja, so ein bisschen Aufstand machen, wenn man draußen unterwegs ist, ganz viel
Aufmerksamkeit, das hatten beide unsere Kinder und auf der anderen Seite ist ja meine kleine Tochter,
mit der ich es halt immer ein bisschen schwerer hatte als mit der Großen, ist ja dann total
kompatibel, wenn sie woanders ist, mit den Leuten dann zum Beispiel in der Kita und die sagen immer,
wow, sie ist so höflich und so nett und sie hat jetzt mal kurz eine Phase, wo sie dann so
ignoriert hat und zu viel rumgetobt hat mit ihrer Freundin, die dann auch mal getrennt werden mussten,
also in der Kita. Auch heftig, dass man die trennen muss. Ja, aber die sind auch eigentlich locker,
die haben dann halt die Konsequenz gezogen, die haben gesagt, okay, ihr hört hier nicht mehr zu
und dann müsst ihr die Konsequenzen tragen und einer geht dann in den einen Raum und bastelt und
der andere geht in den Bauraum oder keine Ahnung. Ja, auch richtig. Finde ich auch richtig so,
aber es war dann nicht so, dass es so, ja, system-Sprengermäßig jetzt irgendwie da Stühle
weggetreten werden oder andere Kinder geschlagen oder gibt es nicht, ich meine, das gibt es ja auch,
das war jetzt bei euch auch nicht so, aber deine Tochter hat sich in deiner Gegenwart noch am
Wohlsten gefühlt und auch unwohl mit anderen Menschen und meine ist ja eigentlich nur zu mir
so gemein. Ich wurde auch schon mal gehauen, aber ich glaube, an sich ist es gut. Ja,
ich glaube, das ist normal. Im Prinzip fühlt sich das wohl. Ja, das ist normal, dass Kinder auch mal
irgendwie sich da austesten und man dann mal einen Tritt gegen das Schienbein bekommt oder so ein
Schubser oder so was. Also das, ja, finde ich auch alles völlig normal. Ja, ich hatte das ja irgendwie
mit der Einsamkeit durch den Verlust von Freunden gar nicht so, ich habe mich ja aber auch nicht so,
jetzt sage ich mal, unwohl dann gefühlt, was mein Innerstes anging. So, ich war ja irgendwie noch so,
ich habe mich immer als dieselbe Person empfunden wie vorher, nur jetzt halt mit einem Kind,
was so manchmal unterbricht, wenn wir uns gerade unterhalten. Und da ist bei mir im Freundeskreis
wenig Veränderung gewesen nach beiden Kindern, aber das Gefühl von Einsamkeit hat sich ganz
deutlich bei mir eingestellt, als ich schwanger war mit meiner zweiten Tochter, das habe ich ja in
der ersten Folge erzählt, beziehungsweise in unserer Trailer-Folge, dass ich da einfach sehr
viel auch verlassen wurde und meine Erfahrungen mit Einsamkeit gemacht habe und da das erste Mal
realisiert habe, wenn ich mich auf jemanden verlasse, werde ich verlassen, ich muss das
alleine schaffen und ich bin tatsächlich ganz allein. Ich wollte gerade sagen, das kommt nicht
von ungefähr. Da sind schon Dinge vorgefallen, die dann zu diesem Gefühl auch führen, ja, also.
Und mittlerweile habe ich echt Probleme, mich da so einzulassen, Menschen hundertprozentig zu
vertrauen. Ich habe schon ein paar Freundschaften, die sehr eng sind, wo ich halt sage, okay, da ist
grundsätzlich Vertrauen da und auf der anderen Seite würde ich niemals mehr sagen, dass ich zu
hundertprozent vertrauen kann und dieses Gefühl macht irgendwie auch einsam. Ich fühle mich zum
Beispiel auch einsam unter Leuten. Ich fühle mich einsam, weil ich Gedanken habe, die ich dann nicht
teile und die ich mit mir ausmache und das ist auch ein riesiges Gefühl von Einsamkeit, aber ich weiß,
bei mir kam das durch diesen Vertrauensbruch vor fünf Jahren. Das war für mich so der Schritt in
die Einsamkeit und dann natürlich auch viel Kritik für das Kind auch ernten, so mit dem Verhalten.
Das kannte ich ja von meiner großen Tochter auch nicht, weil die so einfach so eine nette Liebe
angepasste ist und die Kleine dann halt überhaupt nicht und dann, ja, bin ich das erste Mal auf diese
Kritik von außen dann noch zusätzlich gestoßen. Weil das war diese, kam diese Kritik hauptsächlich
aus Familienkreisen oder auch ja aus Freundschaften? Nee, es gab mal was aus der Familie,
vielleicht war es auch nicht unbedingt von außen, also außer jetzt die Kommentare von der Familie,
aber es gab viel von Menschen auf der Straße so Blicke, so das Kind rastet aus und man sieht
diesen vernichtenden, verurteilenden Blick gerade von anderen Frauen komischerweise,
weniger von Männern finde ich und da habe ich schon immer zu spüren bekommen, so was ist denn
mit deinem Kind los? Ich bin dann auch echt immer innerlich sehr sauer geworden, ich habe dann so
gedacht, boah, als ob das jetzt immer so ist, sieht doch nur einen Ausschnitt von meinem Leben und kann
sie, kann mich doch nicht so abwertend angucken. Das ist dann immer dieses, dieser genervte Blick,
warum macht die Göre denn jetzt hier so einen Stress? So und man möchte sein Kind ja dann
beschützen vor diesen Blicken, man möchte natürlich auch nicht, dass Leute von einem denken,
dass man sein Kind nicht abzieht. Ja und das habe ich dann halt auch erst zu der Zeit kennengelernt,
als ich meine zweite Tochter bekommen habe. Sorry, wenn ich reingritsche, bei mir fällt gerade eine
krass Situation ein, die ich hatte, wo meine Tochter sich, ich glaube, 20 Minuten lang in
der Straßenbahn auf dem Boden gelegt hat und die Straßenbahn zusammen gebrüllt hat, gefühlt ohne
Grund. Davor hat sie ein sehr langes Nachmittagsschläfchen gemacht, worüber ich mich
gewundert habe, aber danach ist es, also eben sie ist aufgewacht und war die komplette Bahnfahrt,
ich glaube, die ging 20 Minuten schreiend auf dem Boden. Und ich saß da, ich habe anfänglich
natürlich viel versucht, irgendwie ihr, auf eine gewisse Art und Weise zu schlichten, ihr versucht,
Trost anzubieten, meine Arme anzubieten, zu sagen, pass auf, was kann ich machen, was brauchst du?
Und irgendwann habe ich gesagt, okay, du weißt, ich sitze hier, wenn du was möchtest, komm zu mir.
Und da habe ich für mich gedacht, ich scheiße jetzt auf diese anderen Leute, weil ich weiß gerade,
ich habe alles getan. Ich kann gerade nichts anderes machen. Ich hatte auch schon andere Situationen
in vollen U-Bahnen, wo das Kind unwillkürlich laut losquiecht in komischen Abständen und halt so
auch kurzzeitig immer aus und egal, einfach abschweif. Aber ja, so viel zum Thema von,
was macht man mit der Gesellschaft? Und irgendwann denkt man sich, man will diese Blicke nicht haben.
Ich finde auch dieser ganze Mütterverein ist echt der schwierigste, in dem man sein kann. Mütter
untereinander sind sehr anklagend. Ich glaube, Frauen sind auch echt nochmal verurteilender
als Männer es jemals untereinander wären und Mütter sind da nochmal eine Spur schärfer. Also dieses,
ah ja, du gibst den Schnoller, das mache ich aber nicht. Und du hast schon abgestellt, das weiß ich
nicht, ob das so gut ist. Absolut, das war genau der Grund, warum ich auch lange keine Freundschaften
eingegangen bin oder ja gefunden habe, weil ich so dachte... Du wolltest dich schützen vor der Kritik?
Ja, ja, kann ich verstehen. Ich habe keinen Bock auf dieses, ach du machst das so und so, ach du hast
schon abgestellt, ach du rauchst mal eine, ach du machst mal dies, aha, gar keine Lust. Ja, ich
glaube, da hatte ich einfach Glück, dass ich, weiß nicht, oder Glück, ich weiß nicht. Ich glaube,
ich habe immer den Eindruck vermittelt, dass ich mir sowas nicht sagen lasse, deswegen haben mir
Leute das wenig gesagt. Ja, kann sein, gut so. Ja, ich war ja immer sehr klar, wie ich das alles
machen will und mache und ich habe sehr viele Dinge gemacht, wo man von außen sagen könnte,
das macht man aber als Mutter jetzt nicht und ich habe es trotzdem gemacht, aber ich habe das nicht
offen für Diskussionen auch gelassen und ja, deswegen glaube ich, kam bei mir diese Verurteilung eher
von außen durch Blicke von Leuten, die mich nicht kennen. Sehr unangenehm. Ja, um beim Thema
Einsamkeit zu bleiben, ich habe mich immer nur als Ganzes gesehen, wenn ich in einer Beziehung war.
Ich glaube, dass ich mich sehr schnell an jemanden binde und dann ja, so ein Problem, aber auch mit
Nähe und Distanz habe. Ich wollte schon immer einen Partner, dann möchte ich diesen Partner auch
ganz nah bei mir haben, aber wenn der mir zu nah ist, dann lieber doch nicht. Zusammenziehen
schon mal irgendwie gar nicht gerade und dann auch nicht in die Erziehung reinreden lassen von den
Kindern. Ja, schwieriger Punkt. Ja, finde ich ultraschwierig und ich habe einfach glaube ich
lange nicht erkannt, was mein Wert ist, wenn ich mal nicht in einer Beziehung bin und ich muss auch
sagen, es gab nie lange Phasen, wo ich nicht in einer Beziehung war und jetzt bin ich schon mehrere
Monate getrennt und versuche gerade erstmal so mit mir alleine im Rhein zu sein und mit meinen Kindern
und so eine neue Selbstfürsorge zu entwickeln. Ich würde sagen, aktuell klappt das sogar ganz
gut dadurch, dass ich jetzt auch seit zwei Monaten abstinent von Alkohol lebe, habe ich auch noch mal
mehr Ruhe und nicht so viel Stress in mir und habe so eine neue Selbstfürsorge einfach entwickelt
und fühle mich gerade nicht mehr so einsam, obwohl ich sehr viel mehr allein bin als vorher. Richtig
komisch. Aber ich finde es eine super schöne Entwicklung. Ja. Das soll jetzt nicht von oben
herabklingen, aber... Klingt das gar nicht. Okay, sehr gut. Aber ja, ich finde auch nicht unbedingt,
dass allein zu sein, gleichzusetzen ist mit Einsamkeit. Also man kann sich ja auch unter Leuten
einsam fühlen, mit denen alle haben ein Gesprächsthema und können einer Sache folgen und man selber
denkt sich so, okay meine Themen sind so andere und das führt dann zu einer Einsamkeit. Ja,
ich war immer sehr gesellig, aber es war auch immer wieder in Kombination mit Alkohol,
dass ich mich dann super gut mit Leuten austauschen konnte. Ich war noch nie gut in Smalltalk,
ich brauche immer diese tiefere Ebene, das kann man ja ganz gut, wenn man irgendwie eingetrunken
hat und sich da dann auszutauschen, aber ich habe auch immer schnell gemerkt, dass meine soziale
Batterie dann von 100 auf 0 einfach leer ist und ich sofort merke, ich habe kein Interesse mehr an
dieser Person gegenüber, die ich ihr nicht kenne, die mich nicht interessiert. Das hat immer sehr
schnell umgeschlagen und da habe ich dann immer wieder gespürt, dass diese Einsamkeit einfach da
ist. Ja, aber dann umso schöner natürlich, dass das jetzt aktuell ein bisschen abgenommen hat,
und ja, du den Fokus auf andere Sachen legst und ein bisschen zur Ruhe kommst und also was diese
Themen anbelangt und dann aber, ja, du machst ja eben auch regelmäßig die Therapie und so und ich
glaube, das sind ganz, ganz wichtige Schritte und Themen, weil ich glaube nämlich, dass man,
ja ich weiß nicht, wenn man ein Stück weit im Reinen mit sich selber ist, das heißt ja nicht,
dass alle Themen geklärt sind, aber dass man dann auch da hinkommen kann, dass man sich selbst
genug ist und das Thema Einsamkeit oder ich fühle mich nicht so wertvoll, weil ich keinen Partner
habe und ja, dass die dann ins Reine kommen so ein bisschen oder? Ja, das glaube ich auch. Ich
hoffe, ich habe jetzt keinen Kauderwelsch erzählt, aber worauf hinaus ist, dass das geht, auch wenn
man ohne Beziehung ist oder mal, weiß nicht, für eine Woche alleine wegfährt oder so, dass dann, ja,
weil Einsamkeit ist irgendwie so betrübend. Ja, allein sein nicht unbedingt. So, ich bin jetzt
alleine, ach schön, ich bin alleine, ich kann machen, was ich will, so könnte es ja auch sein,
aber es wird immer wieder verwechselt, obwohl es wirklich zwei komplett unterschiedliche Dinge
sind. Also du kannst ja allein sein und dich null einsam fühlen und du kannst einsam sein,
wenn du alleine bist, aber auch wenn du unter Menschen bist. Es sind halt wirklich zwei
komplett unterschiedliche Paar Schuhe und ich finde es auch immer wieder krass, wenn man mit seinen
Kindern ist und sich dann diese Einsamkeit einstellt, dass man dann doch immer wieder denkt,
warum fühle ich mich so einsam, obwohl ich gerade mit meinen Kindern bin, obwohl es ganz logisch ist,
weil man sich mit allein sein, im Sinne von ich habe keinen Partner, der das hier mit mir durchzieht,
sehen darf, sondern du hast nicht das Gegenüber, du hast gerade vielleicht irgendwie eine Last auf
den Schultern oder irgendwas auf dem Herzen, was du gerne teilen würdest. Du möchtest deine Kinder
aber auch nicht belasten und die fragen ja auch nicht, die stellen ja selber ihre Forderungen.
Ja, die sind ja auch nicht ansprechbar, weil das ist ja nicht auf Augenhöhe, das ist ja klar.
Ja, genau, aber diese Einsamkeit kann dann halt noch mal viel krasser sein, wenn du Kinder hast,
weil da ist jemand, mit dem du diese Dinge aber nicht besprechen kannst, weil es deine Kinder
sind und weil du dich gerade um die kümmerst. Ich wollte gerade sagen, die fordern halt extrem deine
Aufmerksamkeit, aber das, was in dir schwelt, das kann irgendwie nicht so richtig bearbeitet werden.
Ja, das ist auch was, was sich jetzt ein bisschen neu gerade justiert bei uns. Ich merke, dass jetzt,
wo ich die Pause vom letzten Job habe, dass ich die Zeit mit meinen Kindern auch viel mehr genießen
kann und wir auch mal so richtig quality-ter miteinander haben und dann über längere Stunden
basteln oder halt dann kochen oder weiß nicht, selbst kleine Dinge einfach super viel Spaß machen,
wenn wir mal einen Filmabend richtig geplant zusammen machen. Das war sonst auch eher so,
die Kinder dürfen mal einen Film gucken und ich setze mich irgendwo hin und daddel am Handy rum und
jetzt ja, habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass wir uns so als Familie zu dritt einpendeln,
was voll cool ist. Klingt voll gemütlich. Ja, ist auch eine gemütliche Jahreszeit,
ein zwei Monaten tiefster Winter. Ja, das stimmt, das stimmt auf jeden Fall. Wie ist es denn jetzt
bei dir mit dem Thema Einsamkeit? Wie fühlst du dich heutzutage? Also deine Tochter ist ja jetzt
auch schon zehn, das ist ja jetzt nicht mehr dieses Kleinkind-Alter, wo man die ganze Zeit
alles geben muss, sage ich mal, und wo auch alles gefordert wird. Es ist jetzt halt eigentlich ein
ganz anderes Level nochmal erreicht, aber wie geht es dir heute damit? Sehr gute Frage,
ich habe lange nicht darüber nachgedacht. Was mir in der Vorbereitung der Folge aufgefallen ist,
dass sich das für mich ab dem Zeitpunkt leichter angefühlt hat, ab dem wir uns kennengelernt haben,
was ich ja vorhin auch schon gesagt habe, weil wir dann eben auch mal so gemeinsame Abendessen hatten,
wo man halt eben den Tag zusammen aus klingen lassen hat. Ja, da habe ich es ja oft übertrieben von der
Zeit, und dann sind wir viel zu spät losgegangen, dadurch war das Kind dann überdreht. Und ja,
das hatte andere Folgen, die es mit sich gezogen hat oder mit sich gebracht hat. Aber für mich
persönlich, ich glaube, das war im Grunde durch diese Einsamkeit, habe ich es aber auch so übertrieben
dann. Also wenn ich dann mal, wie soll ich sagen, so ein Tröpfchen mit Zweisamkeit oder so genießen,
oder was genießen, also hatte, dann habe ich das voll ausgekostet. Meinst du jetzt mit Freunden?
Mit Freunden, ja. Also die Zweisamkeit mit Freunden, weil die Kinder sich mal gerade so
schön miteinander beschäftigen oder? Ja. Was mir auch aufgefallen ist, ist, dass man Freundschaften
eher pflegt, wenn die Kinderfreundschaft stimmt und die Elternfreundschaft. Für mich war es sehr
schwer, Freundschaften zu pflegen, wenn es mit den Eltern schwierig war, aber die Kinder sich
super verstanden haben. Aber deine Frage war, ob ich heute noch einsam bin. Ich hatte sehr lange eine
Beziehung, das hat, glaube ich, auch dazu beigetragen, dass ich mich nicht mehr so einsam
gefühlt habe. Aber aktuell, wo ich keine Beziehung habe, fühle ich mich sehr selten einsam. Also ich
kenne das schon noch, aber es hat sich so ein bisschen eingestellt, muss ich zugeben. Würdest du
sagen, diese Beziehung, die ist ja auch aus einer Freundschaft rausgewachsen, würdest du sagen,
dass dir das ein Stück weit an Vertrauen zurückgegeben hat und so dieses, da ist jemand,
der für mich erstmal da ist und dadurch alles so ein bisschen wieder ins Gleichgewicht gekommen
ist? Ja, ich glaube an vielen Stellen schon. Ob es jetzt vor allem beim Thema Einsamkeit der
Fall war, weiß ich nicht, weil wir uns ja so lange kannten und schon so viel begleitet worden sind.
Oder ja, war es schon lange dabei, eigentlich seit Stunden 0, seit der Schwangerschaft. Also es war
einfach mein bester Freund und dann war der, ich meine wir waren ja insgesamt auch eine coole
Dreiercombo. Ja, aber speziell, ich glaube es hat andere Sachen geheilt. Ich glaube, ich sage
jetzt einfach ja, weil ich denke am Anfang doch, ja, doch 100 Prozent. Das riecht an meinen Rumeiern.
Da hat man ja dann erst, während der Aufnahme, zu nahe erkennen. Ja, heute öfter mal. Ja,
man muss dazu sagen, wir haben uns auch heute schon vor der Folge über so viele Dinge ausgetauscht.
Stimmt. Und wir haben auch spontan entschieden, was die Kernpunkte der Folge sein werden und
das war jetzt auch so ein akutes Thema Einsamkeit und ja, vielleicht auch so ein bisschen dieses
gesellschaftliche Ding, wie wird man behandelt, wenn man Kinder hat? Wie wird man behandelt,
wenn man etwas kompliziertere Kinder hat? War jetzt halt vorher auch Thema bei uns,
ne? Deswegen haben wir jetzt spontan entschieden, dass wir das als Hauptthema der Woche nehmen.
Ja, hat gut gepasst auf jeden Fall. Ja, und ich fand's irgendwie auch voll, das hatte,
da hatte das gerade was ganz Therapeutisches für mich und hat mir echt extrem gut getan,
mal über das Thema zu sprechen, weil Einsamkeit ist, glaube ich, für mich so echt eins der
Hauptprobleme, die ich so mit mir rumschleppe auch. Es ist nicht schön zu sehen, dass Leute das auch
kennen. Es ist aber schön zu sehen, dass man damit irgendwie nicht alleine steht, da steht und dass
es anderen halt auch so geht. Und darum geht's uns ja irgendwie hauptsächlich auch in diesem Podcast,
zu sagen, wir haben irgendwie Probleme, die sind groß und auch klein und mittel. Es ist alles dabei
und ja, hoffentlich, wenn ihr das hört, fühlt ihr euch auch nicht so allein. Ja, wir würden uns
freuen, wenn ihr uns mitteilt, ob ihr euch auch manchmal einsam fühlt und vielleicht auch Tipps
gebt, wie ihr damit umgeht. Schreibt uns gerne Kommentare. Ihr könnt uns aber auch gerne eine
E-Mail schreiben oder bei Instagram eine Nachricht dalassen. Genau, unsere Kontaktdaten findet ihr in
den Show Notes und wir freuen uns auf jeden Fall mega doll von euch zu hören. Ja, und auf die nächste
Folge, oder? Ja, auf die freue ich mich auch. Bis bald! Mach's gut! Wenn ihr wissen wollt, wie unsere
Story weitergeht, wenn ihr uns auf unserer Reise begleiten wollt und hören möchtet, wie wir mit
all dem umgehen, dann bleibt unbedingt dran. Abonniert den Podcast, aktiviert die Glocke und verpasst
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Und an alle Mamas da draußen, ihr seid nicht allein. Wir hören uns!
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