Moms on the Edge

Dein Podcast für Alltags-Truecrime

#2 Wut, Schuld & Scham – von schwierigen Familiendynamiken, über volle Brotbüchsen, bis hin zu gestapelten Klopapierrollen

von schwierigen Familiendynamiken, über volle Brotbüchsen, bis hin zu gestapelten Klopapierrollen

16.02.2026 61 min Moms on the Edge

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge wird’s roh, ehrlich und emotional.

Wir sprechen über Gefühle, die oft im Verborgenen bleiben: 
Wut, Schuld und Scham – und darüber, wie sehr sie unseren Alltag als Mütter (und besonders als Alleinerziehende) prägen können.

Ausgangspunkt ist unter anderem die Ablehnung einer Mutter-Kind-Kur und die Frage, warum es so viel Kraft kostet, Unterstützung überhaupt erst zu bekommen. Wir erzählen von Erfahrungen mit Therapeut*innen-Suche, von familiären Spannungen, verletzenden Kommentaren zur Erziehung und davon, wie schwer es sein kann, Grenzen zu setzen – auch gegenüber Menschen, die uns eigentlich nahestehen.

Außerdem geht es um finanzielle Sorgen, um dieses ständige Mitdenken und Organisieren (aka Mental Load) und um die Frage, wie viel Verantwortung wir uns selbst aufladen – und was davon vielleicht gar nicht unsere Baustelle ist.

Wie immer teilen wir unsere persönlichen Geschichten, ohne Anspruch auf Lösungen oder Diagnosen. Vielleicht findest du dich in dem ein oder anderen Moment wieder – und fühlst dich damit ein kleines Stück weniger allein.

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Unterstützung & hilfreiche Links
Wenn ihr selbst gerade nach Hilfe sucht oder euch eine therapeutische Begleitung wünscht, könnt ihr hier unkompliziert Termine für Erstgespräche finden:
 https://www.116117-termine.de/

Beratung und Unterstützung rund um Mutter-/Vater-Kind-Kuren bietet außerdem das Müttergenesungswerk.

Wenn's mal richtig brennt: https://www.nummergegenkummer.de/elternberatung/.
Hier könnt ihr anynom und kostenlos in Akutfällen Unterstützung bekommen.

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Wenn ihr mögt, teilt gerne eure Gedanken mit uns:
Wie geht ihr mit Schuldgefühlen um? Was hilft euch im Alltag? Und wo wünscht ihr euch mehr Unterstützung?

Wenn ihr unsere Reise weiter begleiten wollt, abonniert den Podcast und verpasst keine Folge von Mom’s on the Edge.

Und an alle Mamas da draußen: Ihr seid nicht allein!


Instagram: https://www.instagram.com/momsontheedge.podcast/
oder @momsontheedge.podcast

In dieser Folge wird’s roh, ehrlich und emotional.

Wir sprechen wir über Gefühle, die oft im Verborgenen bleiben: 
Wut, Schuld und Scham – und darüber, wie sehr sie unseren Alltag als Mütter (und besonders als Alleinerziehende) prägen können.

Ausgangspunkt ist unter anderem die Ablehnung einer Mutter-Kind-Kur und die Frage, warum es so viel Kraft kostet, Unterstützung überhaupt erst zu bekommen. Wir erzählen von Erfahrungen mit Therapeut*innen-Suche, von familiären Spannungen, verletzenden Kommentaren zur Erziehung und davon, wie schwer es sein kann, Grenzen zu setzen – auch gegenüber Menschen, die uns eigentlich nahestehen.

Außerdem geht es um finanzielle Sorgen, um dieses ständige Mitdenken und Organisieren (aka Mental Load) und um die Frage, wie viel Verantwortung wir uns selbst aufladen – und was davon vielleicht gar nicht unsere Baustelle ist.

Wie immer teilen wir unsere persönlichen Geschichten, ohne Anspruch auf Lösungen oder Diagnosen. Vielleicht findest du dich in dem ein oder anderen Moment wieder – und fühlst dich damit ein kleines Stück weniger allein.

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Unterstützung & hilfreiche Links
Wenn ihr selbst gerade nach Hilfe sucht oder euch eine therapeutische Begleitung wünscht, könnt ihr hier unkompliziert Termine für Erstgespräche finden:
 https://www.116117-termine.de/

Beratung und Unterstützung rund um Mutter-/Vater-Kind-Kuren bietet außerdem das Müttergenesungswerk.

Wenn's mal richtig brennt: https://www.nummergegenkummer.de/elternberatung/.
Hier könnt ihr anynom und kostenlos in Akutfällen Unterstützung bekommen.

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Transkript

Wir haben uns mit der Situation lange überfordert und allein gefühlt, bis wir uns kennengelernt haben und gemerkt haben, krass, anderen geht es echt auch so. Also falls ihr gerade alleinerziehend seid und euch manchmal alles über den Kopf wächst und ihr mental struggelt, dann seid ihr hier genau richtig. Wir sprechen über Tabus, über die Scham, die uns begleitet, Angst vorm Scheitern, Wut und auch Überforderung. Und über dieses ständige Gefühl, funktionieren zu müssen. Obwohl es an allen Ecken und Enden brennt. Wichtig, wir sind keine Expertinnen. Uns geht es auch nicht um Diagnosen oder schlaue Ratschläge. Wir wollen lediglich unsere Story teilen und vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle wieder. Ich bin Iri und ich bin Karo und zusammen sind wir Moms on the Edge. Ja, wir wollten eigentlich mit einer Kategorie starten, mit einer Kleine, wenn man so überlegt. Und zwar unserem ganz persönlichen Rent der Woche. Was war da los? Hast du einen? Ich habe glaube ich keinen, aber das ist ja... Hau mal raus. Wir haben ja festgestellt, dass wir eigentlich ziemlich viele Rents hatten. Kleinere, die zusammengenommen dann einen ganz großen Rent ergeben. Genau, aber ich habe was brandaktuelles mitgebracht und das hat erstmal für ganz viel Aufruhr bei mir gesorgt. Und zwar ist mein Rent der Woche die Ablehnung meiner Mutter-Kind-Kur. Genau, ich hatte kürzlich eine Mutter-Kind-Kur beantragt und habe da mit dem Arzt drüber gesprochen über meine mentalen Themen. Ich bin ja auch schon öfter in ärztlicher Behandlung deswegen gewesen. Als ich auch noch im Arbeitsverhältnis war, gab es da oft auch Momente, wo ich mich einfach überfordert gefühlt habe. Ich hatte schon mal vor sechs Jahren eine Burnout-Diagnose. Das war aber noch in dem Job, in dem ich vorher gearbeitet habe. Und das hat sich ja aber eigentlich nie gelegt und ich habe es ja auch wirklich nicht richtig bearbeitet oder aufgearbeitet und habe dann einfach so weitergemacht mit dem nächsten Job und der Burnout ist wiedergekommen oder geblieben. Ich kann es gar nicht genau sagen. Hauptsächlich geht es da um die Themen Burnout, depressive Episoden, mentale Erschöpfung, Überbelastung durch dieses Alleinerziehendsein. Zumindest mit meinem einen Kind. Meine andere Tochter lebt ja jetzt zur Hälfte bei ihrem Vater und reicht aber auch, mit einem Kind alleinerziehend zu sein. Das ist ja trotzdem viele Orga-Themen auch, ja, auch wenn das Kind, ja, wenn ihr, sag mal, euch das gut aufteilt. Ja, gibt es ja trotzdem Sachen, die, das heißt ja nicht, dass es dann wirklich komplett weg ist für eine Woche, also. Ja, die Große war ja auch, bis sie neun Jahre alt war, hauptsächlich bei mir und jetzt, wo sie selbständiger wird und das alles mit der Schule auch schon ein bisschen mehr selber in Angriff nimmt, ja, lebt sie halt bei ihrem Papa und bei mir. Also wir wechseln wöchentlich und also es ist trotzdem natürlich noch viel und gerade halt auch mit diesen ganzen Themen, die ich da habe, finde ich berechtigt mich das auch mit so einer Mutter-Kind-Cur zu machen. Und ich habe die auch ganz selbstbewusst alleine beantragt, ohne irgendwie vorher mal zu so einer Anlaufstelle zu gehen, beziehungsweise ich habe mich mit der Hausärztin zusammengesetzt und die hat mir geholfen. Bis dahin wusste ich aber auch tatsächlich noch nicht, dass so viele Mutter-Kind-Kur abgelehnt werden. Und das war erst mal ein ganz schöner Schock, als ich dann den Brief am Wochenende erhalten habe. Also das ist jetzt zwei Tage her, vor zwei Tagen habe ich den geöffnet und da ist erst mal wieder alles über mir eingebrochen und ich habe gedacht, oh Gott, wie soll ich das bloß schaffen, jetzt muss ich Widerspruch einlegen und da ging vorgehen und Ärzte marathon und irgendwelche Gutachten holen. Ich finde es einfach super enttäuschend, dass die Krankenkasse das einfach ablehnt und da waren wirklich Begründungen drin, die ich überhaupt nicht verstehen konnte. Ich kann ja mal ein Beispiel nennen, ich habe hier gerade den Brief vor mir liegen und zwar, dass dort liest doch eine fachärztliche Abklärung notwendig sei und gegebenenfalls Therapieeinleitung. Je nach Schwere der Erkrankung stehen dann neben den ambulanten Maßnahmen gegebenenfalls Krankenhausbehandlung und Rehamaßnahmen über den Rentenversicherungsträger zur Verfügung. Zum einen bewilligt mir die Krankenkasse schon den dritten Durchlauf für die Psychotherapie, wo ich einfach von ausgehe, das müssten Sie ja dann wissen, dass ich in Therapie bin. Zum anderen frage ich mich, was ich als alleinerziehende Mutter denn im Krankenhaus sollen, wo dann meine Kinder sind. Da würde ich doch denken, dass die Mutter-Kind-Cur eigentlich der geeignete Ort für diese Stabilisierung und Rehabilitierungsmaßnahme ist. Das kommt einem schon wieder so vor, als würde die rechte Hand, ich weiß noch, was die linke macht. Also es ist so, lest ihr die Akte eigentlich? Ja, ja tatsächlich. Es hat mich glücklicherweise wütend gemacht, weil ich dadurch natürlich total ins Machen gekommen bin und am Montag gleich alle Hebel in Bewegung gesetzt habe. Ich habe mir beim Kinderarzt dann nochmal das Asthma meiner Tochter diagnostizieren lassen, was sie dann auch für die Mutter-Kind-Cur berechtigt und habe bei meinem Hausarzt angerufen, habe mit meinem Psychotherapeuten gesprochen, der mir da jetzt auch ein Schreiben aufsetzt und werde da natürlich in Widerspruch gehen. Aber erstmal habe ich gedacht, oh Gott, wie soll ich das alles schaffen? Und das ist mir schon wieder viel zu viel und viel zu viel emotionaler Ballast. Das ist auch so absurd, weil wenn sich jemand in dieser Situation versucht, Hilfe zu holen, wird es einem dann irgendwie noch schwerer gemacht, diese Hilfestellung, die es ja schon gibt, was ja gut ist, aber das überhaupt in Anspruch nehmen zu können und dann da irgendwie immer, weiß nicht, ja, und dann musst du noch zu dem Arzt und dir das Abzeichen abholen, so nach dem Motto so Deutschland, Land der Scheine. Ich habe mich dann, weil ich mich so geärgert habe, habe ich mich da auch ein bisschen hingesetzt und recherchiert. Ich bin dann nicht superdoll in die Tiefe gegangen und es ist auch schwierig, da Zahlen von heute zu finden. Aber was auffällig ist, ich habe da zum Beispiel vom Mütter-Genesungswerk, die sind dafür zuständig, Mütter in solchen Situationen zu unterstützen, auch die Anträge zu stellen. Da habe ich einen Bericht gefunden, wo es um 2022 ging, also man kann sagen eigentlich noch mitten in der Pandemie. Und da gab es ja einen enormen Ansturm auf solche Kurren. Also man muss sagen, dass ja zum Beispiel diese Post-Covid-Erkrankungen dazu ja auch geführt haben und diese Doppelbelastung, die Eltern hatten, teilweise Homeschooling und von zu Hause arbeiten und dass das psychische Belastung nach sich zieht, ist ja auch logisch. Und da gab es dann einen riesigen Ansturm auf die Mutter- oder Vaterkindkuren, generell Familienkindkur. Und dann gab es erstmal erfreulicherweise auch von den Kostenträgern ganz viele Bewilligungen. Dieser Ansturm oder Anstieg ist dann aber nicht zurückgegangen seit 2022, sondern immer mehr. Kuchen wurden beantragt, die Krankenkassen haben aber ganz, ganz viele der Anträge abgelehnt und vor allem oder lehnen heute noch ganz viele Anträge ab und vor allem diese, die nicht über so einen Träger kommen wie das Müttergenesungswerk, da werden wohl nur 7 Prozent aller Anträge abgelehnt und ja bis zu 14 Prozent war die letzte Zahl, die ich gelesen habe, wird von, also der Anträge werden abgelegt von Leuten, die das selbstständig machen. Aber auch auf keiner rechtlichen Grundlage, ne? Ne, genau. Du kannst dann in Widerspruch gehen und das ist dann sehr wahrscheinlich, dass du es bewilligt bekommst. Ja, also das war auch das, was ich bei der Recherche so rausgefunden habe, dass wenn du in Widerspruch gehst, dass davon zwei Drittel aller Anträge dann genehmigt werden. Also man hat ein wenig den Eindruck, dass die Krankenkassen darauf hoffen, dass die Menschen, die erkrankt sind, dann auch den Kopf in den Sand stecken und sich sagen, ach das war wohl nichts und dann kann ich die Kur halt nicht machen, schade. Ja oder das auch gar nicht wissen. Ich meine, du wurdest ja von deinem Arzt auch nicht irgendwie darauf hingewiesen, dass es gut möglich sein kann, dass du da eine Ablehnung bekommst, ne? Also das ist ja auch keine Information, die natürlich auf Plakaten steht, nach dem Motto, sie müssen einfach nur Widerspruch einlegen, weil ja es kommt einem so ein bisschen so vor, als wäre es so systemisch so organisiert, dass das, ja weiß ich nicht, einem schwer gemacht wird oder ja das sind halt Kosten, die da getragen werden müssen, die wahrscheinlich auch sehr hoch sind und dass die erstmal versuchen, da drum herum zu kommen, kann man sich vorstellen. Genau, aber ich werde da jetzt in den Widerspruch gehen, habe damit noch einiges zu tun und hoffe, dass es dann irgendwie in einer Woche schon ein bisschen anders aussieht. Aber du kannst ja auch ein Liedchen davon singen, ne? Du hast ja auch mit deiner Therapeuten-Suche und dann schließlich mit deiner Therapeutin auch ja einige skurrile Erfahrungen in die Richtung gemacht. Interessante Erfahrungen gemacht, ja. Also ich habe selber sehr lange gebraucht, um mich zu entschließen, den Weg einzuschlagen, einen Therapeuten zu suchen, was interessanterweise also erstmal sehr schnell ging. Du hast mir da so einen schönen Link geschickt, den können wir auch nochmal in die Show Notes packen, falls das jemand auch tangiert oder braucht. Man bekommt dann über diesen Link sehr schnell einen Termin. Therapeuten müssen diese Erstgespräche auch anbieten, das heißt aber nicht, dass sie dich erstmal aufnehmen. Und dann hat man, wenn es dann aber heißt, okay, ich denke ich habe Platz, ich kann mit der arbeiten, ich möchte mit der arbeiten, dann gibt es nochmal, weiß ich nicht, glaube ich so drei, vier Gespräche, in denen erstmal herausgefunden wird, was ist denn hier der Kasus-Knaxus und bin ich denn der richtige Therapeut? Und ja, also ich hatte recht schnell, ich hatte erstens recht schnell einen Termin und dann wurde auch gesagt, ja, das erscheint mir sinnvoll, ich glaube wir machen mal diese Erstgespräche und dann schauen wir nochmal. Kurze Frage, da hat sie dann also quasi auch signalisiert, dass sie Platz für dich hätte? Ja, ja, so wurde das. Ich glaube, wenn es keinen Platz gäbe, dann machen die diese drei, vier Erstgespräche nicht. Nee, aber das erste Erstgespräch wird tatsächlich angeboten, auch wenn sie keinen Platz haben. Genau, ganz genau. Was auch schon irritierend genug ist, würde ich sagen. Er hofft sich ja, dass man nicht nur ein Gespräch führt. Ja, gut, ich meine man muss sich ja quasi auch ein bisschen kennenlernen und schauen, ok, passt man zueinander? Und bei mir war es jetzt so, dass ich beim dritten Termin, also sie hat schon im ersten Gespräch so angedeutet, naja, vielleicht passt bei ihnen besser in Coaching, weil ich sehr mit diesem Jobthema zu ihr gegangen bin und gesagt habe, dass ich nicht so richtig weiß und dass mich das so ein bisschen vor eine Ratlosigkeit und Ohnmacht stellt. Und ja, aber beim dritten Termin kam ich dann mit so einer, ich kann mal sagen Verdachtsdiagnose, ADS, ADHS, irgendwie so in die Richtung. Und am Ende des Gesprächs meinte sie quasi, naja, also das müssen sie ja dann erst mal rausfinden und dann können sie die richtige Therapieform finden. Und ich dachte, ich war irgendwie verwundert darüber, weil ich dachte, naja, weil ich glaube, es wäre gut, trotzdem weiter im Gespräch zu bleiben, um einfach der aktuell gegebenen Situation, ja, das weiter zu unterstützen. Aber das kam für sie scheinbar nicht in Frage. Und dann stellte ich am Ende der Sitzung die Frage, also sehen wir uns dann jetzt nicht mehr und sie so, ne, genau, wir müssen das jetzt erst mal rausfinden. Da hier habe ich ja auch so eine Liste für sie und ich schicke ihnen dann noch was. Das war, ich glaube, ich weiß nicht, was im Dezember oder im Januar, auf jeden Fall habe ich immer noch nichts von der Frau erhalten, kein Schreiben. Naja, müsste ich wahrscheinlich dann gegebenenfalls noch mal nachbohren, wie es immer so schön ist. Ich weiß noch nicht, ob ich das mache, aber ja, es fühlte sich so ein bisschen, ja, ich wurde einmal gegänzelt von der Therapeutin. Naja, wenn man es jetzt sehr zugespitzt ausdrücken möchte. Naja, ich finde das gar nicht so zugespitzt. Also eigentlich hat sie dich gecancelt, weil das hört sich ja an, als ob jemand, der den Verdacht hat, ADHS zu haben, bei ihr nichts zu suchen hat und selbst wenn man ADHS hat, kann man sich ja psychotherapeutisch in Behandlung befinden und das ist mir irgendwie ein bisschen unklar, warum sie daraus schließt. Okay, das mit uns macht dann hier keinen Sinn mehr. Tschüss, ciao. Ja, ich weiß nicht, vielleicht habe ich meinen Fall nicht dramatisch genug dargestellt. Das habe ich mich so gefragt, ob ich ihr meine Verzweiflung nicht gut genug oder ja, verständlich genug rübergebracht habe. So, ich glaube, sie hat so gedacht, na ja, mit einem Coaching wäre es ja auch getan, aber sie haben eigentlich nicht so richtig Geld für ein Coaching. Na ja, gut, aber zuständig fühle ich mich trotzdem nicht. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, mein Eindruck war auch immer, wenn ich zu der gegangen bin, ging es mir gut an dem Tag, aber die Tage drumrum eher dunkelblau-grau, so nach dem Motto, dass ich das dann vielleicht auch nicht so ausdrücken konnte. Ich weiß es nicht. Also ja, es war auf jeden Fall ein merkwürdiger Abschluss. Neue Runde, neues Glück, würde ich sagen. Ich gehe einfach nochmal zurück auf los. Ja, ich finde es sehr traurig zu hören, weil du auch sehr lange mit dir gehadert hast, überhaupt diesen Schritt zu machen, was vielleicht auch mit so einer Stagnation zu tun hatte bei dir. Du hast ja öfter auch Momente gehabt, in denen du dich einfach, ja eigentlich seit dein Kind da ist, hast du dich ja auch immer mal wieder in diesen Episoden befunden, wo es dir wirklich gar nicht gut ging. Und dann diesen Mut zu fassen und zu sagen, hey, ich mache das jetzt mal und ich möchte einfach irgendwie ja was erreichen. Und dann kriegst du sogar einen Therapieplatz, überraschenderweise relativ schnell und wirst dann so abgesägt. Das finde ich sehr traurig, ja. Na ja, wie gesagt, ich gehe jetzt vielleicht einfach nochmal über los. Muss ich mal gucken, bis wann ich mich dann so überwinden kann. Ja, oder ob ich wirklich diese Stellen anlaufe, die sie mir gegeben hat für Ärzte, die ADS und ADHS diagnostizieren können. Das ist aktuell ja einfach auch sehr überlaufen. Weil und andersrum kann das natürlich auch, muss es nicht das sein, aber viele Symptomatiken, die ich habe, weil die einfach einen anderen Grund haben. Ja, na ja, also man kann halt, ich sag mal typische Beschwerden haben, aus vielerlei Gründen, ohne dass es dann diese Diagnose am Ende ist. Aber es fühlt sich trotzdem sehr ähnlich an und ja. Aber nicht nur das berechtigt einen ja auch für eine Therapie zum Beispiel. Also es geht ja immer, es läutet auch davon aus, dass man zum Beispiel eine Depression haben muss, um in Therapie zu sein. Aber theoretisch hat da jeder Mensch drauf Anspruch, wenn man ein bestimmtes Thema auch mal bearbeiten will. Und ja, dich da auch nicht zu fragen. Möchten Sie dann vielleicht erst mal sich darum kümmern und dann wiederkommen oder wollen wir das zusammen angehen? Nee, das schien ausgeschlossen, ja. Ja, schwierig, schwierig. Auch mit diesen ganzen Diagnosen, man ist da doch etwas gehemmt auch. Und es ist super schwierig, nicht nur Psychotherapeuten in Berlin zu finden, sondern auch einen Termin bei einem Psychiater zu bekommen. Und der wäre ja notwendig, um da eine Diagnose zum Beispiel zu stellen. Genau, also diese Liste hat sie mir gegeben. Aber das hat sie auch gesagt, sie ist nicht diejenige, die das diagnostizieren kann. Das war auch nicht meine Erwartung. Aber muss sie natürlich auch trotzdem noch mal klar formulieren. Dafür habe ich auch totales Verständnis. Aber ja, was wir in dem Gespräch dann gemacht haben, war so ein bisschen zu erörtern. Sie meinte, sie kann keine konkrete Diagnose stellen, aber nach dem Gespräch könnte es schon so sein, weiß sie jetzt auch nicht. Ach man. Aber vielleicht was leichteres? Ich weiß nicht, wird es leichter heute? Nein, es wird nicht leichter. Ich kann dir garantieren, es wird nicht leichter. Ich war jetzt in den Ferien, in den Winterferien bei meinen Großeltern, also den Urgroßeltern von meinen Kindern. Meine Großmutter ist schon länger dement. Also es wird seit einem Jahrzehnt mindestens vermutet, dass sie Alzheimerdement hat. Eigentlich wurde es diagnostiziert, aber es ist auch in relativ leichter Form und hat sich nie wirklich verschlechtert. Jetzt habe ich da aber eine Erfahrung gemacht, die wirklich unschön war und wo ich nicht ganz weiß, wie es da auch weitergehen soll. Die beiden sind einfach schon sehr alt und ich bin immer sehr, sehr gerne zu Besuch bei meinen Großeltern gewesen. Das war auch so ein bisschen mein Safe Space, weil ich ja nicht immer das beste Verhältnis mit meinen Eltern habe, wie du weißt, und da auch schon einige Kontaktabbrüche waren. Ja und jetzt waren wir in den Winterferien dort und ich hatte das Gefühl, dass da der Krankheitsgrad meiner Oma nochmal sich ein bisschen vielleicht verschlimmert hat. Ja und theoretisch müsste man jetzt eigentlich auch mal meinen Opa abchecken lassen, der aber verständlicherweise auch seine Unabhängigkeit nicht verlieren möchte. Ich glaube, das ist generell ein schwieriges Thema, auch für ältere Menschen zu begreifen, dass sie dann irgendwann Hilfe brauchen. Und da sind einige Themen auch gewesen, die mich sehr geärgert haben und die ich so auch von meinen Großeltern nicht kenne. Eine überkonservative Haltung mir gegenüber dahingehend, dass ich alleinerziehend bin mit beiden Kindern, dass ich nicht richtig erziehe, dass mein Kind einfach ganz laut und schrecklich ist und das waren wirklich keine schönen Ferien. Also ich habe quasi gerade den Kopf voll und habe sehr viel Enttäuschung und Wut gerade in mir aufs System, was ich eben schon in meinem Rent der Woche angebracht habe, natürlich auf diese familiären Strukturen und muss da jetzt erstmal so ein bisschen wieder in die Entspannung finden und auch die Dinge für mich abarbeiten. Willst du vielleicht ein bisschen die Situation erzählen oder ist das...? Ich kann es kurz anreißen. Also ich war mit beiden Kindern dort und meine kleine Tochter ist jetzt vier Jahre alt und die ist so ein bisschen anders vom Gemüt als meine große Tochter. Eigentlich so wie ich als Kind war, relativ ungehalten, auch sehr ungeduldig, kann sehr laut sein, weint viel, aber auch wenn sie sich verletzt, sie weint immer sehr schnell auch und ob sie jetzt hinfällt oder ob irgendwas nicht passt und ich würde sagen, dass ich das oft ganz gut im Griff habe. Es kam jetzt auch mit ihrem Alter, wurde das immer besser. Es war aber von Geburt an halt relativ schwierig, also sie hat sehr viel geschrien als sie klein war und ich habe es mir eigentlich nicht so gut vorgestellt, dass es sich so schnell so gut entwickeln würde. Dennoch kann ich auch verstehen, dass das für meine Großeltern anstrengend ist, wenn sie laut und viel weint, was bei diesem Besuch eigentlich nicht der Fall war. Deswegen hat es mich umso mehr schockiert, dass meine Großeltern... Ja, ich muss da anders anfangen. Also wir sind spazieren gegangen, weil meine Eltern dorthin zu Besuch gekommen sind, wo meine Großeltern wohnen, um dann meine große Tochter für die Ferien abzuholen und ich wollte mit meiner Kleinen danach einen Tag später wieder abreisen, zurück nach Hause und dann war ich mit meinen Eltern und den beiden Kindern noch draußen spazieren, wir sind noch ein bisschen rodeln gegangen und dann noch in ein Café und waren so ungefähr 2,5 Stunden unterwegs zusammen und als wir wiedergekommen sind, ist diese ganze Situation eigentlich innerhalb von 30 Sekunden eskaliert. Also wir sind zur Haustür rein und mein Opa ist einmal etwas lauter geworden, was ich auch in Ordnung finde. Er hat quasi nur einmal auf den Tisch gehauen und die Kleine soll nicht so ein Radau machen. Er macht das oft mit so... Ja, er drückt das aus, aber er ist nicht bösartig dabei. Für ihn ist das dann alles gesagt und dann ist es auch wieder gut, aber meine Oma ist leider sehr, sehr beleidigend mir und meiner Tochter gegenüber geworden und hat dann letztendlich auch gesagt, dass wir verschwinden sollen und dass wir nicht mehr zu Besuch kommen sollen und dadurch, dass da dieses Thema Demenz vorliegt, ist es halt super schwierig, weil man muss dann immer versuchen zu differenzieren, was kommt wirklich aus ihr, was ist die Demenz und man weiß ja zum Beispiel auch, dass Stadium 1 in der Demenz aggressiv macht. Also sie war eigentlich mal eher eine sehr zurückhaltende Person, sehr, sehr lieb, eine sehr ruhige Frau und die Demenz, da kehrt sich glaube ich jetzt so das Innerste, was vielleicht über Jahrzehnte nie gesagt wurde, so ein bisschen nach außen. Es war eine hässliche Situation. Zumal meine Tochter daneben stand und fürchterlich geweint hat und das halt auch gespürt hat, dass sie da gerade beleidigt wird und ich habe da einfach nur diesen Beschützer-Instinkt gehabt und war einfach, okay, Rückzug, Rückzug und wir sind dann fluchtartig abgereist. Ich habe dann meine Eltern angerufen, die waren, weil sich das alles in so kurzer Zeit ergeben hat, gerade erst losgefahren von unserem Treffen und sind dann wieder umgedreht und haben mich eingesammelt. Genau, ich habe versucht, das noch zu klären, aber da sind ja einfach, da ist einfach diese Haltung da. Man muss Kinder erziehen, man muss Kinder vielleicht auch mal übers Knie legen oder du wirst jetzt da und da in den Raum gesperrt, da mit Ruhe ist. Also das Ding ist, ich bin mir sehr sicher, dass meine Großeltern nie mit ihren Kindern so umgegangen sind, was ich gut finde. Aber dadurch, dass das Nervengerüst da vielleicht ein bisschen fragiler ist auch in dem Alter und die das einfach nicht mehr abkönnen mit dem, ja, Geweine oder Geschrei, ist es halt, ja, neigen sie dazu dann irgendwie so sehr oder meine Großmutter sehr rabiat mit uns umzugehen und das hat das Fass irgendwie zum Überlaufen gebracht. Im Nachgang wurden da Sachen auch angebracht, wie ich mich verhalten haben soll, die einfach überhaupt gar nicht stattgefunden haben und das hat mich so ein bisschen erschrocken, aber auch wegen dem Gesundheitszustand der beiden, weil ich einfach denke, man müsste da jetzt vielleicht schon in Richtung Pflegegrad, Pflegeunterstützung gehen, tatsächlich auch für beide, aber man würde niemals meinem Opa diese Autonomie so nehmen können und sagen, du gehst jetzt zum Arzt und lässt dich da und da hingehend untersuchen und das ist einfach sehr schwierig, weil man möchte ja trotzdem helfen und trotzdem unterstützen und das kann man natürlich nicht, wenn die beiden da so zumachen. Ja, ich weiß nicht, wie man da mit am besten umgeht. Ich kann mir vorstellen, dass das auch viele von euch schon erlebt haben, Familiendynamiken, die ja nicht ganz gesund sind auch für einen selbst, für seine Kinder und vor allem diese Vorwürfe, dass man seine Kinder nicht erziehen kann und dass man daran schuld ist, dass sie sich nicht benehmen können, hört man ja sehr oft, dass da vielleicht auch die Beziehung zu den eigenen Eltern oder den eigenen Großeltern so ein bisschen in die Brüche geht. So verletzend, voll. Ich weiß gar nicht, was ich dazu anders sagen soll, außer ich meine, ich glaube, ich versuche das nochmal aufzuklären und nochmal im Nachhinein darüber zu sprechen und zu schauen, kommt man irgendwie auf einen Konsens oder gibt es vielleicht auch einen, hey, das tut mir voll leid, wie das abgelaufen ist und so. Das gab es bisher ja noch nicht, wenn ich das richtig verstanden habe, eher, dass da nochmal mehr, wie sagt man, Glut ins Feuer verschippt gekippt worden ist. Öl ins Feuer. Öl, danke, genau. Es wurde eher noch mehr Öl ins Feuer gekippt, als dass man sich irgendwie wieder auf neutralem Boden getroffen hat, um das so ein bisschen da die Bogen zu glätten. Da muss man jetzt einfach schauen. Also ich werde versuchen, irgendwie trotzdem noch da zu sein und zu helfen, weil ich auch die Problematik sehe, aber erstmal ist da natürlich auch eine riesige Kränkung und ich muss jetzt gucken, dass ich da ein bisschen Abstand zu gewinne und mich auf mich konzentriere und auf meine Gesundheit vor allem auch. Ja. Aber ihr hattet ja auch Winterferien und bei euch sah es ein bisschen anders aus. Bei uns sah es ein bisschen anders aus, ja. Wir waren im Winterurlaub. Meine Eltern haben mich und meine Tochter eingeladen zum Skifahren und das war sehr, sehr schön. Aber für mich hat das irgendwie immer so einen Beigeschmack von, ich weiß nicht, auf einer bestimmten Ebene kann ich das nicht richtig annehmen und fühle mich als wie so eine Feria irgendwie. Einfach, weil ich Schuldgefühle dahingehend habe, dass ich denke, ich könnte das niemals allein finanziell wuppen. Es wurde tatsächlich von vorne bis hinten alles bezahlt. Ich weiß ja nicht, ich fühle mich gar nicht gut damit. Ich kann das nicht gut, ja ich kann das nicht nehmen. Also eigentlich müsste man, guckt man sich das von außen an und denkt so, was willst du eigentlich? Du wurdest gerade zum Skiurlaub eingeladen, aber ich weiß nicht, ich stehe da und ich mache das auch alles mit. Skifahren habe ich seit 20 Jahren nicht gemacht, jetzt eben mal wieder. Es ging doch besser als gedacht. Das war wirklich schön. Wir hatten auch mitunter richtig gutes Wetter und also all diese Sachen total super. Aber ja eben auf der anderen Seite der Medaille immer dieses krass, okay kann ich das wirklich alles annehmen und ich kann euch gefühlt nicht mal zum Essen einladen. Ich glaube aber, dass das gar nicht so zu kritisieren ist, weil eigentlich ist das doch eine gute Charaktereigenschaft, dass du ja Schuld empfindest, weil du das nicht so auf die Art und Weise zurückgeben kannst. Das ist eigentlich eine ganz schöne Eigenschaft. Ach, das hast du aber schön gesagt. Ja, ich hätte es safe angenommen einfach. Einfach, ja Urlaub, Falao. Ja, naja, es war so, ich glaube, die sind das dritte oder vierte Mal jetzt dorthin gefahren. Vor Feiern sind sie dann, seit drei Jahren fahren sie alleine mit meiner Tochter und es stand immer im Raum, kommst du eigentlich mal mit, kommst du eigentlich mal mit. Und wie sieht es der nächste Jahr aus, Caro, kommst du jetzt mit endlich und so. Und da hat sich aber quasi auch schon wieder dieses Ding aufgebaut. Ich habe gesagt, ich will ja mal mitkommen und so. Okay, nächstes Jahr fahre ich mit. Also das war dann jetzt im Grunde vor einem Jahr. Nächstes Jahr fahre ich mit. Safe. Ich habe das jetzt schon so oft gesagt, ich muss das jetzt auch mal machen. Aber natürlich war mein Anspruch irgendwie immer zu sagen, ich fahre mit und trage auch meinen Teil dazu bei. Aber es hat sich halt so für mich nicht ergeben im Arbeitskontext, dass ich das eben kann. Und von daher ist das für mich ein ganz großes Thema, irgendwie da ja nichts beisteuern zu können. Auch wenn ich, weiß ich, dort, sage ich dann natürlich, okay, ja, ich koche und ich bin da und ich nehme so die alltäglichen Pflichten, die man ja trotzdem auch hat und so, die, ich lasse mich da nicht komplett in das Netz meiner Eltern fallen. Aber... Ich glaube, deine Eltern fänden das gar nicht schlimm, aber ich kann das total verstehen. Und Schuld ist wohl heute auch eher dein Thema. Also, ja, ich kann verstehen, dass, wenn man halt finanziell nichts zurückgeben kann, du hast ja generell auch aktuell bezüglich des Jobs und der finanziellen Situation so ein bisschen das Problem, dass du sagst irgendwie, wow, ich kriege hier gerade nichts auf die Kette. Ja, ich komme mit dem Arsch nicht an die Wand. Also ich mache die Sachen, auf die ich gerade Bock habe und die tun mir auch gut. Und ich habe auch das Gefühl, dass das sehr wichtig ist gerade, dass ich diese Sachen mache, wie zum Beispiel hier diesen Podcast mit dir zusammen aufzunehmen. Das gibt mir gerade wirklich sehr, sehr viel. Ja, vielleicht hier und da auch mal so ein bisschen so ein Creator-Ding zu starten. Macht mir auch sehr viel Spaß, aber bringt mir natürlich aktuell noch kein Geld. Ich meine, es gibt so viele Fische da draußen in diesem Meer. Wer weiß, ob es irgendwann mal Geld bringt. Das steht ja alles noch in den Sternen. Es ist ja eben auch keine Anstellung. Also ich habe irgendwie neulich schon gedacht, mein Gott, dann bewältigt sich halt bei Lidl und Räumregale ein. Halt mal die Banken, komm mal mit dem Arsch an die Wand, Caro. Also eigentlich fehlt dir die Sicherheit, ne? Mir fehlt, ja, mir fehlt eine gewisse Sicherheit, genau. Und das macht auch manchmal eine ganz schöne Enge in der Brust so. Ja, das kann ich mir vorstellen. Aber ich frage mich trotzdem, warum komme ich da nicht hin? Warum schreibe ich nicht, warum schicke ich nicht einfach meine Bewerbung ab? Ich fange Bewerbungen an und dann verlaufen die so im Sander. Also nicht, dass ich sie abschicken würde, sondern ja. Ja, hast du denn mal drüber nachgedacht, ob du vielleicht, ob das Gefühl von Sicherheit konträr ist mit dem, was du eigentlich machen willst? Weil das sieht so aus, als ob du eigentlich gar nicht in diese Festanstellung, in die klassische möchtest, sondern du möchtest eigentlich selbstständig Content kreieren. Und dieses mit der Festanstellung ist ja eigentlich wirklich nur, um deine finanzielle Stabilität zu sichern. Aber das ist nicht dein eigentlicher innerer Wunsch. Und deswegen sträubt sich vielleicht alles in dir dagegen. Ja, ich habe das gestern auch erörtert mit jemandem zusammen. Und im Nachgang des Gesprächs dachte ich auch noch mal, ich glaube, ich mache das nicht, weil ich das nicht will. Weil ich mich eigentlich an sich gut fühle mit dem, was ich gerade mache. Aber natürlich dadurch, dass mir das finanziell gerade nichts bringt, bringt mich das teilweise auch an meine Grenzen. Also eine Freundin von mir hatte zum Beispiel Geburtstag oder hat eingeladen zum Geburtstag. Und ich habe gesagt zu einem Brunch, das heißt, ich hätte, weiß nicht, vielleicht mir einen Kaffee kaufen sollen oder auch was zu essen und so. Und ich habe gedacht, ich habe mir meinen Kontostand angeguckt und habe gedacht, pack, ich kann da nicht hingehen. Und es fällt mir auch zusätzlich noch sehr, sehr schwer, dass ihr gegenüber auszudrücken. Gut, es war sehr, sowieso sehr knapp gerade aus dem Urlaub wieder da. Da brauche ich auch irgendwie immer ein bisschen meine Zeit mal in Ruhe auspacken, irgendwie mal wieder zu Hause ankommen, klarkommen und so. Ja, die finanzielle Situation heißt ja nicht nur, man hat kein Geld, sondern man macht sich die ganze Zeit Sorgen. Und dann auf einen Geburtstag zu gehen, wo man irgendwie dann eine gute Mine aufsetzen muss, obwohl es einem gerade nicht gut geht, ist irgendwie auch verständlich. Also es steht ja nicht nur im Vordergrund, dass du dir da keinen Brunch leisten kannst. Ja, also ich glaube, die Person, es könnte mir vorstellen, dass diese Person diese Folge hat. An der Stelle kann ich auch noch mal sagen, tut mir leid, dass ich nicht da war. Es war keine leichtfertige Entscheidung. Aber genau, vielleicht noch mal zurück zum Thema Schuldgefühle. Schuldgefühle, die die Mütter allgemein so haben. Wo fange ich damit am besten an? Meine Tochter war von Anfang an sehr auf mich fixiert und wir haben, ich glaube, anderthalb Jahre gebraucht, um die Gitteeingewöhnung zu schaffen und dass ich sie am Ende mit einem guten Gefühl abgeben konnte. Ich glaube, wir haben uns da beide hochgeschaukelt. Das war mir gar nicht bewusst. Ja. Anderthalb Jahre. Anderthalb fucking Jahre, ja. Also sie hat wohl so ein großes Sicherheitsbedürfnis wie du. Ja, ich glaube auch, also mir wurde im dritten Monat der Schwangerschaft gesagt, ja, sie sollten sich aber besser mal um den Kitaplatz kümmern und ich dachte so, ich denke nicht. Ich habe gerade eine Million andere Sachen zu tun, wie zum Beispiel mir zu überlegen, ob ich in der Wohnung bunt bleibe oder mir eine Wohnung zu suchen und so weiter. Naja, ein kleiner Ausflug. Und habe das dann sehr schleifen lassen und dann mir recht kurzfristig einen Kitaplatz gesucht und habe im Nachhinein, ich hatte keine Kraft irgendwie so wahnsinnig reinzubotern in das Thema oder keine Lust auch. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, aber ich war sehr lapidar damit. Ich auch. Keine Sorge. Hab am Ende so eine Kita gefunden. Die hat mich sehr schnell angenommen und ich dachte, ja super, so was soll das ganze Trarade rum. Hab mir die, ja klar habe ich mir die mal angeguckt, hab mich auch bei zwei Dreien beworben, aber die hat mich dann eben genommen und dachte so, okay, das war jetzt recht leicht, was soll der hier um diese Sache. Und ich glaube im Nachgang kann man schon sagen, hätte ich eine Kita gefunden, bei der ich mich am Ende auch sicherer gefühlt hätte, wäre vielleicht auch diese Eingewöhnung ein bisschen smoother verlaufen. Wer uns von Folge 0, von unserer Kinderfolge anzugehört hat, der weiß ja, dass unsere Kinder zusammen in dieser Kita waren und meine Tochter hat dann ja tatsächlich zum dritten Geburtstag gewechselt und ich war auch überhaupt nicht so zufrieden. Ich habe da nicht dieses Sicherheitsgefühl gehabt, genau, Wohlfühlfaktor, was man eigentlich hätte haben sollen. Es war jetzt nicht super schlimm, aber es war auch keine ganz tolle Kita. Ja, ich habe am Nachgang, ich habe auch versucht zu wechseln, auch in die gleiche wie du, das war ja auch um die Ecke. Die hatten aber lange keinen Platz, ich kann mich auch erinnern, dass ich mir die angeschaut habe und total begeistert war, da dann eben abgelehnt worden bin und so. Und dann haben sie, ich glaube ich habe dann eine Zeit lang den wöchentlich geschrieben, wo dann nach langer Zeit dann mal die E-Mail kam, ja, wir haben sie jetzt auf dem Schirm und ich so dachte, ach Mensch, komm mal was zurück, wie nett. Und dann auch eine Zusage, ein halbes Jahr bevor es dann in die Schule ging. Ja, das war richtig, richtig unsinnig. Das war crazy, ich habe, ich weiß noch, wie ich dich gefragt habe, wie und dann wollte ich jetzt wechseln und dann deine Tochter mit diesen langen Eingewöhnungszeiten generell schon, wie willst du das denn machen und dann musst du sie noch in der Schule eingebüht, aber ja. Das war eine richtig tolle Kita, ne? Na ja, gut, also ich habe ja erst versucht, in deine zu wechseln, die haben dann mir eine Zusage geschickt, so kurz vor, okay eigentlich morgen keine Kita mehr, also dann Schulbeginn und was ich dann aber, was dann doch noch geklappt hat, war sie in einer anderen Kita unterzubringen, aber auch ein, war das ein Jahr oder wirklich auch nur ein halbes Jahr? Ich dachte gerade, dass du von der Kita gesprochen hast. Ne, ich habe noch von eurer, von eurer, wo deine Tochter da war, schlussendlich, gesprochen. Aber du hast auf jeden Fall sehr kurz vor Schulbeginn noch mal gewechselt. Auf jeden Fall, genau, also ich habe es dann irgendwann geschafft zu wechseln, das hat allerdings, ja im Grunde hat das zu lange gedauert, aber dort hatte sie, wir sind da auf diese Kita aufmerksam geworden durch eine Freundin von mir, die auch ihre Tochter dort hatte und ihre und meine Tochter sind sehr, sehr eng befreundet und von daher war dann die Eingewöhnung auch nicht mehr so ein großes Problem. Ich glaube, also meine Tochter braucht immer noch mal einen Ticken mehr Händchenhalten von jemandem, den sie kennt, einen guten Anker, der sie, von dem sie mitgenommen wird, als andere Kinder. Ja, und das war, das war tatsächlich damals sehr, sehr doll, ne? Man merkt es ihr nicht mehr so an, also sie hat ja auch jetzt so eine coole Attitude. Puberty said hello. Aber damals war das tatsächlich nicht so leicht für dich, das weiß ich auch noch. Generell, wenn sie mal zu jemand anderes sollte als zu dir. Stimmt, war sehr schwierig. Es fiel mir grundsätzlich sehr, sehr schwer, sie abzugeben und ich weiß nicht, ob das von mir aus ging oder ob das eher auch ein Thema war, weil ich wusste, dass das für sie nicht so leicht ist, woanders hinzugehen. Also ich weiß auch nicht, ich habe, ich glaube, es ist so ein innerer Glaubenssatz, der da groß und mit Großbuchstaben auf mich wartet, der da heißt, irgendwie, ich muss alles alleine schaffen, was auch totales, also mein Mindfuck ist, so ein Bullshit. Aber es ist logisch. Ja, ja, wahrscheinlich, ne? Also durch diese Beziehungsabbruchs-Erfahrung, vielleicht ist der das so ein bisschen in die Schuhe zu schieben, dass das irgendwie so mein Anspruch ist, so ja, okay, du willst nicht mitmachen, alles klar, dann mache ich das jetzt alleine und dann nochmal einen drauf zu setzen, okay, ich mache alles alleine. Ja, es hat sich halt zum einen schwierig gestaltet, das Kind beim Vater abzugeben, das war mir ein sehr großes Anliegen, dass die beiden eine gute Beziehung aufbauen und auch schon sehr früh zueinander diese Beziehung aufbauen. Ja, im Nachhinein kann man sagen, daran bin ich leider gescheitert. Ich glaube, ich hatte so drei, vier Jahre versucht zu verfolgen. Ich finde nicht, dass du gescheitert bist, ich finde, da ist jemand anders gescheitert als du. Ja, oder andersrum, ich habe mir ein bisschen die Zähne ausgebissen und dann, es war, worauf ich hinauswollte, war auch da, war die Abgabe sehr schwer und der Übergang, ne, also mit meiner Tochter, die sich an mir festklammert, wenn es heißt, okay, ich möchte dich jetzt an dein Papa übergeben und ja, also weiß ich nicht, ich finde, das sind teilweise brutale Szenen auch, wenn man das jetzt so lapidar irgendwie erzählen kann, aber also mein Mutterherz, das weiß ich nicht, wäre jeden Tag auf dem Weg, nicht auf dem Weg zur Kita, aber bei der Übergabe eben gebrochen, weil ich, also da hatte ich dieses Thema, ja, jeden Tag, ich, von meinem Arm kann sie nur in einen Arm, in den Arm eines Erziehers übergeben werden, weil sonst, weil sie irgendwie scheinbar diese körperliche Nähe braucht und sonst, ja, sie ist nicht fröhlich in die Kita gerannt, so, dann mit dem Vater, mit dem wir versucht haben, ja, regelmäßig an Sonntagen diese, ja, Treffen herzustellen, was auch nicht immer so leicht war und dann, ich glaube schon dadurch, dass ich das ja wusste, dass das ihr so schwer fällt, habe ich dann auch eigentlich bei jedem abgeben, egal ob jetzt zu einer Freundin oder zu meinen Eltern, irgendwie hat sich das immer schwer angefühlt für mich, weil sie mir das ja am Ende auch so signalisiert hat. Vielleicht hat sie da auch die Glaubenssätze von dir mit übernommen. Das kann sehr gut sein, ja. Dieses Verlassen werden, ich bin verlassen auch irgendwo und das hast du ganz klar bekommen, dieses Gefühl in der Schwangerschaft, ich wurde verlassen und sie wurde ja auf eine Art auch verlassen. Sie wurde auch verlassen und ich glaube vielleicht auch ein Stück weit, weiß nicht, ob das einigen zu weit geht, aber so eine Art Beschützerinstinkt für die Mutter entwickelt. Also sie hat ja definitiv meinen Schmerz und meine Emotionen, die ich in der Schwangerschaft hatte, mitbekommen. Ja, ich glaube auch daran, dass sich das überträgt schon im Mutterleib. Ich habe ja die Erfahrung auch gemacht mit dem Verlassen werden in der Schwangerschaft und da hat man ganz klar gemerkt, dass diese, ich sage mal jetzt einfach Symptome sehr ähnlich waren zu denen, die deine Tochter gezeigt hat. Das wurde mir dann auch noch mal anders bewusst, weil ich das ja bei euch total mitbekommen habe. Und dann zu sehen, dass es sich quasi schon in der Schwangerschaft so überträgt, dieses Gefühl. Aber nochmal ein oben drauf zu setzen, auch darüber, oder ja, habe ich ein schlechtes Gewissen. Es ist mir ein Stück weit bewusst, gleichzeitig weiß ich nicht so richtig, was ich dagegen machen kann, außer permanent da zu sein und versuche Sicherheit zu geben, was natürlich auch so ein holer Zahn ist, weil auch mein Nervengerüst ist irgendwann am Ende so und kann zwar physisch da sein, aber ja, ob ich mental immer da bin, I don't know. Vielleicht sollte der Ansatz ein anderer sein, dass du auch jetzt nicht den Anspruch hast, dass du alles gibst, damit es deinem Kind gut geht, sondern wo fange ich bei mir an, dass diese Schuldgefühle aufhören? Ich habe alles getan, was ich hätte tun können, weiß ich nicht, the damage is done. Wenn da irgendwas schief gelaufen ist, dann habe ich es nicht verursacht und jetzt einfach daran arbeiten, dass du diese Schuldgefühle loswirst, weil sie eigentlich aus meiner Perspektive auf dich nicht berechtigt sind. Ja, in Bezug auf den Vater, der ja fehlt, wollte ich mir auf jeden Fall nicht vorwerfen lassen, irgendwann, also von meinem Kind irgendwann vielleicht, so ja, du hast dich da gar nicht bemüht. Also deshalb habe ich viele Jahre versucht, das aufrecht zu erhalten, wurde aber, ja, weiß ich nicht, wie soll man sagen, eines Besseren belehrt, weiß ich nicht, ob das so richtig ist, aber irgendwann habe ich halt gedacht, also mir reicht es, du bist zu uns zuverlässig, wir sind am Sonntag verabredet, einen Tag vorher oder vielleicht nicht mal. Also ich saß teilweise samstags da und hab gedacht, okay, findet das jetzt statt am nächsten Tag oder nicht? So kann ich das jetzt auch fragen, wie steht denn morgen oder nicht, also auch diese Unsicherheiten, die dann da waren und dann irgendwann zu sagen, es ist Weihnachten, du meldest dich nicht, warum nicht, wir haben über ein Geschenk gesprochen, ich bin davon ausgegangen, dass du mal, wenn du es in der Nachricht schickst, was weiß ich. Einfach mal an die Tür klopfen und das Geschenk überreichen. Nicht per Post schicken am Ende. Das war auf jeden Fall der Zeitpunkt, wo ich gesagt habe, okay, pass auf, jetzt reicht es. Entweder beziehst du jetzt einfach mal Stellung, jo, ich will die Rolle des Vaters einnehmen und haben oder du sagst eben, beziehst eine andere Position und sagst, pass auf, mir ist das zu viel, ich kann das nicht und im Grunde habe ich ihn mehr oder weniger, das kann man nicht Ultimatum nennen, aber da hab gesagt, pass auf, bezieh einfach mal Stellung, willst du das, willst du das nicht und dann meinte er so, na ja, vielleicht erst mal nicht. Wenn unsere Tochter das dann wieder möchte, dann kann sie ja Bescheid sagen. Ich dachte so, ja, lass ich jetzt mal so stehen, aber du bist derjenige in der Verantwortung, diese Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten und nicht umgekehrt. Genau, richtig. Nicht umgekehrt. Jeder trägt die Verantwortung für sich und beide Elternteile tragen eigentlich die Hälfte der Verantwortung noch für das Kind, also jeder zur Hälfte, würde ich sagen, das ist der Normalfall. Und er hat es ja auch nie geschafft, er hat ja noch nie bei ihm übernachtet. Nee, das ging ja nicht, weil er hatte ja eine Partnerin. Ja, also das sagt doch alles über ihn aus und man kann sagen, letztendlich ist es so ausgegangen, dass er sich eigentlich, man weiß jetzt nicht ob für immer, aber seit wie vielen Jahren ist er untergetaucht. Ja, stimmt, untergetaucht ist das richtige Wort. Also wir haben dann, meine Tochter hat dann irgendwann doch natürlich mal wieder gefragt und wir haben versucht, ihn zu kontaktieren und dann war so nach dem Motto, kein Anschluss unter dieser Nummer. Wie viele Jahre ist es her? Ja, sechs Jahre ungefähr. Sechs Jahre. Sechs Jahre, ja. Ich habe auch von Anfang an eben versucht, Kontakt zu der Familie väterlicherseits aufzubauen und herzustellen und bin auch da an interessante Grenzen gestoßen. Du hast aktiv auch Kontakt gehalten mit seiner Mutter und seinem Vater oder eher mit seiner Mutter, ne? Ja, eher mit seiner Mutter. Also ich habe auf jeden Fall die beiden zu einigen Geburtstagen eingeladen und versucht, den Kontakt zu halten. Und habe sie besucht, sie hat mich besucht. Das war natürlich auch nicht immer einfach, also mitunter haben wir uns halt auch gestritten. Aber ich glaube, vielleicht kann ich mal den heftigsten Streit kurz anreißen. Das war so ein bisschen tricky, weil ich war mir unsicher darüber, soll ich sie zur Einschulung einladen oder nicht? Und dann hat ein anderes Familienmitglied gesagt, ich glaube, beim Geburtstag war das ja, wir sehen uns dann bei der Einschulung und ich war so ein bisschen so, äh, Einschulung, na ja, ich weiß noch nicht so richtig. Na ja, auf jeden Fall sah das im ersten Moment so aus, als würde ich sie einladen. Und dann habe ich mit einer Freundin nochmal darüber gesprochen, die meinte, weißt du was, wenn dir das alles gegen den Strich geht, dann lass das doch. Und ich dachte so, boah, sie hat voll recht. Ich will diese Eltern nicht dabei haben. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie wirklich ein Familienmitglied sind. Und was ich dann gemacht habe, war, ich habe gesagt, pass auf Leute, das wird mir zu viel bei der Einschulung. Ich möchte gerne, dass wir uns kurz darauf verabreden und diese Einschulung gemeinsam feiern. Dann habt ihr viel mehr von meiner Tochter, dann seid ihr, dann ist das so euer Tag und ihr könnt das nochmal besser positionieren, als wenn das irgendwie so in der großen Runde stattfindet und ihr seid nur kurz da, sagt Hallo und Tschüss, das war mir zu huschig. Außerdem sollte es auch eine unangenehme Situation für die Großeltern väterlicherseits sein. Die führen ja einen super Kontakt zu ihrem Sohn und... Weiß ich nicht, ob der so super ist, aber... Aber war ja vorher immer eigentlich alles gut, ne? Na ja, also... Ah, okay. Er war jetzt nicht so optimal, sagen wir es mal so, er war schon da, der Kontakt, aber war... Jedenfalls beziehen sie dazu keine Stellung und haben ihn ja immer auch so ein bisschen davor geschützt. Jaja, es gab Gespräche, wo es auch hieß, ich bin an einem schuld. Ja, Wahnsinn. Der Vater verschwindet und die Eltern vom Vater reden dir ein, du bist schuld daran. Das ist schon... Das ist ein Statement gegen das Kind. Das ist, egal wie... Ich sag mal, schlimm du wärst, egal wie du mit ihm umgegangen wärst, wo ich noch sagen würde, das ist jetzt eigentlich alles noch sehr human abgelaufen, berechtigt das ihn ja nicht, den Kontakt zu seinem Kind abzubrechen. Und das hat er gemacht und da gibt es nur einen Schuldigen für. Und da wieder zum Thema Schuldgefühle. Auch hier sind wahrscheinlich Schuldgefühle da bei dir, die du nicht haben müsstest. Nee, ich weiß wirklich nicht, ob das noch schuld ist. Das ist eher große, große Abneigung und Wut. Wobei ich auch sagen muss, dass die Wut auch schon kleiner geworden ist. Ja, also jetzt mittlerweile gab es dann doch wieder auch eine Annäherung und... Ich weiß nicht, wir waren letztes Jahr zusammen auf dem Weihnachtsmarkt. Ja, von den Eltern. Von den Eltern aus, genau. Aber auch da hat zum Beispiel meine Mutter den ersten Schritt gemacht und sich bei seiner Mutter sozusagen gemeldet. Und... Naja, also bei dem Streit dann vielleicht noch mal kurz zurück zu dieser Ausladung bei der Einschulung. Das wurde eben nicht so positiv und verständnisvoll aufgenommen, sondern am Ende hieß es eigentlich nur, ich sollte aufpassen, dass ich es mir mit ihnen nicht auch noch verscherze. Und ja, danach gab es sehr lange keinen Kontakt mehr, weil ich dachte, okay Leute, ich habe euch gerade dargelegt, warum das für mich sehr schwer ist. Warum ich das gerne separat mit euch feiern möchte. Und schade, ihr macht mich hier irgendwie... Ja, auch witzig, dass sie denken, dass du es dir mit denen nicht verscherzen sollst, wenn ihr eine relativ oberflächliche Beziehung führt. Ja, ich finde halt, dass es auch so verdreht. Ja, natürlich. Ich finde, diese Ansicht ist in meinen Augen so falsch, weil am Ende habe ich eine sehr starke Beziehung zu deren Enkelkind, an dem sie in der Theorie ein Interesse haben sollten. Ja. Und dadurch bin ich nicht unbedingt in einer Bringschuld. Also... Das sehe ich auch so. Um ehrlich zu sein. Ja, ich weiß, vielleicht habt ihr andere Meinungen dazu, würde mich interessieren. Könnt ihr in die Kommentare schreiben oder schreibt uns eine E-Mail. Ja, und was uns auch interessiert, wo wir jetzt beim Thema Schuld waren, ist, ob wir daran schuld sind, wenn wir das Bedürfnis unserer Kinder nach Sicherheit erfüllen wollen und dabei immer die extra Meile gehen. Wir hatten kürzlich die Diskussion mit einem Freund, der gesagt hat, Frauen würden quasi immer zu viel machen und dann uns darüber quasi ärgern oder uns zu viel aufbürden und uns dann im Nachgang beschweren, was wir für einen riesigen Mental-Load hätten und dass wir das alles selbst verursachen. Und daraufhin waren ja dazu dritte in dem Gespräch, sind wir beide, glaube ich, ziemlich stark auch eine Linie gefahren und da ging angegangen und haben gesagt, der Mental-Load liegt einfach auch bei uns, weil es uns keiner abnimmt, weil keiner die Arzttermine macht, weil keiner daran denkt, dass man morgen noch den roten Buntstift in der Schule braucht und auch teilweise einfach, weil man vielleicht auch mal ein schönes, riesiges Frühstück am Sonntag haben möchte. Und das sind so Themen, natürlich machen wir uns damit viel Arbeit. Manche sind notwendig, manche sind einfach nur notwendig, um es schön zu haben, aber irgendwo auch notwendig, um in meinen Augen so ein bisschen die mentale Gesundheit zu fördern. Gleichzeitig verlangt es einem natürlich viel ab. Sind wir Mütter daran schuld? Ja, die große Frage so, was ist hausgemacht und was kommt von extern und wie kann man... Ja, ich finde das ganz schwierig, da für einen Ausdruck zu finden, was ist alles beinhaltet, weil das so integral ist irgendwie, also es steckt irgendwie so in einem drin, man hat viele Automatismen, man macht vieles automatisch, aber ob jetzt die Brotdose schön gepackt ist oder nicht, darüber kann man sich auch streiten, wenn man möchte oder wie viel Arbeit man sich damit macht, obwohl sie am Ende voll zurückkommt und man sich dann wiederum darüber ärgert, aber ich weiß nicht meinen Standpunkt, für mich ist zum Beispiel beim Thema Brotdose, es ist eine Art und Weise irgendwie ein Stück weit, ich glaube auch meine Liebe auszudrücken, weiß ich nicht, meine Love Languages übrigens auch kochen, also von daher kann ich das komplett nachvollziehen. Ja, also ich bin natürlich trotzdem irgendwie enttäuscht oder nicht enttäuscht, dass das Kind das nicht gegessen hat, aber ich ärgere mich tatsächlich nicht darüber, wie viel ich wegschmeiße und ich glaube, was ich mitgeben müsste und das, was ich mitgebe, sind tatsächlich zwei verschiedene Paar Schuhe, ich glaube ich könnte so ein Stück Gurke, ein Stück Apfel, ein Stück Paprika, dann würde sie leer zurückkommen, so der Motto. Ja, weiß ich nicht, wie wir jetzt da genau hingekommen sind, es ging um das Thema Mental Load und ja, wie viel ist Haus gemacht und wie viel ist da von irgendwie echter großer Orgateil, der nicht gesehen wird und der unterschätzt wird? Ich finde zum Beispiel, dass es oft auch in Paarbeziehungen offensichtlich ist, dass Frauen halt den Großteil dieses Mental Loads tragen und Männern das oftmals nicht bewusst ist und was ich auch interessant finde, ist, dass wirklich jeder da glaube ich eine individuelle Grenze hat, weil es gab auch ein Fall aus meinem Bekanntenkreis, da hat die Frau sich die ganze Zeit darüber beschwert, dass ihr Partner die leeren Klopapierrollen nicht wegräumt, wo ich mir dachte, mein Gott, wenn ich deine Probleme hätte und sie ist wirklich da ausgerastet, sie hat gesagt, ich nehme diese Papierrollen und werfe die mal an den Kopf oder ich lasse sie so lange stapeln, bis wir nicht mehr ins Bad reinkommen. So und ich habe gedacht, wie kann man sich so lange an diesem Thema aufhängen, das kann doch nicht wahr sein. Auf der anderen Seite verstehe ich es aber irgendwie, weil es ist ja eigentlich nur ein Ausdruck davon, was wir alle durchmachen und dass wir das alle so gemeinschaftlich durchmachen, als Frauen und Mütter, als alleinerziehende Mütter, als Mütter in Paarbeziehungen, die sich vielleicht noch mal extra mehr ärgern über ihren Partner, dass der das nicht sieht. Wir können uns ja bei niemanden beschweren, außer bei den Kindern oder bei uns selbst. Aber ja, riesiges Thema, was irgendwie alle betrifft, finde ich. Wie gestaltet ihr das? Tragt ihr das aus mit Partnern? Habt ihr Partner? Ja, uns interessiert einfach zu sehen, ob ihr quasi die Mindestanforderungen erfüllt und sagt, na ja, passt schon. Oder ob ihr eher der Typ Mutter seid, der im Sportverein eures Kindes jede Rolle übernimmt, was ich zum Beispiel noch nie bei uns im Sportverein gemacht habe und mir oft denke, oh Gott, was sollen die anderen Eltern denken? Und im nächsten Moment denke ich, ist mir eigentlich egal, ich habe dafür keine Zeit. Und ja, macht ihr das gerne oder frisst es euch auch von innen auf? Es ist einfach für uns ganz interessant zu sehen, wie gehen andere Mütter damit um. Jetzt weiß ich, warum ich da nicht reingekommen bin, weil ich war noch bei der Story mit den Klopapierrollen, weil ich so dachte, ja, okay, aber wenn du an dem Punkt bist, dass du dich über so eine Kleinigkeit aufregst, dann stecken dahinter, glaube ich, noch ganz andere Schwerpunkte und Knackpunkte. Weil eigentlich muss man doch sagen, Klopapierrollen sind so, da neben steht ein Mülleimer, Packsadrein. Aber zum Thema Klopapierrollen, ich bin auch meistens auf öffentlichen Toiletten, wenn man im Restaurant ist oder so, da steht eine neue Rolle und ich sehe, da hängt die Papprolle, dann denke ich so, boah, könnt ihr das nicht mal machen? Ich mache das jetzt. Ich lege da einfach die neue Rolle drauf. Ja, ich auch. Klopapierrolle, klasse Thema. Du bist darauf wieder eingegangen. Ich glaube, man fühlt sich irgendwann an einem Punkt so doll getriggert, dass es dann sogar nur noch die Klopapierrolle sein muss, damit das Fass am überlaufen ist. Ja, das bedeutet aber auch, dass das Fass schon sehr voll ist. Ja, das stimmt. Ja, darauf wollte ich Ihnen aus. Ja, ich glaube, wir haben ganz gut die Themen Wut, Schuld, Scham auch behandelt. Wir sind sehr gespannt, was ihr zu den Themen sagt, ob ihr auch oft wütend auf die Gesellschaft seid, ob ihr euch selber die Schuld gebt für Themen, wofür wir uns eigentlich nicht schuldig fühlen müssten und natürlich auch, wie ihr mit dem Thema Mental-Load umgeht. Lasst uns gerne Kommentare da und wir freuen uns auf die nächste Folge mit euch. Macht's gut. Wenn ihr wissen wollt, wie unsere Story weitergeht, wenn ihr uns auf unserer Reise begleiten wollt und hören möchtet, wie wir mit all dem umgehen, dann bleibt unbedingt dran. 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