Moms on the Edge

Dein Podcast für Alltags-Truecrime

#1 – Drama Mama

Mama werden mit Hindernissen

29.01.2026 53 min Moms on the Edge

Zusammenfassung & Show Notes

Jetzt geht's ans Eingemachte!

In dieser ersten Folge erzählen wir euch, wie wir zu alleinerziehenden Mamas wurden. Wir sprechen offen über ungeplante Schwangerschaften, in die Brüche gegangene Beziehungen und das Gefühl, mit allem allein dazustehen.

Ob technische Herausforderungen beim Podcasten oder sich unüberwindbar anfühlende Hürden. Wir teilen euch radikal ehrlich mit, wie es aus unserer Sicht gewesen ist: unsere sehr unterschiedlichen, aber auch überraschend ähnlichen Geschichten – von der ersten Schwangerschaft bis zur Geburt unserer Kinder.


⚠️ ACHTUNG: Diese Folge enthält Erzählungen von Schwangerschaftsabbrüchen und kann emotional belastend sein. Bitte achtet gut auf euch und überlegt, ob ihr diesen Teil der Folge skippen wollt.

Instagram: https://www.instagram.com/momsontheedge.podcast/ ODER @momsontheedge.podcast 

Jetzt geht's ans Eingemachte!

In dieser ersten Folge erzählen wir euch, wie wir zu alleinerziehenden Mamas wurden. Wir sprechen offen über ungeplante Schwangerschaften, in die Brüche gegangene Beziehungen und das Gefühl, mit allem allein dazustehen.

Ob technische Herausforderungen beim Podcasten oder sich unüberwindbar anfühlende Hürden. Wir teilen euch radikal ehrlich mit, wie es aus unserer Sicht gewesen ist: unsere sehr unterschiedlichen, aber auch überraschend ähnlichen Geschichten – von der ersten Schwangerschaft bis zur Geburt unserer Kinder.


⚠️ ACHTUNG ab Minute 17: Diese Folge enthält Erzählungen von Schwangerschaftsabbrüchen und kann emotional belastend sein. Bitte achtet gut auf euch und überlegt, ob ihr diesen Teil der Folge skippen wollt. 


Transkript

Wir haben uns mit der Situation lange überfordert und allein gefühlt, bis wir uns kennengelernt haben und gemerkt haben, ok, krass, anderen geht es echt auch so. Also falls ihr gerade alleinerziehend seid und euch manchmal alles über den Kopf wächst und ihr mental struggled, dann seid ihr hier genau richtig. Wir sprechen über Tabus, über die Scham, die uns begleitet, Angst vorm Scheitern, Wut und auch Überforderung. Und über dieses ständige Gefühl, funktionieren zu müssen. Obwohl es an allen Ecken und Enden brennt. Wichtig, wir sind keine Expertinnen. Uns geht es auch nicht um Diagnosen oder schlaue Ratschläge. Wir wollen lediglich unsere Story teilen und vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle wieder. Ich bin Eri und ich bin Caro und zusammen sind wir Moms on the Edge. Ich finde, wir haben eine krasse Odyssee hinter uns ein bisschen. Also die ganze letzte Woche mit den Aufnahmen, mit dem anderen Tool, mit dem wir erst geschnitten haben, mit den Versionen. Dann haben wir aus Versehen was gelöscht, dann mussten wir nochmal die Rohdatei bearbeiten. Haben aber ein anderes Tool benutzt, jetzt haben wir das geändert. Dann haben wir die schon geschnittenen Dateien rübergezogen in das Tool, was wir jetzt benutzen und so, um dann festzustellen, ne, da sind noch zu harte Schnitte drin und um dann noch altes Rohmaterial einfach einen neuen Laptop bestellt, weil das alte zu langsam ist. Genau, einen neuen Laptop bestellt. Also ja, es war auf jeden Fall eine Odyssee und nicht nur das, sondern ja auch privat irgendwie super viel los. Eine Sache noch dazu, krank viel gelernt. Ja, auf jeden Fall. Macht aber auch voll Spaß. Wie man einen Podcast macht, auf jeden Fall macht Spaß, wie man, oder was heißt, wie man einen Podcast macht, wie man Sachen für einen Podcast aufnimmt. Vielleicht kurz vorweg, sorry, falls der Ton ein bisschen cranky ist und manchmal hakt, wir arbeiten dran, wir verbessern uns und ich glaube, da muss man sich gar nicht entschuldigen. Also ich habe ja auch immer so super hohe Ansprüche an mich und wenn ich so unsere Aufnahmen höre vom Sound, dann denke ich mir immer so, nee, das ist noch nicht so wie es sein sollte und was du ja gemerkt hast, was mich immer stört, diese Stimmlagenunterschiede. Meine Stimme ist irgendwie lauter anscheinend, dann spreche ich aber auch mit viel mehr Pausen und bei dir geht es alles so flüssig, dafür leiser. Wie kriegt man das zusammen und ich habe da immer hohe Ansprüche und denke mir so, ja, wir sind aber erst gerade am Anfang voll. Das muss man jetzt auch mal so hinnehmen, dass man nach zwei Wochen noch kein Profi sein kann. Verrückt. Total. Ja, aber so ist es ja immer mit den Ansprüchen. Ich bin, das stimmt voll, ich bin, ich will trotzdem kurz sagen, ich bin stolz auf uns. Ja, ich auch. Und ich freue mich richtig doll. Ich finde uns mutig. Ja, ja, ich habe immer wieder so kleine Momente, wo ich denke, okay, fuck, wenn das jetzt xy hören sollte, was denkt der dann? Was denken die dann? Was sind, ich habe, also ja, ich habe häufig Gedanken in Richtung, ich weiß nicht, ob die in Selbstzweifel gehen oder in Richtung, ja, was könnten die anderen denken? Ja, das ist normal. Bei uns ist das auf jeden Fall der normale Zustand. Ich denke mir auch immer, was ist, wenn das so andere Podcast haben, die sich so denken, oh Gott, was ist denn das für eine Tonstudio-Qualität hier? Und dann denke ich mir, kein anderer Podcaster will unseren Podcast gerade hören. Ja, wahrscheinlich. Nee, das ist, man muss das so hinnehmen, dass es ein bisschen dauert, bis man da auf der Höhe ist und technisch einfach dieses ganze Knowledge hat. Und ich finde, bis dahin haben wir es jetzt super gut gemacht und sind da auch wirklich fleißig gewesen. Also wir haben ja jetzt auch schon ein paar Tage gearbeitet im Vollzeitmodus fast. So schon manchmal auch 6, 7 Stunden und das ist natürlich, wir haben in sehr kurzer Zeit sehr viel Input gehabt. Auf jeden Fall, ja, ja, total. Wir nehmen ja jetzt gerade unsere erste richtige Folge auf und wir haben ja schon angeteasert in unserer Kennenlernfolge, wie es bei Kare und mir losging. Dabei konnten wir natürlich nicht alles anschneiden. Wie geht es dir denn jetzt gerade? Du hast ja schon ein bisschen erzählt, was wir alles so gemacht haben, aber wie geht es denn privat? Wie geht es denn privat? Ja, berühmt, beruhigte Frage, wie geht es denn privat? Also, wenn ich nicht über Jobs nachdenke, dann geht es eigentlich ganz gut privat. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich eigentlich gerade in-between Jobs bin oder mir einen mal dringenden Job suchen sollte, dann geht die Laune so, was heißt nicht, die Laune geht runter, aber es kommen einfach schlechte Gefühle auf. Heute war ich ein bisschen stolz auf mich, bin hergefahren zu dir und habe gemerkt, ach krass, ich höre gerade gar keinen Podcast, keine Musik. Es geht ja doch, weil in letzter Zeit habe ich das Gefühl, ich brauche was auf den Ohren, was mich ablenkt von meinem inneren Gedankenkarussell. Das ist dein Nervensystem, das nicht mehr runterfahren kann. Sich einfach mal zu langweilen und das auszuhalten, ist natürlich ein Zeichen dafür, dass man auch gerade nervlich ganz gut aufgestellt ist und wahrscheinlich war es dir jetzt die Tage ein bisschen stressig und dadurch bist du sehr angespannt und dein Nervensystem muss die ganze Zeit stimuliert und reguliert werden. Ja, das kann gut sein. Die Woche davor hatten ja unsere Kinder Geburtstag, die war ein bisschen anders noch. Ja, unsere Kinder, muss man dazu sagen, auch ein bisschen verrückt sind drei Tage auseinander. Also nicht drei Tage, um genau zu sein sind es ja fast ein Jahr, nee andersrum weniger. Also deine Tochter ist am 14.01. geboren und meine am 17.01., das heißt, die sind fast ein Jahr auseinander, es fehlen drei Tage. Das ist natürlich dann auch immer für uns beide stressig, weil wir uns ja privat auch viel sehen und die Geburtstage auch absprechen müssen, weil unsere Kinder beste Freundinnen sind und das ist natürlich dann immer sehr viel. Also wann feierst du, wann feiere ich Geschenke, dann ja. Ja, aber bei dir war ja jetzt noch keine große Feierei. Nee, es war noch keine große Feierei, weil ich ein bisschen struggle damit, einen Raum zu finden. Aber das wird. Neulich als war ich auf dem Weg zu dir, mal wieder, und habe einen Anruf bekommen von dort, wo ich den Raum mieten will, weil die hatten gesagt, ich wurde mir einen Nutzungsvertrag zugesandt, da war das falsche Datum drauf und dann muss ich nochmal rücksprachaten. Also es wird, ich muss mich allerdings nochmal melden, aber dennoch wird es Babystabs, das geht Schritt für Schritt ran und ich habe auch tatsächlich ein bisschen Zeit. Ich habe die jetzt echt krass nach hinten verschoben, aber es ist nicht so einfach, einen Raum zu finden, der meinen Preis-Leistungsvorstellungen entspricht und das habe ich jetzt gefunden, aber der hat halt erst im März Zeit, aber ich glaube, das wird trotzdem cool. Also Wahnsinn, wie du das so, wie weit du das jetzt weggeschoben hast. Ich denke mir, das ist wie so eine Prüfung, die man aufschiebt. Man hat das dann die ganze Zeit noch im Hinterkopf, muss mega viel planen, denkt auch so, boah mein Kind muss jetzt Wochen noch aushalten und ich muss das alles hinter mich bringen und umso weiter das nach hinten raus ist, desto mehr Stress macht man sich vielleicht auch, als dass du jetzt schon Haken hinter setzen könntest. Ja, das stimmt natürlich. Anyway, that's the game now. Generell macht man sich echt viel zu viele Gänge, aber ich habe auch mit anderen Eltern gesprochen aus der Klasse und die meinten, wir haben ja auch mal meine Allung zwei Monate später gefeiert und von daher denke ich mir so, wenn andere das machen, kann ich das auch und es ist voll fein. Hauptsache es gibt eine Party. Es gab natürlich ein paar Anrufe, wurden wir nicht eingeladen, was ist da los, aber ich kann alle beruhigen, ich habe auch schon alle beruhigt, es wird eine Party geben, es wird eine Einladung geben und das wird ein richtig cooler Tag werden. Ja, ich freue mich auch schon drauf, vor allem jetzt wo der Geburtstag meiner Tochter abgehakt ist. Ich bin ja da eher gerade in einem ganz anderen Modus als du, so im Reset quasi und die letzte Woche war ja auch extrem anstrengend. Also es war ja nicht nur der Geburtstag meiner Tochter und die Geburtstagsfeier mit Thermo und Übernachtung und Sushi essen und allem drum und dran. Ja, ganz groß aufgefahren, dafür aber mit wenig Leuten. Also was ich cool finde ist, dass sie keine Partys mit vielen Leuten mag, sondern dass sie immer ihre kleine Mädelsgang haben möchte und dann ist sie happy und nebenbei ist dann noch mein Auto kaputt gegangen und das brauchte ich dringend um in die Thermo zu fahren, das war ja alles irgendwie nicht so schön. Der ist erfroren, voll traurig. Ja sozusagen erfroren, also eigentlich, man kann sagen Motorschaden und ein Teil, dass der Motor braucht um auszuatmen, ist eingefroren und neuere Autos, neuere Modelle haben eine Heizung daneben eingebaut gehabt, die hatte man ja nicht. Jetzt ist er weg, mein Auto ist komplett weg und das stellt mich natürlich auch vor die ein oder andere Herausforderung. Es ist für mich jetzt nicht so zwingend notwendig ein Auto zu haben, wie manche andere, die große Strecken hinter sich bringen müssen, also geht schon. Ja aber ich meine so Einkaufen, solche Themen, vor allem jetzt bei der Kälte heute sind minus sechs Grad, so schnell zur Kita fahren. Ja das stimmt. Und nice to have. Ja das stimmt, aber ich will mich ja nicht beschweren, also zumal ich jetzt auch die Zeit habe und auch diese Kita-Gänge, die dürfen dann ja auch mal, die Wege dürfen auch mal 45 Minuten zu Fuß dauern, das ist völlig in Ordnung. Ja aber es wäre unglaublich schlimm gewesen, wenn wir kein Auto gehabt hätten, um da in diese Terme zu fahren, die eine Stunde entfernt ist und ich fand das total toll, wie sich das ergeben hat. Also zum einen haben sich deine Eltern angeboten, dass sie mir das Auto leihen würden, das finde ich richtig cool, kenne ich auch irgendwie so gar nicht. Also dann konnte ich deinen Eltern aber sogar absagen, weil eine Mama aus der Schule, aus der Klasse von meiner Tochter mir das Auto angeboten hat und ich habe dann einfach so gedacht, okay das mache ich jetzt einfach mal und bin dann mit so einem großen Van dahin gedüst. Ja mega. Ja mega, aber du weißt ja was passiert ist. Ich habe ja vergessen die Tickets zu kaufen. Ja, unabhängig vom Auto ja. Also ich fühle mich auch immer, jetzt würde so was nur mir passieren, dabei passiert das wahrscheinlich vielen Leuten. Nee, hätte ich auch sein können, aber vielleicht weiß ich nicht, ob dich das beruhigt. Wie kann man eine Party organisieren? An alles denken, bis an jedes kleinste Detail wie Getränke, kleine Snacks, die Einladungen sind raus, alles steht, wir wissen was wir zum Abendessen bestellen, was am schnellsten geht, Uhrzeiten sind durchgeplant und dann vergesse ich die Online Tickets an einem Samstag zu kaufen für eine Terme, die vollkommen ausgebucht ist. Das hat mich sehr geärgert, da habe ich schon wieder sehr doll an mir selber gezweifelt. Ich wollte gerade sagen, man wundert sich dann immer einfach sehr über sich selbst und denkt so, also mein Gedanke ist oft, da habe ich ein Loch im Kopf, wie kann es sein, wie kann ich xy vergessen, was ist mit mir los? Das Gute ist, ich kann mich immer aus so Sachen ganz gut so rausfinden wieder. Ich kann dann auch immer irgendwie die Leute überzeugen, also wir sind dann da hingefahren zu Terme und ich habe das der Frau erklärt. Ich glaube es war auch eine gute Portion Glück. What a Gift, wirklich. Aber dann habe ich der Frau das da erklärt am Einlass und die meinte, komm geht rein zu Neunt. Wild. Ja, hat alles geklappt, ich trinke ja jetzt seit fast sechs Wochen kein Alkohol mehr und ich würde sagen, dass solche Situationen mich vorher wirklich nervlich an den Abgrund gebracht hätten sehr nah. Diese krassen Selbstzweifel, diese Vergesslichkeit, wieso passiert mir das schon wieder und jetzt gerade bin ich irgendwie extrem entspannt. Dadurch, dass ich kein Alkohol trinke, bin ich sehr, kann ich mit so bestimmten Situationen irgendwie besser umgehen und die auch einfach mal annehmen, eine radikale Akzeptanz, wie mein Therapeut immer sagt und ich weiß, dass am nächsten Tag das Ganze schon wieder ganz anders aussieht und ich in dem Moment das einfach durchstehen muss und dass diese schlechten Gefühle auch wieder runtergehen, dass wieder bessere Zeiten kommen und das Gefühl habe ich diese Woche tatsächlich. Oh man, voll gut. Also noch mal kurz, du würdest quasi sagen, dass dadurch, dass du nicht mehr das Glas Wein am Abend hast, weil man muss ja auch dazu sagen, du hast jetzt nicht ganz nachgesoffen, also das ist schon auch nochmal ein wichtiger Punkt. Dein schwacher Moment in Anführungsstrichen, der lag schon zum Ende des Tages auf einem Glas Wein. Ja, das war einfach dieses böse Gefühle ausschalten, wieder zur Ruhe kommen. Ich glaube, das kennen viele, dass man das einfach braucht, um so einen kleinen Zustand zu haben von Leichtigkeit. Ja, irgendwie nachvollziehbar, aber umso schöner, dass du für dich festgestellt hast, das funktioniert nicht mehr, du möchtest das nicht mehr und umso stärker auch, ja, da jetzt dran zu bleiben und das durchzuziehen. Ja, da gibt es ja natürlich auch andere Situationen, auf die wir im weiteren dann irgendwann mal eingehen können. Das Glas Wein am Abend hätte mich jetzt wahrscheinlich auf Dauer nicht dazu gebracht, mit dem Alkohol aufzuhören, sondern halt die vielen anderen Momente, wo es mir einfach gar nicht gut ging, aber das zu einem anderen Zeitpunkt. Apropos Parallelen, die Geburtstage von unseren Kindern und die eine oder andere berufliche Parallele, wir wollen heute mit euch darüber sprechen, wie es überhaupt dazu gekommen ist, wie es dazu gekommen ist, dass wir alleinerziehende Mamas geworden sind, wie es zu den Schwangerschaften gekommen ist. Genau, wie ist es eigentlich, wie sind wir eigentlich Mamas geworden, was ist da passiert? Ich habe zu dem Zeitpunkt studiert, ich war, ich glaube fast ein Jahr mit dem Papa zusammen. Wie alt warst du eigentlich? Ich war 28, als das, warte mal, ich muss kurz überlegen, war ich 28, als ich schwanger war und dann, ne doch, genau, also in dem Jahr, als das Kind kam, bin ich dann ein paar Monate später 29 geworden, meine ich, aber ja so 28, 29. Es war nicht die glücklichste Beziehung, die ich mit dem Papa hatte, weil auch aus verschiedenen Gründen. Diese Folge enthält Inhalte, die für einige emotional auffühlend und psychisch belastend sein können, daher bitten wir euch gut, auf euch acht zu geben. Die möglichen Trigger findet ihr in unserer Folgenbeschreibung. Ich bin Mama geworden Anfang des Jahres 2016 und ich muss aber dazu erzählen, glaube ich, dass die ganze Schwangerschaft schon sehr holprig war in Bezug auf die Beziehung zu dem Vater meiner Tochter, ja der mir eigentlich in der, bis wann kann man sich für eine Abtreibung entscheiden, ich glaube 12. Woche, genau, in der 12. Woche, der mir, ich meine, der hat in der 11. Woche nochmal versucht anzuklopfen oder gesagt, ja, naja, du hast ja jetzt noch eine Woche Zeit oder willst du es dir nicht doch nochmal überlegen? Und für mich war die Entscheidung aber sehr klar für das Kind, weil ich hatte ein halbes Jahr davor, mich gegen ein Kind entschieden, auch von ihm und danach haben wir besprochen, dass wenn uns das nochmal passiert, dann ziehen wir das durch. Ich war das erste Mal schwanger und habe mich super doll erschrocken. Ich habe damit nicht gerechnet, es war ungeplant und ich war in einem kleinen Schockzustand darüber und es war extrem schnell klar für mich, dass ich das nicht austragen werde, dieses Kind. Ich denke, da haben auch ein paar Impulse meines damaligen Partners reingespielt, aber es war auch für mich, es war für mich die richtige Entscheidung zu dem Zeitpunkt. Genau, also schon, es gab auch schon, also ja, es gab natürlich immer Momente, wo, an denen ich gehadert habe mit mir, vor allem, wenn man dann zum Frauenarzt geht und zu dem waren verschiedene Ärzte, der eine, die eine Person, die es festgestellt hat und zu der ich dann geschickt worden bin und die andere Person, die dann quasi den Schwangerschaftsabbruch durchgeführt hat und da wird ja auch ein Ultraschall gemacht und sich das kleine Pünktchen mal angeschaut, was da plötzlich so in einem wächst. Das war ein heftiger Moment für mich, also das zu realisieren, was da gerade passiert, aber gleichzeitig auch nicht so richtig zu realisieren und auch parallel mit dem Wissen, okay, ich werde das, ich werde das abbrechen. Also das war eine ganz merkwürdige und ja, es war eine ganz komische Zeit, ich kann es komplett nachvollziehen. Ja, ich hab ja tatsächlich, ich kann es gar nicht sagen, aber es ist ja schon wieder was, was wir beide sehr ähnlich erlebt haben. Ich hatte tatsächlich auch sechs Monate vor meiner, vor der Schwangerschaft mit meiner ersten Tochter auch einen Schwangerschaftsabbruch, deswegen kann ich es komplett nachvollziehen. Super strange, aber an der Stelle für uns irgendwie auch verbindend, ne? Ja, sehr, auch deine Gründe dafür, diese nicht so heile Beziehung und dass man immer wieder gehofft hat, da kann doch was zwischen uns richtig, was Großes entstehen und dann, ja, dass man eigentlich vielleicht da schon hätte sagen müssen nach der ersten, nach dem ersten Schwangerschaftsabbruch, das wird auf Dauer hier nichts mit dem Mann an meiner Seite. Ja, ich habe, also ich muss dazu sagen, ich habe diesen Schwangerschaftsabbruch therapeutisch unterstützt bzw. begleiten lassen, hab mir das hinterher auch nochmal angeschaut und ja, mein Standpunkt jetzt ist, dass ich das gut verarbeitet habe, gut verabschiedet habe auch. Ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Aspekt an der Sache. Ich habe da keinen Groll mit mir oder mit der Person, wie es damals war oder dem Partner eben, genau, von daher kann ich da jetzt recht locker oder recht, also ohne, dass ich emotional komplett einklicke, darüber sprechen, weiß aber auch, dass es nicht so eine leichte Zeit war. Nichtsdestotrotz wurde dann auch mal therapeutisch aufgearbeitet, dass wenn, es war eben so, dass dieser Abbruch, ich wurde abgeholt von der Klinik, in der das stattgefunden hat und dann mit so einem, ja, was machst du jetzt eigentlich noch? Hat er gesagt? Ja, ich wollte jetzt hier noch kurz in den Laden und dann muss ich zu meinen Eltern. Obwohl die Schwester in der Praxis gesagt hat, passen sie gut oder kümmern sie sich gut um sie. Ja, vor allem emotional, also der war ja überhaupt nicht zugänglich, wenn er so reagiert, konnte sich überhaupt nicht in die Situation hineinversetzen. Ich meine, auf eine gewisse Art und Weise kann der Mann sich ja nicht hineinversetzen, aber wie abgedroschen willst du sein, dass du überhaupt nicht auf die andere Person eingehst und deren Gefühle? Ja, dann eigentlich entsteht für mich auch im Nachhinein immer noch das größere Fragezeichen, warum ist die Beziehung weitergegangen? Warum ist diese zweite Kind entstanden? Also manchmal denke ich, okay, wow, welcher Zug hat mich da überrollt, aber die Zeiten waren so und das zweite Kind ist entstanden und ich habe es wohlwollend mit offenen Armen empfangen. Also ich habe mich dann auf ein Kind gefreut. Also eigentlich war ich in einer mentalen Verfassung, dass ich schon ein Kind wollte. Das erste war einfach ein Schock für mich, damit habe ich nicht gerechnet und bei dem zweiten, wir hatten das ja, ich hatte das mit dem Partner eben auch besprochen, so wenn es noch mal passiert, dann ziehen wir es durch und das war für mich so ein, ich weiß nicht, ich war, auf irgendeiner Ebene war ich ready, war ich pro Kind und ich wollte Mama sein und deswegen war das in der zweiten Kindeskund-Wangerschaft für mich überhaupt nicht, stand gar nicht zur Debatte, soll dieses Kind abgetrieben werden oder nicht. Für mich war es so, ah okay, ich bin nochmal schwanger geworden, war jetzt auch nicht so super geplant, aber für mich stand fest, ich mache das jetzt, ich ziehe das jetzt durch, auch wenn mein Partner nicht so reagiert hat wie gewünscht und... Ja, du hast halt einfach eine Entscheidung für dich, für das Kind, für dein weiteres Leben getroffen und es war die richtige Entscheidung. Du bist jetzt seit zehn Jahren Mama und du bist ja auch so eine richtige Vollblutmama. Also ich finde, du machst das ganz toll und du hast die richtige Entscheidung gefällt. Ja, die weiteren Jahre, also der Papa hat das ja eben nicht so mit offenen Armen empfangen wie ich und ich habe aber ganz lange gehofft, dass wir wieder zueinander finden. Also es ist in der Schwangerschaft auseinandergegangen, es kam dann auch raus, dass er dann nochmal eine andere hatte und obwohl wir irgendwie trotzdem zum Beispiel zusammen zu diesem Geburtsvorbereitungskurs gegangen sind und so, also für mich war der Zug nicht komplett abgefahren. Ja, es war in der Schwebe, aber es geführt ja vieles in der Schwebe, wenn man schwanger ist und vieles in der Neuentwicklung und ja, deswegen war es für mich zu dem Zeitpunkt nicht abgeschlossen, für ihn aber offenbar schon, für ihn war es scheinbar irgendwie auf irgendeine Art und Weise ein Freifahrtschein, dass ich so was gesagt habe, wenn du das nicht willst, kannst du gehen oder so in die Richtung vielleicht auch. Aber wie soll das denn für ihn abgeschlossen sein, wenn er die ganze Zeit irgendwie da ist während der Schwangerschaft mit ihrem Geburtsvorbereitungskurs macht und sich nicht richtig getrennt hat, das ist ja kein Abschluss. Ja, ja, so richtig die ganze Zeit da sein stimmt halt ja auch nicht, also ja, der war schon, irgendwie ist schon eine Trennung passiert, aber die war, für mich war die nicht echt und deswegen war es umso erstaunlicher als ich dann die Nachricht bekommen habe von einer Freundin, die ihn gesehen hatte, ja du, beziehungsweise andersrum, ne das stimmt nicht, die hat ihn gesehen, dann hat sie ihm ein Ultimatum gestellt, in dem und dem Zeitraum muss er mir das sagen, sonst tut sie es und dann hat er das auch gemacht und ich glaube, als er das gemacht hat, waren wir entweder auf dem Weg oder auf dem Weg zum Geburtsvorbereitungskurs oder auf dem Weg nach Hause wo er das dann gedroppt hat. Ja, ich weiß nicht, ob ich da noch mehr zu sagen hätte. Anyway, ich habe trotzdem, genau, ich habe meine Hoffnung am Ende war, wenn der das Kind erstmal sieht, wenn der da erstmal mit reinwächst, dann wird er sich vielleicht am Ende doch für ein gemeinsames Wir entscheiden für uns, entscheiden uns, dass wir als Familie zusammenwachsen können. Irgendwann habe ich natürlich gedacht, ne, das wird nicht passieren, aber ich will trotzdem, dass er für das Kind da ist, weil unabhängig was zwischen mir und ihm emotional läuft, ist er ja einfach der Papa. Ja, ich weiß nicht, ob man da Papa sagen kann. Ne, im Nachhinein natürlich nicht, aber zu dem Zeitpunkt was du für mich warst, er ist der Papa und ich möchte, dass mein Kind und ja vielleicht Erzeuger jetzt das bessere Wort, er sich kennen und da eine Beziehung entsteht und so weiter und sofort. Ich glaube, das ist so der Klassiker, dass man sich als Frau vorstellt, dass das Kind muss erstmal da sein und dann ist das alles ganz anders und viel besser und dann kann er sich besser in die Situation reinfühlen und das so für sich annehmen, dass er dann der Papa ist, aber wenn der Vater in irgendeinem bestimmten Zeitraum gefehlt hat und da was verpasst hat, dass sich diese hormonelle Ebene auch bei Männern gar nicht mehr einstellt, so das ist mein Eigenfleisch und Blut, das ist mein Kind und ich glaube, dass er, ja er hat ja nie richtig in diese Rolle auch rein gefunden, ein Papa zu sein. Also das haben sich ja dann die weiteren Jahre auch gezeigt und er wollte das nicht und das hat sich für ihn ja auch eigentlich nie richtig geändert. Ne, leider nicht. Bei mir gibt es viele Dinge, die ähnlich abgelaufen sind, aber auch viele Dinge, die sich da dann doch sehr unterscheiden. Ich hatte den Schwangerschaftsabbruch, wie gesagt, sechs Monate vor der Schwangerschaft mit meiner ersten Tochter und wir hatten zu der Zeit einfach keine glückliche Beziehung, da sind viele Dinge gelaufen, die nicht schön waren, wo man sich vielleicht hätte auch schon trennen sollen. Ich war jung und da auch dahingehend sehr naiv und habe einfach daran geglaubt, dass wir diese Beziehung hinbekommen und ja, als ich dann sechs Monate später wieder schwanger geworden bin, war das ähnlich wie dein Gefühl. Ich will dieses Kind unbedingt haben und es gibt für mich gar keinen anderen Weg, keine andere Entscheidung. Ich habe das auch relativ spät der Familie zum Beispiel erzählt, weil ich auch nicht wollte, dass mir von der Seite reingequatscht wird und mir aufgedrückt wird, ich müsse jetzt dies oder das machen. Ja, und dann habe ich mich dafür entschieden. Ich habe aber auch gemerkt, dass es dem Papa schwerfiel, diese Schwangerschaft anzunehmen. Das beruhte vielleicht auch darauf, dass wir halt sechs Monate vorher diesen Abbruch hatten und dann haben wir die Schwangerschaft aber eigentlich eine gute Zeit miteinander verlebt und die Kleine ist auf die Welt gekommen und er war sofort super doll da und super engagiert und hat sich sofort sehr doll integriert in alles. Ich glaube, ich habe ihn da auch ein bisschen gezwungen. Nach der Geburt ist er dann nach Hause gefahren und hat seine Jungs getroffen und die haben ihn total abgefüllt und dann irgendwie gefeiert und am nächsten Tag habe ich dann ein bisschen Ärger gemacht, so dass er jetzt sofort ins Krankenhaus kommen soll wie verabredet. War schon viel zu spät und als er dann reinkam, sah er auch dementsprechend sehr fertig aus, aber glücklich und ich habe ihm dann sofort so das kleine Bündelchen in die Hände gedrückt und habe gesagt, so ich habe gerade gelernt, wie man die Windel wechselt und das machst du jetzt auch und ich weiß noch, dass da ganz viel so Unsicherheit war. Ich glaube bei Männern ist das auch, weil die diese Schwangerschaft nicht haben, dass sie da erstmal so viel mehr reinkommen müssen und bei uns ist das alles so vorbereitet neun Monate. Irgendwie schon, ja aber ich kann das schon nachvollziehen. Ich meine, das ist so ein kleines, gefühlt sehr zerbrechliches Wesen einfach. Ja, dass man da erstmal vorsichtig ist. Und du hattest ja auch ein paar Stunden Vorlauf. Ich glaube manchmal, dass schon nur ein paar Stunden Vorlauf einen Vorsprung sein können zu jemandem, der das ja auch nicht in seinem Körper ausgetragen hat. Ja, das tatsächlich, also diese erste Nacht, die ich da verbracht habe mit unserer Tochter, ich habe kein Auge zugetan. Also es gibt ja auch Leute, die schlafen nach einer Geburt und ich war einfach wie auf Drogen. Also ich habe sie die ganze Nacht angestarrt und also was macht sie jetzt? Was ist das für ein Geräusch? Und ich weiß es noch ganz genau und dieser Zustand auch über so die ersten Tage gar nicht richtig schlafen zu können, hat mich aber auch nicht in so eine Müdigkeit versetzt. Das kam alles viel später. Ja. Aber ich hatte halt auch diesen Partner, der mir sehr geholfen hat, der mich sehr unterstützt hat. Ich hatte dann sechs Tage nach der Entbindung selber Geburtstag, mein 25. Und er hat die ganze Zeit, also er hat wohl die ganze Zeit auch so Geschenke geschoppt. Also das hatte er vorher eigentlich nie so krass gemacht und dann war er einfach überglücklich, dass ich ihm sein Kind geschenkt habe. Und das hat man einfach gemerkt und hat sich dann ja auch immer sehr viel gekümmert mit ins Bett bringen dann auch, als ich nicht mehr gestillt habe. Ja, was bei uns tatsächlich dann aber zur Trennung geführt hat, das war so nach ja anderthalb, zwei Jahren, ich weiß es gar nicht mehr so genau. Also unsere Tochter war anderthalb oder zwei und da haben wir uns getrennt und es waren eigentlich die Probleme, die wir vor der Schwangerschaft hatten, die ich nie richtig verarbeiten konnte und weswegen ich immer so einen Groll hatte. Und er hat sich als guter Vater entpuppt. Das heißt aber nicht, dass wir dadurch unbedingt eine bessere Beziehung hatten. Und da waren einfach viele Probleme zwischen uns, die wir nie aufgearbeitet haben und das hat letztendlich dann auch zur Trennung geführt. Ihr wart doch echt jung. Also ja, tatsächlich waren wir echt jung. Wart ihr insgesamt zusammen? Das kann ich dir gar nicht so richtig sagen, da müsste ich rechnen, aber ich würde sagen, lass es drei, vier Jahre gewesen sein. Ja. Insgesamt. Und ihr habt auch zusammen gewohnt und so, das war ja bei mir. Wir sind in der Schwangerschaft zusammengezogen. Ah okay, ich dachte mal, ihr hattet vorher auch zusammengezogen. Nee, wir haben beide in WGs gewohnt, aber so eine Straße voneinander entfernt. Ah ja, okay, cool. Und dann sind wir zusammengezogen, da sieht man auch nochmal, wie der andere ist, finde ich, dieses Zusammenziehen, das ist schon krass. Ja und ich war auch dann einfach manchmal mit beiden überfordert, muss ich sagen. Ja, manchmal hat man dann noch ein Kind auf einmal. Aber er macht sich gut und ich bin total glücklich, wie es auch heute ist, zehn Jahre später, dass er da auch über die Jahre einfach viel mehr reingekommen ist, sich selbst zu organisieren, seine Familie und unsere Tochter. Ich würde sagen, wir haben da auch wirklich hart dran gearbeitet, dass wir so eine gut funktionierende Patchwork-Family haben. Ja, so hart dran gearbeitet, stimmt echt. Also zum einen kurz nochmal den Fakt sacken lassen, er ist verheiratet mittlerweile und hat noch ein Kind und das trägt wahrscheinlich auch sehr zur Stabilität eurer Beziehung bei, was schön ist und eigentlich auch bemerkenswert, weil es gibt auch die Fälle, wo es andersrum ist, wo der Mann dann eben einen neuen Partner kennenlernt und dann wie so weg vom Fenster und voller Fokus darauf. Und das fand ich auch sehr schön zu beobachten, ich habe es ja so ein bisschen mitbekommen. Für ihn ist seine Tochter, seine erste Tochter immer auf einer Prio gewesen auf jeden Fall. Ja, schon oberste Priorität. Also man muss dazu sagen, er hat eine super tolle Frau geheiratet, die recht entspannt ist, ich würde sagen viel entspannter als ich und wahrscheinlich da dann auch irgendwie gelernt, so in der Ehe einfach wie so ein Familienleben so richtig funktioniert, weil die sind viel länger jetzt zusammen als wir es damals waren und ja mit der verstehe ich mich ja auch super mit seiner Frau. Die neue Frau muss auch recht wohlwollend sein mit der Ex-Partnerin und da auch so ein gewisses Verständnis aufbringen. Also sie hat ja nicht nur meine Tochter angenommen, sondern sie hat ja auch mich als die Mutter von diesem Kind angenommen und ich glaube, wir sehen auch gegenseitig einfach ganz gut so unsere Struggles mit dem Alltag und können das beide super gut nachvollziehen und ja, also das ist ganz schönes Patchwork Konstrukt. Sie war jetzt zum Beispiel auch mit dir zusammen, hat sie den Geburtstag gewuppt, ne? Ja, auch wieder so witzig. Sie ist ja mitgekommen in die Therme und unsere kleinen Töchter sind gleich alt, beide vier Jahre alt und die sind auch befreundet. Also die nennen sich gegenseitig Schwester-Schwester, weil sie einfach nur die Schwester von der Schwester sind, die sind ja keine Halbgeschwister und nichts, aber sie haben beide dieselbe Schwester und das verbindet die und die haben sich jetzt auch schon in diesem jungen Alter so ein bisschen gefunden und angefreundet. Ja, genau so viel dazu. Jetzt habe ich ja auch schon erwähnt, ein-, zweimal, dass ich jetzt auch schon ein zweites Kind habe. Das ist alles etwas schwieriger verlaufen. Der Vater und ich hatten eine sehr wilde Beziehung, die auch schon sehr turbulent gestartet hat und sind dann auch nach relativ kurzer Zeit schwanger geworden. Man muss sagen, zwischen den Schwangerschaften, also zwischen meinen beiden Kindern liegen sechseinhalb Jahre und ich wollte schon immer noch mal einen Partner finden, mit dem ich weitere Kinder haben kann. Gleichzeitig hat da aber auch sehr viel Angst reingespielt, dass man sich trennt und dass man dann zwei Kinder von zwei verschiedenen Männern hat und im besten Fall noch alleinerziehend. Also genau so, wie es jetzt gekommen ist. Ja, check, check. Genau und das wollte ich natürlich nicht. Ich habe schon gedacht, so dass wir zusammenbleiben, was im Nachhinein gesehen völlig abwegig ist, weil wir hatten schon eine sehr toxische Beziehung. Ich bin dann irgendwann schwanger geworden. Er hat mir auch oft gesagt und signalisiert, dass er unbedingt noch ein Kind möchte. Er hatte nämlich auch schon eine Tochter vorher und das habe ich für wahre Münze genommen. Dann hat er sich aber in der Schwangerschaft von mir getrennt. Alter, also ja, ich kenn's. Du kennst es gut, genau. Ganz schlimmes Gefühl. Ich hab es auch kaum sehen dann die letzten Wochen vor der Trennung. Er hat sich immer mehr zurückgezogen. Er hatte auch eine Art depressive Episode, ist nicht mehr wirklich so aus dem Bett hochgekommen und war eigentlich nur noch schlecht drauf, hat kaum noch gesprochen. So kannte ich ihn vorher tatsächlich auch nicht. Er hat dann auch den Bauch nicht anfassen können und ich kann mich noch gut daran erinnern, ich hatte dann diese Untersuchung. Ich glaube, das ist immer so zwischen 16. und 20. Woche, wo man das Geschlecht sich sagen lassen kann von dem Gynäkologen. Meine Gynäkologin wollte mir das Geschlecht sagen und ich habe gesagt, sie soll es mir bitte als Symbol auf einen Zettel malen und dann hat sie mir den mitgegeben und ich habe ihn dann angerufen, weil wir uns nicht sehen konnten und wollte ihm dann mitteilen, was es wird. Das heißt, ich wusste auch nicht, was für ein Geschlecht das Kind haben wird und wir haben beide vermutet, dass es ein Junge wird und wir haben uns auch beide einen Jungen gewünscht, ehrlich gesagt, weil wir hatten beide schon eine Tochter und wir dachten uns, das wäre so cool. Ja und wie gesagt, es lief schlecht, er irgendwie so depressiv. Ich teil ihm am Telefon mit, dass es ein Mädchen wird und er hat gar nichts gesagt und war wie erstarrt und damit war das Telefonat dann beendet und ein paar Wochen später hat er sich dann von mir getrennt am Telefon. Ich bin dann einmal so ein bisschen hoch gegangen, also wie eine Rakete und habe das dann aber auch schnell ad acta gelegt. Ich dachte mir, okay, du willst mich nicht, du willst das Kind nicht und jetzt mache ich das alleine und jetzt erst recht. Alter, ich könnte so ausrasten. Ja, das ist einfach, ich habe mich sprachlos und wütend, ich habe keine Worte dafür, ich denke einfach nur, wer hat in deinem Gehirn geschissen, Alter? Sorry, aber also was geht ab? Du hast schon ein Kind, du weißt, was die Frau durchmacht oder zumindest, du hast vorher schon mal eine Frau begleitet dabei in der Schwangerschaft und so weiter. Du erzählst deiner Freundin sie, du möchtest noch ein Kind mit ihr, dann ist es so weit. Ja. Und dann springt er aus dem fahrenden Zug so, what the heck? Aber ich hätte da auch die Augen mehr offen halten sollen, weil ich habe ja gesehen, dass er für seine ältere Tochter auch nur dieser Wochenendspaßpapa war und dass er da auch nicht richtig Verantwortung übernehmen konnte, so in vollem Ausmaße. Ist eigentlich immer schon so eine Red Flag, wo man sehr aufmerksam hingucken sollte. Das stimmt, das stimmt. Jetzt muss man dazu sagen, er hat aber auch viele Geschichten erzählt, wo man den Eindruck hatte, dass er da blockiert wird. Also so nach dem Motto, als würde er sich selber eigentlich anders vorstellen, aber die Gegebenheiten sind so, dass es nur so funktioniert. Meine Gefühle waren da sehr in eine Richtung. Ich habe kaum getrauert. Ich war nicht mal groß enttäuscht, weil ich, als hätte ich es halt irgendwie geahnt die ganze Zeit, dass es eh so kommt und ich hatte einfach eine riesige Wut in mir. Ich war so wütend. Ich glaube, dann kann man auch nicht trauern, wenn man so wütend ist. Ja. Oder? Also, ich weiß nicht, manche Gefühle schließen sicher aus. Ich weiß nicht, ob es bei Wut und Trauer auch so ist. Ich glaube, das kann schon im Wechsel kommen. Ja, ich könnte mir vorstellen, dass es so ein bisschen so ein Sicherheitsmechanismus ist. Ich muss mich davon jetzt komplett abgrenzen und kann da nicht reingehen in diese Emotionen, die vielleicht erwarten würden. Ich hatte das Gefühl, dass meine Wut mit so einem extremen Dopaminschuss aber auch zusammenkam, weil ich war extrem selbstbewusst zu der Zeit. Ich habe gesagt, ich mache das. Ich schaffe das sowieso. Ich schaffe das auch ohne dich, du Arsch. Ich habe meine Freunde, ich habe alles, was ich brauche. Ich kriege das alleine hin und ich wollte es mir auch selber beweisen zu dem Zeitpunkt dann. Ich war so, okay, ich nehme das an und ich mache jetzt das Allerbeste draus. Ich hatte auch ein paar gesundheitliche Einschränkungen während der Schwangerschaft und mir ging es auch oft nicht so gut. Ich musste ja auch viel immer so schleppen, so Einkäufe schleppen und so was. Und man hat schon gemerkt, dass man damit alleine war. Aber auf der anderen Seite, ach so. Und er hat, wir waren dabei zusammenzuziehen und ich hatte meine Wohnung gekündigt und dann ein paar Tage später kam dann dieser Anruf von ihm, indem er sich von mir getrennt hat. Und das war natürlich auch heftig, weil ich war tatsächlich von Obdachlosigkeit bedroht und hatte superdoll Angst, dass die Hausverwaltung meine Rücknahme der Kündigung nicht akzeptiert. Ich habe das durchgesetzt bekommen, die Hausverwaltung hat mich dann wieder angenommen und ich habe dann sogar noch mal einen Umzug gehabt innerhalb derselben Hausverwaltung, drei Wochen vor der Entbindung in meine neue Wohnung, also meine aktuelle Wohnung. Und das war natürlich alles nervenaufreibend. Ich war wirklich auch körperlich am Ende, aber mental ging es mir echt gut. Ich habe ja auch so, meine Freundin hatte gerade einen neuen Partner und ich bin immer so mit auf Doppeldates gegangen und habe das dann genossen, dass ich irgendwie mir ein Eis ausgeben lasse. Und ich hatte echt eine gute Zeit. Also ich war immer überall mit am Start. Ich war dann auch mal Fahrerin, wenn es um so Feiern ging oder so. Und da habe ich mich schon sehr selbstbewusst gefühlt und sehr energetisch aufgeladen, sehr kraftvoll. Die Geburt, da war es ja tatsächlich du dabei? Ja. Das war toll. Danke nochmal. Sehr gerne, sehr schön. Ich hatte halt eine Hausgeburt geplant, aber als ich noch mit dem Vater zusammen war und als er sich dann getrennt hat, konnte ich das nicht mehr machen. Ja, dann ist gehend mit der Hebamme zusammen, oder? Wie war das? Ja, man braucht eine bestimmte Hebamme, die Hausgeburten anbietet. Und ich hatte wirklich auch Schwierigkeiten eine zu finden. Und dann habe ich die Hebamme kennengelernt und wir haben uns auf die Hausgeburt vorbereitet. Ich war superglücklich mit ihr. Und dann kam es zu der Trennung und du brauchst, wenn du eine Hausgeburt machst, einfach diese Stabilität von zu Hause und dass da jemand mit bei ist. Und wir haben das ja auch in seiner Wohnung geplant. Ah ja, genau. Und zu dem Umzug ist es dann nicht gekommen. Genau. Also er hat in einem Stadtteil gelebt, wo auch die Hebamme aktiv war. Genau, genau. Die arbeiten ja immer in so, ich weiß nicht, umkreisen, dass sie ihre Mütter gut erreichen können. Ja, als es zur Geburt kam, muss ich sagen, habe ich mich extrem verlassen gefühlt. Ich hatte dann ja eine andere Hebamme, genau, die mich dann ja auch zur Geburt begleiten wollte, die mir dann kurz vorher gesagt hat, sie ist dann in Köln, sie ist dann nicht da, aber sie kann die Nachsorge machen. Und dass der Vater nicht dabei ist, ist wohl jetzt ziemlich klar. Und dann hatte ich eine Freundin, die mit mir die Geburt machen wollte, also die dabei sein wollte, mich unterstützen wollte. Und die hatte dann einen neuen Partner. Das war irgendwie auch eine ganz wilde Beziehung und ganz leidenschaftlich. Naja, auf jeden Fall hat sie mir dann eine Woche vor der Entbindung gesagt, dass sie einen Urlaub gebucht haben nach Italien, um auch seine Familie kennenzulernen, weil er Italiener ist. Und ist mir dann quasi abgesprungen und ihr... Seine Vermutung war doch, dass das Kind ein paar Tage früher kommt und sie hatte sich in dieser Buchung so ein bisschen darauf verlassen, oder? Das sah doch so schräg. Ja, das war total schräg, weil man weiß ja, dass ein Kind zwei Wochen vor oder eine Woche nach dem Entbindungstermin in der Regel kommt. Also ich glaube, nur fünf Prozent aller Babys kommen am Entbindungstermin. Es war dann so, dass meine Tochter am 2. Juli geboren ist. Am 1. Juli wäre der Entbindungstermin gewesen. Und du bist dann mit mir ins Krankenhaus, also du und dein Partner, ihr habt mich zusammen ins Krankenhaus gefahren. Und ich weiß noch, wie wir darüber gewitzelt haben. Nach der Geburt haben wir gesagt, ah, jetzt sitzt sie wahrscheinlich gerade im Flieger auf dem Weg nach Italien. Das weiß ich gar nicht mehr. Ja, das war krass. Und sie hatte dann gesagt, sie kann das alles stornieren, weil ich natürlich extrem sauer war. Aber sie kann sich auch nur in dem und dem Zeitraum kümmern. Und ich habe dann irgendwie einfach gar nicht mehr reagiert. Ich habe mich dann nur noch auf die Geburt fokussiert und habe gedacht, ach, mach doch was du willst, mir ist egal. Und das war auch lange ein Ding, was ich nicht verzeihen konnte, tatsächlich, dass man mich da so im Stich lässt. Und zum Glück hatte ich dich und konnte mich einfach immer so drauf verlassen, dass du da bist und dass du mitkommst, obwohl du nicht mal fest eingeplant warst, sondern mein Plan B, in dem Falle ja Plan C. Und das war extrem. Ja, stimmt, Plan C. Ich musste gerade kurz vor und nach denken, was meint sie denn jetzt? Also ja, Plan C. Hausgeburt, dann doch mit der Freundin. Aber Mist, nee, doch mit der anderen Freundin. Okay, aber ich fand es, ich fand es eine superschöne Erfahrung. Und habe hinterher so gedacht, ach, vielleicht sollte ich ja Dula werden. Ja, cool. Das wollte ich gar nicht ablenken. Sorry. Nee, ich bin, glaube ich, so durch damit, meine Geschichte zu erzählen, wie es zu dem zweiten Kind gekommen ist. Aber ja, das möchte ich auch nochmal betonen. Das war tatsächlich eine ganz tolle Erfahrung mit der besten Freundin, einer der besten Freundinnen im Kreiszeit zu sein und zusammen dieses Baby auf die Welt zu kriegen. Und ich glaube, dass Frauen untereinander manchmal auch hilfreicher sein können als Männer an deiner Seite, die da vielleicht auch Angst haben, wenn die Partnerin Schmerzen hat und die sich nicht wohlfühlen, die das Gefühl nicht nachvollziehen können, wie sich eine Wehe anfühlt oder wie sich die Schwangerschaft anfühlt, dieser dicke Bauch und alles. Und ich glaube, das mit einer Freundin zu machen, der man vertraut, vor der man auch keine Scham hat, das ist schon super cool. Ja, mir ist eingefallen, dass ich dazu eigentlich auch noch eine kleine Anekdote habe zu der Geburt. Ich weiß nicht, ob ich die noch kurz auspacken soll. Ja, erzähl. Meine Tochter war ein geplanter Kaiserschnitt, weil die sich nicht rumgedreht hat. Die saß mit dem Arsch auf dem Ausgang quasi. Und das geplante Kaiserschnitte haben ja logischerweise ein festes Datum. Und da muss man aber vorher was unterschreiben, wenn man dabei sein will. Ich glaube, da geht es so darum, wenn sie umkippen, dann kümmern wir uns trotzdem erst um die Mutter und nicht um die Person, die da umkippt, die da begleitet. So in die Richtung geht das. Ich hatte ja auch noch Kontakt zu dem Papa, habe dem das dann angeboten, weil ich ihn ja so sehr dabei haben wollte auch. Und der hat das erst zugesagt und als es dann darum ging, diesen Wisch zu unterschreiben, ist er dann so doch wieder, dass ich doch wieder so rausgeluckst. Ach man, hättest du mich mal schon gekannt. Ich wäre mitgekommen. Meine Schwester war am Ende mit dabei. Es war auch sehr schön. Auch cool. Ja, also ein Kaiserschnitt ist echt noch mal eine andere Nummer. Ich glaube, hormonell auch noch mal ein bisschen anders. Ja, man ist länger auch eingeschränkt. Ja, genau. Man steht nicht danach wieder auf. Also ich war auch ein paar Tage im Krankenhaus dann dadurch. Ja, genau. Aber es ist mir gerade so eingefallen, so ja, es war heubreich. Es war einfach alles heubreich. Wow, ich finde, wir haben mit unserer ersten Folge jetzt schon, sind wir so tief reingegangen in unsere emotionalen Abgründe, in unserer Story, wie alles verlaufen ist, haben wir uns schon echt gut nackig gemacht. Bleibt gerne dran, wenn ihr mehr von uns hören wollt. Und ja, wir freuen uns. Wenn ihr wissen wollt, wie unsere Story weitergeht, wenn ihr uns auf unserer Reise begleiten wollt und hören möchtet, wie wir mit all dem umgehen, dann bleibt unbedingt dran. Abonniert den Podcast, aktiviert die Glocke und verpasst keine Folge von MAMES ON THE EDGE. Uns hört ihr wöchentlich auf allen gängigen Podcastplattformen. Und an alle MAMAS da draußen, ihr seid nicht allein. Wir hören uns.

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